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Nicht zu bremsen: Hamilton jagt den nächsten Rekord

Zieht der Engländer in Ungarn mit Schumacher gleich? - 16.07.2020 12:46 Uhr

ARCHIV - 12.03.2020, Australien, Melbourne: Formel 1: Pressekonferenz zum Großen Preis von Australien: Lewis Hamilton aus Großbritannien von Team Mercedes lacht während einer Pressekonferenz. (zu dpa "Der Grenzenverschieber: Hamilton jagt den nächsten Schumacher-Rekord") Foto: Michael Dodge/AAP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

© Michael Dodge, dpa


Jetzt greift Lewis Hamilton den nächsten Rekord von Michael Schumacher an. Auf dem unbeirrbaren Weg, den bis heute noch erfolgreichsten Piloten der Formel 1 abzulösen, scheint der Brite unaufhaltsam. Gewinnt der Superstar der Szene auch in diesem Jahr den Großen Preis von Ungarn, wäre es am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) sein achter Sieg auf dem Hungaroring - acht Erfolge auf derselben Strecke gelangen bisher eben nur jenem Rekordweltmeister Schumacher auf dem Circuit de Nevers Magny-Cours in Frankreich.


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2007, 2009, 2012, 2013, 2016, 2018, 2019 - die Liste der Hamilton-Erfolge auf dem kurzen Kurs bei Budapest. 2008, 2014, 2015, 2017, 2018, 2019 - die Liste der Weltmeistertitel des Einwanderersohnes, der seit seinem Einstieg in die Königsklasse des Motorsports 2007 einen bemerkenswerten Reifeprozess hinter sich hat - Ende offen. "Still I rise" - zu deutsch etwa: "Ich wachse noch" ist Hamiltons Motto. Dauer-Kampfansage in drei Worten.

Noch drei weitere Jahre?

Von Müdigkeit mit 35 Jahren und rund sieben Monaten keine Spur. Einen Vertrag will Hamilton noch unterschreiben. Bei Mercedes, daran bestehen eigentlich kaum Zweifel. Mercedes hat Hamilton zur Entfaltung gebracht, Hamilton hat Mercedes zum unumstrittenen Branchenführer und Serien-Weltmeister gemacht. "Ich glaube, dass wir in den nächsten Wochen da zu Potte kommen", erklärte jüngst Teamchef Toto Wolff mit Blick auf den neuen Kontrakt mit Hamilton.


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Noch weitere drei Jahre? Wer weiß. Er wird sich vermutlich genug Zeit verschaffen, die sieben WM-Titel von Schumacher noch zu überbieten. Die 91 Rennsiege des mittlerweile 51-Jährigen, der seit seinem schweren Skiunfall Ende 2013 in den französischen Alpen komplett abgeschirmt von der Öffentlichkeit lebt, kann Hamilton rechnerisch schon in diesem Jahr einstellen und überbieten.

Der Erfolg zuletzt in Spielberg war Hamiltons 85. Die Pole beim Grand Prix in der Steiermark seine 89. - bereits einsame Spitze. In beiden Statistiken kann Hamilton mit dem Erreichen dreistelliger Werte seine Ausnahmestellung für die Ewigkeit zementieren.

Das Motto des 35-Jährigen: "Still I rise".

© Mark Thompson, dpa


Längst ist Hamilton aber nicht nur Formel-1-Pilot. Er hat auch seine Rolle als Vorkämpfer gegen Rassismus, für Gleichberechtigung und eine bunteres Miteinander gefunden - sein Vater stammt aus Trinidad/Tobago. Hamilton ist der erste schwarze Formel-1-Pilot - und noch immer der einzige.

Das will er ändern. Und er nimmt dabei den direkten Weg mit dem symbolhaften Hinknien, der Faust in den Himmel gereckt und klaren Botschaften. "Für mich persönlich ist das eine lebenslange Aufgabe", sagt er und nimmt alle anderen in der Formel 1 in die Pflicht. Vor allem die mit großer Reichweite: "Man schaue sich mal Ferrari an, für das Tausende Menschen arbeiten, aber ich habe kein Wort gehört, wie sie selbst damit umgehen und was sie ihn Zukunft vorhaben."


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Hamilton wird seinen Kampf fortsetzen. Auf der Strecke im Wagen. Neben der Strecke im realen Leben, das er trotz reger Botschaften in den sozialen Netzwerken ganz geschickt aus der Öffentlichkeit heraushält. Früher durften - oder mussten - seine Fans bei den Emotionskollisionen während der damaligen Beziehung mit Popsternchen Nicole Scherzinger mit Hamilton leiden, seine Kritiker sich über ihn aufregen, wenn er mit seinem Privatjet durch die Welt düste. Heute zeigt Hamilton immer noch voller Stolz und mit großer Regelmäßigkeit seinen durchtrainierten Körper, Eskapaden gehören aber der lange zurückliegenden Vergangenheit an.


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Lieber postet er Bilder oder kurze Videos von Roscoe, einer englischen Bulldogge. Bis vor gut einem Monat gehörte auch noch Coco zum Hamilton-Clan, gleiche Rasse, aber ein Weibchen. Sie starb, "mit der Familie an ihrer Seite". Er hatte sogar versucht, Coco wiederzubeleben, schrieb Hamilton in einer ergreifenden Nachricht bei Instagram. Er, der Kämpfer mit den vielen Tattoos, der die Formel 1 neu geordnet hat, zum Weltstar aufgestiegen ist und schon an diesem Wochenende den nächsten Rekord angreift.

dpa

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