Nürnberger Ringer: Kein Sieg zum Johanniser Jubiläum

12.12.2016, 14:34 Uhr
Am Schluss konnten sie doch noch strahlen, trotz der Niederlage: Die Johanniser Staffel, eingerahmt von Pasquale Passarelli und dem Grizzly.

© Foto: Roland Fengler Am Schluss konnten sie doch noch strahlen, trotz der Niederlage: Die Johanniser Staffel, eingerahmt von Pasquale Passarelli und dem Grizzly.

"Er war da sicher schon über 40, hatte gar keine Sportsachen dabei. Aber er wollte sich ein bisschen bewegen und hat gefragt, ob wir ein Trikot für ihn haben und einen Gegner. Er bekam einen unserer Besten, der damals super drauf war. Aber innerhalb kürzester Zeit hat ihn der Pasque nach allen Regeln der Kunst durchgeschüttelt."

Vaneks Augen funkeln, als er das erzählt. Er steht da mit Krücken, denn gerade hat er sich bei der 12:16-Niederlage im Zweitligakampf gegen den Tabellenzweiten SV Siegfried Hallbergmoos eine Fußverletzung zugezogen, eine Röntgenaufnahme heute soll Klarheit bringen. Seinen Respekt über Passarelli will er trotzdem loswerden. Der "Pasque", das Johanniser Idol, war gekommen am Samstag, weil sie in Nürnberg ein Jubiläum feiern – 35 Jahre gehört Johannis 07 nun schon ununterbrochen der ersten oder zweiten Liga an. Der Name Passarelli hat auch viele Fans angelockt, die Arena ist mit an die 450 Besuchern seit längerem mal wieder richtig gut gefüllt, schon an den Autos draußen hat man das gesehen.

Passarelli erlebt dann eine Niederlage der Johanniser, "seiner" Johanniser, die sich jetzt Grizzlys nennen, aber auf das 12:16 dürfen die Schützlinge des jungen Trainers Christoph Pscherer trotzdem stolz sein. „Wir haben schon sehr viel Pech mit Neuverpflichtungen und Verletzungen in dieser Saison gehabt“, wird der erste Vorsitzende Dino Noth später sagen. Dass es nicht mit dem Visum für den aktuellen Olympiazweiten Zhan
Beleniuk geklappt hat, warum auch immer, war besonders bitter.

Der Kampf war noch einmal ein Spiegelbild der Saison. Wieder konnten die "07er" nicht aus dem Vollen schöpfen, denn kurz vor Wochenende hatten sich gleich drei Athleten krankgemeldet: Felix Polianidis, sein Ersatz Tobias Nendel und Sven Dürmeier.

Trotzdem schafften es die Gastgeber, fünf der zehn Duelle – durch Stoyan Iliev, Milan Blagoev, Alexandru Biciu, Michael Lutz und Tim Stadelmann nach beeindruckenden Leistungen – für sich zu entscheiden. Doch im Schwergewicht waren sie unbesetzt. Und Pscherer, der wieder einsprang, war nach seinem Sehnenanriss in der Schulter noch nicht fit und schenkte ab. Neben Vanek, der trotz Schmerzen bis zum Ende durchhielt, verletzte sich auch noch Blagoev nach einem unerlaubten Armangriff seines Gegners, stark gehandicapt drehte er aber ein 0:5 noch in ein umjubeltes 8:5 um. "Das hat der Kampfrichter nicht gesehen, wie auch eine Tätlichkeit gegen Vanek. Auch Lutz hätte mehr Punkte bekommen müssen. Deshalb bin ich zwar mit der Mannschaft, nicht aber mit dem Ergebnis zufrieden", sagte ein sichtlich enttäuschter Sportlicher Leiter Mario Besold. "Leider konnte ich in dieser Saison nie hundertprozentig aufstellen", ergänzte Pscherer.

In der Klasse bis 57 kg wurde erstmals Adrian Barnowski eingesetzt, nachdem der 14-Jährige nun das geforderte Mindestgewicht von 52 Kilo erreicht hat, und trotz seiner vorzeitigen Niederlage machte er seine Sache gut. Einen 2:0-Vorsprung konnte Nico Sausenthaler nicht halten und verlor noch 2:5. Nach dem Kampf feierten sie trotzdem in der Halle, und Passarelli musste noch viel erzählen und Autogramme schreiben.

Kampfverlauf, bis 57 kg, gr.-rö.: Winter (H) 15:0-TüPS nach 3:17 über Barnowski (J) – Stand: 0:4; bis 130 kg, Fr.: Csercsics (H) kampflos Sieger, da Johannis unbesetzt – 0:8; bis 61 kg, Fr.: Iliev (J) 16:0-TüPS nach 3:53 über Kilic (H) – 4:8; bis 98 kg, gr.-rö.: Xenidis (H) 11:4-PS über Vanek (J) – 4:10; bis 66 kg A, gr.-rö.: Biciu (J) kampflos Sieger, da Berger (H) zu schwer – 8:10; bis 86 kg B, Fr.: M. Blagoev (J) 8:5-PS über Aydin (H) – 10:10; bis 66 kg B, Fr.: Kopp (H) 5:2-PS über Sausenthaler (J) – 10:12; bis 86 kg A, gr.-rö.: Adomaitis (H) SS nach 0:08 über Pscherer (J) – 10:16; bis 75 kg A, gr.-rö.: Lutz (J) 3:1-PS über Prill (H) – 11:16; bis 75 kg B, Fr.: Tim Stadelmann (J) 2:1-PS über Walter (H) – Endstand: 12:16 / Kampfrichter: Richter (AC Taucha) / Zuschauer: 450.

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