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"Nicht die Zeit für Verträge": Für Caligiuri gibt es Wichtigeres

Fürth ist zur Lieblingsstadt des 35-jährigen Kapitäns geworden - 10.04.2020 10:01 Uhr

Mit Masken kennt sich Marco Caligiuri aus. Die, die er sich hier auf die Stirn geschoben hat, hat nichts mit einem Virus zu tun, sondern sollte die Nase schonen. © Foto: Melanie Zink


Das Wort "Sonderbehandlung" mögen sie gar nicht bei der SpVgg Greuther Fürth. Es geht aktuell viel darum, warum der Profifußball die Saison zu Ende spielen muss, wie aufwändig das organisiert werden kann und wie das die anderen Menschen finden, zum Beispiel in systemrelevanten Berufen. Auch Fürth rüstet sich für dieses Szenario.

Kapitän Marco Caligiuri

Weil die Fürther Vertreter dieser Branche bemerkt haben, dass das ein schwieriges Thema ist, suchen sie den Dialog. Am Mittwoch gaben Vereinsmitarbeiter kostenlos Bier- und Wasserkästen zweier Sponsoren am Ronhof aus, "um Danke zu sagen an die Menschen, die den Laden am Laufen halten", wie es Geschäftsführer Holger Schwiewagner am Abend zuvor ausdrückte.

Da war er zu Gast in der Fürther Comödie, wo ihn Martin Rassau und Volker Heißmann in einem Facebook-Live-Video interviewten. Obwohl es ein Heimspiel für den Gast war – Heißmann ist als Vizepräsident dem Verein natürlich gewogen – gab Schwiewagner durchaus auch Antworten auf kritische Fragen von Zuschauern.

So befasse man sich ligaweit damit, sich für die nächsten schlechten Zeiten besser zu wappnen. "Der gesamte Fußball braucht Veränderungen im Regelwerk", findet Schwiewagner. Zukünftig könne doch ein Teil der Fernsehgelder in Rücklagen fließen. Der Fußballmarkt sei vor der Krise "überhitzt" gewesen, er fände es gut, wenn die "Blase platzt". Er rechne damit, dass die Transfersummen kleiner würden, auch bei den Fürthern sei das Interesse an neuen Spielern "etwas zurückhaltender".

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Mit den Profis, die man schon vor der Krise ins Auge gefasst hat, sei man weiter in Kontakt. Dasselbe gelte für Kleeblatt-Profis mit auslaufenden Verträgen. "Wir werden den Spielern, mit denen wir verlängern wollen, ein ordentliches Angebot machen und keine Notsituation ausnutzen." Der Ball liege bei den Spielern und Beratern, ob sie bleiben wollen.

Ob auch Marco Caligiuri noch ein Jahr dranhängt, war auch im Telefoninterview mit ihm nicht herauszukitzeln. Obwohl sich der ruhige Kapitän der Mannschaft erstaunlich redselig gab, zeigte er sich bei diesem Thema verschlossen. Aus Pietät. "Die Zeit ist noch nicht gekommen, die Schuhe an den Nagel zu hängen. Aber es fühlt sich nicht richtig an, jetzt über den Vertrag zu sprechen. Ich bin da demütig genug, die Gesellschaft hat derzeit andere Probleme", sagt der 35-Jährige. Auch er habe ein Problem mit der Wahrnehmung, der Fußball wolle seine Rolle nutzen, um weitermachen zu können. "Ich kann die Sonderstellung nicht so sehen. Jeder will seinen Job wahrnehmen. Wir halten uns an die Vorgaben."

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Die Vorgaben zuhause waren in den vergangenen drei Wochen auf den Kopf gestellt: Als Anti-Macho führte er den Haushalt und bekochte seine Freundin, die so in Ruhe im Homeoffice arbeiten konnte. Und von wegen Pasta rauf und runter – der Sohn eines italienischen Vaters und einer schwäbischen Mutter mag am liebsten asiatisch.

Sommerurlaub in der Gustavstraße

Dass seine Lieblingsstadt nach acht Jahren und 200 Spielen im Kleeblatt-Trikot Fürth geworden ist, daraus macht er keinen Hehl. "Besonders an den Sommerabenden, wenn sich die Leute in der Gustavstraße ein Gläschen Wein bestellen, ist das vergleichbar mit meinen Sommerurlauben in Italien." In Mailand, Heimat seines Lieblingsvereins AC Milan, wohnt auch seine Verwandtschaft. Es ist jedoch schon über vier Jahre her, dass er sie besucht hat.

Natürlich mache er sich derzeit auch Sorgen um sie, das Virus hat Italien übel zugesetzt. Er habe mit den Verwandten telefoniert, es geht ihnen gut, erzählt er erleichtert.

Nein, es ist wirklich nicht die Zeit, um über Verträge zu schreiben.

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Alexander Phaehler und Martin Schano

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