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Ole Rahmel: "HCE kann der Favoritenschreck sein"

Der Ex-Erlanger ist inzwischen für den kommenden Gegner THW Kiel aktiv - 03.05.2019 10:08 Uhr

Nur nicht stolpern: Beim HC Erlangen war Ole Rahmel ein gefeierter Star. Beim THW Kiel blieb dem Rechtsaußen bislang nur eine Ersatzrolle. © Sportfoto Zink / OGo


Herr Rahmel, der HC Erlangen hat in der Arena bereits gegen die Rhein-Neckar Löwen und Magdeburg gepunktet. Meister Flensburg gewann mit nur einem Tor Unterschied. Fährt der THW ungern zum HCE?

Ole Rahmel: Nein. Wir nehmen jeden Gegner gleich ernst, haben vor jedem Respekt – aber keine Angst. Für unsere Mannschaft wird es ein gewöhnliches Auswärtsspiel, für mich natürlich etwas Besonderes.

Für den HCE wird es alles andere als ein gewöhnliches Spiel: Es wurden so viele Karten verkauft wie nie zuvor. Torwart Nikolas Katsigiannis hofft auf "wahnsinnige Franken im Rücken, die uns zur Sensation tragen". Werden Sie da kein bisschen nervös?

Rahmel: Volle Hallen sind ehrlich gesagt eine Art Normalität für uns geworden. Für den HCE freut es mich, dass die Arena voll ist und natürlich wird das Publikum ein Faktor werden. Aber nervös macht mich das nicht, es wird nichts Ungewöhnliches.

HC Erlangen kann Favoritenschreck sein

Sensationen sind dem HCE in der Vergangenheit öfter gelungen – warum aber noch nie gegen Rekordmeister THW Kiel?

Rahmel: Das weiß ich nicht. Es gab ja verschiedene Trainer, die es probiert haben, auch hat die Mannschaft sich immer wieder verändert. Erlangen hat bewiesen, dass es Favoritenschreck sein kann. Ich denke: Das Team kann untergehen, aber auch auftrumpfen. Es ist am Ende also eine Frage der Tagesform.

Sie sprachen von einem besonderen Spiel für Sie persönlich. Welches Gefühl werden Sie am Samstagabend haben?

Rahmel: Pure Vorfreude. Es gibt ja immer noch sechs Spieler, mit denen ich lange Zeit zusammen in Erlangen Handball gespielt habe. Dann wohnt meine Freundin in Erlangen. Und auch sonst habe ich Freunde und Bekannte in der Stadt – ich freue mich darauf, sie alle wiederzusehen.

Spielt Rahmel gegen den HCE?

Auch wenn Sie am Ende vielleicht gar nicht spielen? Sie erhalten wenig Einsatzzeit hinter Niclas Ekberg – hilft es da, dass der Konkurrent immerhin einer der besten Rechtsaußen der Welt ist?

Rahmel: Es gibt wenig Leute, die auf Niclas’ Niveau agieren. Natürlich würde ich gern mehr spielen, aber Handball ist ein Teamsport. Ich kann dem Trainer nichts vorwerfen, weil Niclas nun mal kaum Fehler macht. Der THW Kiel ist keine Sozialeinrichtung, in der jeder gleich viel Spaß haben muss, sondern einer der besten Klubs der Welt, bei dem allein Leistung entscheidend ist.

So einfach ist das?

Rahmel: Okay, mit Anfang 20 hätte ich die Situation nur schwierig verdauen können. Da hätte ich sicher auch nicht noch mal meinen Vertrag verlängert. Mittlerweile lasse ich mich nicht mehr frustrieren. Im Gegenteil: Ich fühle mich sehr wohl in Kiel und habe meine Rolle angenommen.

Wie motiviert man sich in dieser undankbaren Ersatzrolle?

Rahmel: Ich spiele mein elftes Jahr Bundesliga und ja auch nicht ohne Grund beim THW Kiel. Ich weiß, was ich kann. Mir gelingt es dank mentaler Stärke gut, da zu sein, wenn ich gebraucht werde. Ansonsten trage ich eine innere Ruhe in mir.

Rahmel: Bin stolz Teil des THW zu sein

In Erlangen waren Sie ein Star, kein Trikot wurde häufiger verkauft wie das von Ole Rahmel. Haben Sie den Schritt nach Kiel wirklich nie bereut?

Rahmel: Nein. Ich erlebe hier tolle Dinge wie den Europapokal, das neue Trainingszentrum, zuletzt den Pokalsieg. Kiel hat eine geile Heimspielatmosphäre, auswärts immer ausverkaufte Hallen. Ich bin jeden Tag stolz drauf, Teil des THW zu sein.

. . . den eine Routineaufgabe am Samstagabend in der Arena erwartet?

Rahmel: Alles andere als das: Erlangen hat extrem viel Rückenwind, Leichtigkeit und Sicherheit entwickelt. Das macht sie stark und für uns gefährlich. Es kann passieren, dass es bis zum Schluss eine enge Partie bleibt. 

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