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Olympia 2030 auch in Nürnberg? Arena von Idee überrascht

Vorstoß war weder angekündigt noch abgestimmt - 19.11.2019 14:08 Uhr

Packendes Eishockey und tolle Stimmung, das wird es in der Arena auch ohne Olympia 3020 weiterhin geben: Schließlich tragen die Thomas Sabo Ice Tigers hier ihre Heimspiele aus. © Sportfoto Zink / ThHa


Schnapsidee oder genialer Schachzug? Mit ihrer Vision von Olympischen Winterspielen 2030 in Thüringen, Sachsen und Bayern haben zwei Privatpersonen Verbände und Politik in Aufregung versetzt und ihnen Arbeit aufgehalst. Immerhin: Man redet darüber. Die Verbände sowie den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hat das Duo kalt erwischt. Entsprechend angefressen waren teilweise die Reaktionen.

"Dieser Vorstoß ist weder mit den Wintersportverbänden noch mit dem DOSB abgestimmt. Ich höre davon zum ersten Mal. Es kann nicht sein, dass sich jeder, wie er will, für Olympia bewirbt", sagte Thomas Schwab, Vorstandsvorsitzender des Bob- und Schlittenverbands Deutschland (BSD). Initiator Mike Helios sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag: "Die Idee stammt aus dem Jubiläum 30 Jahre Mauerfall. Wir wollen die ländliche Struktur stärken, das "abgehängt sein" aus den Köpfen bekommen und ein Zeichen gegen baulichen Gigantismus setzen".

Schräge Geschäftsideen haben hier Tradition

Helios ist Sprecher der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden und hat die Vision zusammen mit dem Publizisten Hannes Hofmann entwickelt. Die Bank in Thüringen ist für ungewöhnliche Geschäftsideen bekannt. So betätigt sich das Geldhaus seit längerem im Fußball, vergibt Kredite an Vereine. Im Dezember 2018 war Stefan Effenberg als Leiter des "Firmenkunden-Kompetenz-Teams Fußball" verpflichtet worden. DOSB-Präsident Hörmann will das Konzept zumindest prüfen. Allerdings mahnte der erfahrene Funktionär: "Doch der Weg zu einer erfolgreichen Olympia-Bewerbung führt in eine völlig andere Dimension der Anforderungen." Zumal neben Sportstätten diverse infrastrukturelle Voraussetzungen wie Hotelkapazitäten geschaffen werden müssen.

Der überraschende Vorstoß der zwei Privatleute für die Austragung Olympischer Winterspiele 2030 ist auch mit den zwei möglichen Veranstaltungsorten in Bayern nicht abgestimmt worden. In ihrem Plan sind Garmisch-Partenkirchen als Austragungsort für Ski-alpin-Rennen und Nürnberg als Spielort für Eishockey vorgesehen. "Das ist doch lächerlich", sagte Vorstand Peter Fischer vom SC Garmisch, der für die Weltcupstrecken im Olympia-Ort von 1936 zuständig ist.

Der Verein habe um kurz nach Mitternacht und damit etwa zeitgleich mit der Veröffentlichung im Internet eine Email von Initiator Mike Helios erhalten. "Das ist doch aus der Hüfte geschossen. Mit uns hat keiner Rücksprache gehalten", berichtete Fischer der Deutschen Presse-Agentur und erinnerte daran, dass der Weg für eine Bewerbung über den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gehen müsse. Auch die Verantwortlichen der Nürnberger Mehrzweckarena, in der laut Plan neben Berlin, Leipzig, Köln, Mannheim, Hannover und Düsseldorf Eishockey-Partien stattfinden sollen, wurden von den zwei Initiatoren nicht kontaktiert, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte.

dpa

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