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Noch mal Endspiel! Werder, Heidenheim - wer ist erstklassig?

Die Grün-Weißen vollen den Abstieg auf der Ostalb verhindern - 06.07.2020 09:18 Uhr

Hilft Schreien gegen den Abstieg? Florian Kohlfeldts Werderaner stehen im Relegationsrückspiel unter Druck.

© Martin Meissner/AP POOL/dpa


Sogenannte Endspiele hatte Werder Bremen in dieser völlig verkorksten Saison schon einige. In Freiburg, in Paderborn, gegen den 1. FC Köln - immer war der Druck riesengroß für die Grün-Weißen. Doch das Relegations-Rückspiel beim Zweitliga-Dritten 1. FC Heidenheim an diesem Montag (20.30 Uhr/DAZN und Amazon Prime) ist von der Bedeutung her für den Erstliga-16. nochmal ein ganz anderes Kaliber.

 

 

Unvorstellbar? Der Showdown auf der Ostalb 

Ein Sieg oder ein Remis mit mindestens einem erzielten Treffer und Werder bleibt doch noch in der Liga. Eine Niederlage, und der Klub mit den meisten Erstliga-Spielen aller Vereine steigt erstmals seit 40 Jahren wieder in die 2. Bundesliga ab.

Was für den Klub, die Stadt und das gesamte Umfeld eine Katastrophe wäre. Es ist unvorhersehbar, ob sich Werder von einem Abstieg überhaupt wieder erholen würde. Für Verein und Stadt hätte der Gang in die Zweitklassigkeit riesige finanzielle Folgen. Doch all das will Werder-Coach Florian Kohfeldt vor dem Showdown auf der schwäbischen Ostalb von seinem Team fernhalten. "Man muss immer mehr Lust haben zu gewinnen, als Angst haben zu verlieren", sagte Kohfeldt am Sonntag.

Kohfeldt will von Bremens Bremsklotz nichts wissen

Auch für den 37 Jahre alten Coach steht viel auf dem Spiel. Lange Zeit galt er als Senkrechtstarter der deutschen Trainergilde, wurde 2018 zum Coach des Jahres gekürt. "Natürlich spüre auch ich den Druck", sagte Kohfeldt. Doch der Bremer Trainer versucht alles, vor dem endgültigen Endspiel der Saison die Anspannung nicht zum Bremsklotz werden zu lassen. "Es ist trotzdem immer noch ein Privileg, bei solchen Spielen dabei zu sein. Das sind auch die Tage, an denen Geschichte geschrieben wird, und davon träumt man doch als Kind."

Baumann: "Wir sind ein bisschen gestoplpert" 

Nach der schwachen Leistung beim 0:0 im Hinspiel war die Stimmung an der Weser erst einmal mies. Aber mit jeder Stunde stieg seit Freitag die Zuversicht, es doch noch schaffen zu können. "Wir sind bislang immer wieder aufgestanden. Es ist wichtig, dass man einmal mehr aufsteht, als man hinfällt", sagte Geschäftsführer Frank Baumann. "Ich glaube nicht, dass wir im Hinspiel gefallen sind, aber wir sind ein bisschen gestolpert."

Um am Montag nicht zu stürzen, setzt Kohfeldt auf die richtige Mischung. "Es wird sehr, sehr wichtig, dass wir kühlen Kopf bewahren. Die Mischung aus kühlem Kopf und Emotionen wird neben dem Fußballerischen das entscheidende sein", sagte Kohfeldt, der auf den gesperrten Kapitän Niklas Moisander verzichten muss. Dafür kehrt Kevin Vogt und damit ein absoluter Leader-Typ zurück. Vogt soll dem im Hinspiel so labilen Werder-Gebilde die nötige Stabilität verleihen. "Wenn wir es morgen schaffen, dann werden wir ein gutes Gefühl haben. Dann wird es etwas Positives sein, auch wenn die Saison natürlich schlecht war", sagte Kohfeldt.

Schmidts Idee entsteht auf dem Sattel 

Sein Trainerkollege Frank Schmidt gab sich vor dem "größten Spiel der Vereinsgeschichte" entspannt. Natürlich hat auch Heidenheim nach der starken Leistung im Hinspiel nun etwas zu verlieren, doch ein verpasster Aufstieg würde den Verein nicht ins Mark treffen. Im Hinspiel überraschte Schmidt die favorisierten Bremer mit einer mutigen Herangehensweise. Und auch für das Rückspiel hat sich der Langzeit-Coach wieder etwas einfallen lassen. "Ich habe mich aufs Fahrrad gesetzt, dann bin ich durch den Wald gefahren. Danach war der Kopf frei, eine Idee war geboren", sagte der 46-Jährige. "So einfach kann man sich erholen und einen neuen Matchplan erstellen."

Wie genau er das Spiel angehen will, verriet er noch nicht. In puncto Einsatz und Mentalität dürfe seine Mannschaft aber keinen Millimeter nachlassen. "Nur mal zu spielen und zu versuchen, sein Bestes zu geben, wird nicht reichen. Wir müssen in allen Bereichen widerstandsfähig sein", forderte Schmidt. 

dpa

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