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Notbremse: Sport für Kinder in Fünfergruppen möglich

Auch bei Inzidenz größer 100 ist Training im Freien erlaubt - 22.04.2021 16:25 Uhr

Endlich wieder Spaß auf dem Sportplatz: Schon bald dürfen Kinder bis 14 Jahren zumindest mit ein paar Freunden trainieren.
 

22.04.2021 © Hans-Joachim Winckler, NN


Wer in den letzten Wochen durch die Straßen ging, hörte sie von überall. Aus jedem Park, von jedem Bolzplatz, von jedem Fleckchen Grün. Kinderstimmen vermischten sich mit Vogelgezwitscher zum Klang des Frühlings, es war eine angenehme Mixtur, eine, die sich fast ein bisschen anfühlte wie früher. Wie aus dieser Zeit, von der ständig die Rede ist: vor Corona.

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Damals, als das Leben noch unbeschwert war, heißt es dann, als man beim Anblick tobender Kindergruppen nicht an Viren oder Abstandsregeln dachte. Doch der Sport im Freien war und ist für Kinder und Jugendliche seit vielen Monaten die einzige Möglichkeit, sich überhaupt zu bewegen. Ihre Freunde aus der Fußball- oder Hockeymannschaft dürfen sie vielleicht in der Schule sehen, gemeinsam gespielt, gelitten und gejubelt haben sie aber schon lange nicht mehr.

Gravierende Folgen

Die Folgen dieses Entzugs sind gravierend. Viele Trainer waren schon nach dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr erschüttert, wie sehr sich die motorischen Fähigkeiten vieler Kinder innerhalb kurzer Zeit verschlechtert hatten. Die Probleme haben sich vor allem seit November 2020 nochmal verschlechtert. Aufgrund des Bewegungsmangels steigt das Übergewicht, auch psychische Erkrankungen nehmen laut diverser Studien zu.

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Mit den ersten Lockerungsversuchen im März war für Kinder und Jugendliche Training in Gruppen bis zu 20 Personen möglich - doch die Freude darüber währte nur kurz, für ein, zwei Einheiten. Seitdem gilt in Bayern für alle Menschen, unabhängig vom Alter: Training nur alleine oder in Zweiergruppen. Manche Vereine haben kreativ darauf reagiert, nicht alles ist aber auch für alle Altersgruppen geeignet..

Petition des Post SV

Der Unmut unter Eltern und Vereinsverantwortlichen wurde immer größer, weil sie sahen, wie die Kinder unter dem Sportverbot litten. Im Februar hatte der Post SV Nürnberg als größter Breitensportverein Bayerns eine Petition gestartet, mit der sie "die sofortige Wiederaufnahme des Sport- und Trainingsbetriebes im Freien in den Vereinen, vor allem für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren“ erreichen wollten. Knapp 25.000 Menschen aus Bayern unterschrieben, inzwischen ist die Petition beim Landtag eingereicht.

Geändert hat sich bislang aber nichts. Bis jetzt. Mit der vieldiskutierten "Bundes-Notbremse" gibt es eine Perspektive für die Jüngsten. „Für Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres ist die Ausübung von Sport ferner zulässig in Form von kontaktloser Ausübung im Freien in Gruppen von höchstens fünf Kindern“ heißt es im Paragraph 28b Nr. 3 des Infektionsschutzgesetzes. Die Regelung gilt ausdrücklich auch, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz in Städten und Kreisen größer 100 ist.


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"Das ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung", sagt der Nürnberger Jörg Ammon, der den Bayerischen Landessportverband (BLSV) als Präsident führt und die Interessen von 12.000 Vereinen vertritt. "Diese Trainingsmöglichkeit für Kinder und Jugendliche war für uns besonders wichtig", so Ammon, der betont, man dürfe dennoch "die Pandemie nicht unterschätzen".

Ob die Regelung in Bayern auch so gelten wird, ist allerdings noch nicht sicher. Das Kabinett könnte auch an den bislang geltenden, strengeren Maßnahmen festhalten, Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) deutete dies bereits diese Woche an. „Die Notbremse ist sozusagen die Untergrenze“, betonte er.

An der frischen Luft, das haben zuletzt Experten nochmals betont, ist das Ansteckungsrisiko jedoch sehr gering, "wir sehen die Gefahren in Umkleidekabinen, Toiletten oder bei der Anfahrt im Auto oder Bus", sagte Christof Asbach, Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung. "Sie lauern nicht auf dem Sportplatz."

Dieser Artikel wurde um 16:25 aktualisiert.

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