15°

Donnerstag, 17.10.2019

|

Nike stellt "Oregon Project" ein

Für Konstanze Klosterhalfen hat das Folgen - 11.10.2019 14:35 Uhr

Konstanze Klosterhalfen muss sich direkt nach der WM ein neues Traininscamp suchen. © Oliver Weiken, dpa


Nach der angekündigten Schließung des Nike Oregon Projects muss sich Deutschlands Ausnahmeläuferin Konstanze Klosterhalfen ein neues Trainingscamp suchen. Nur fünf Tage nach der Leichtathletik-WM mit zahlreichen Erfolgen zog der US-Sportartikel-Gigant die Konsequenzen aus dem Skandal um Starcoach Alberto Salazar. Wie es mit Klosterhalfen, die in Doha Bronze über 5000 Meter gewann, und ihrem Trainer Pete Julian weitergeht, ist offen.

Ihr Management äußerte sich am Freitag zunächst nicht. "Für mich ist der Beschluss, das Oregon Project nach der Salazar-Sperre zu beenden, eine folgerichtige Entscheidung im Sinne der Athleten und des Sports", sagte Jürgen Kessing, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, in einer Erklärung vom Freitag. DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska verwies auf die bereits während der WM angekündigten "intensiven Gespräche" mit Klosterhalfen und ihren Beratern, um ihre Olympia-Vorbereitung für Tokio 2020 optimal abzusichern. "Die Entscheidung, wie es weitergeht, wird letztlich Konstanze Klosterhalfen eigenverantwortlich treffen", sagte er aber auch.

"Wir haben beschlossen, das Oregon-Projekt zu beenden, damit sich die Athleten auf ihre Trainings- und Wettkampfbedürfnisse konzentrieren können", heißt es in der Nike-Stellungnahme. Zuvor hatten mehrere US-Medien über die Entscheidung des Unternehmens berichtet. Laut Nike habe die Untersuchungskommission nicht festgestellt, dass bei NOP-Athleten "jemals leistungssteigernde Mittel eingesetzt" worden seien. Die Gesamtsituation sei für die Läufer aber zu einer "unfairen Belastung" geworden. Der gebürtige Kubaner und frühere Marathon-Spitzenläufer Salazar hatte alle Vorwürfe von sich gewiesen und Einspruch gegen das Urteil eingelegt. "Wir werden Alberto in seiner Berufung weiterhin unterstützen", erklärte Nike. USADA-Chef Travis Tygart hatte festgestelltt: "Die Athleten waren Versuchstiere, so muss man es sagen."

"Das bleibt das beste Team der Welt"

In dem 250-seitigen Urteil ging es um "hochgradig gefährliche Medikamente" und verboten hohe Infusionen. Klosterhalfen betonte stets, dass Pete Julian ihr Coach in Oregon sei. Noch in Katar hatte die Rheinländerin angekündigt, weiter beim NOP trainieren zu wollen und sich auf die Rückkehr zu freuen: "Das bleibt das beste Team der Welt. Ich weiß für mich und alle, die drumherum sind und Einblicke haben, was da passiert und was nicht passiert", sagte die deutsche Rekordhalterin vor ihrem geplanten Urlaub in Deutschland und Dubai. "Doping ist da nie ein Thema."

Die Sportler des Projekts, dessen Markenzeichen ein Totenkopf ist, räumten bei der WM in Doha mächtig ab. Wären die Elite-Läufer, die sich gerne als Team bezeichnen, im Medaillenspiegel geführt, dann hätten sie so oft Gold wie China geholt und lägen auf Rang fünf, auch vor Deutschland (2-0-4). Sieben der insgesamt zwölf Ausdauerspezialisten aus Salazars Team waren in Doha am Start. Ihre Bilanz: dreimal Gold, einmal Silber und Bronze für Klosterhalfen.

dpa

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport