Palacios: Ein gelernter Knipser glänzt als Vorbereiter

23.2.2018, 06:00 Uhr
Mit vier Torvorlagen in vier Spielen hat sich Winterzugang Federico Palacios beim Club auf Anhieb etabliert.

Mit vier Torvorlagen in vier Spielen hat sich Winterzugang Federico Palacios beim Club auf Anhieb etabliert. © Sportfoto Zink / WoZi

Als der 1. FC Nürnberg im Januar die Verpflichtung eines gewissen Federico Palacios Martínez vermeldete, überwog im Umfeld doch dezente Skepsis. Zwar hatte der Deutsch-Spanier einst in der Jugend des VfL Wolfsburg eine imponierende Torquote aufzuweisen, beim Bundesligisten RB Leipzig aber durfte das hochgelobte Talent dann meist nur noch in der U23 mitmachen. Und so einer sollte dem Club weiterhelfen?

Zumindest Trainer Michael Köllner war von Beginn an überzeugt, dass dieser kleine, quirlige Angreifer seiner Mannschaft bald guttun würde. Eine "fußballerisch sehr hohe Qualität" attestierte der Coach seinem erklärten "Wunschkandidaten", zudem könne Palacios "relativ schnell in unser Kombinationsspiel eingebunden werden". Nach mittlerweile vier Einsätzen lässt sich erahnen, dass Köllner mit seiner Expertise wohl nicht so ganz falsch lag. Trotz fehlender Spielpraxis hat sich Palacios überraschend schnell akklimatisiert, schon vier Tore vorbereitet und dabei ein mitunter bemerkenswertes Auge bewiesen - etwa mit dem präzisen Zuspiel vor Kevin Möhwalds Traumtor gegen Aue oder auch beim klugen Pass auf Hanno Behrens zum 2:0 gegen Duisburg.

Palacios selbst scheint am meisten überrascht zu sein, wie reibungslos es für ihn beim neuen Arbeitgeber auf Anhieb lief. "Ich hatte keine großen Erwartungen und mir auch eigentlich gar nicht so viele Gedanken gemacht, was mich hier erwartet", gesteht der gebürtige Hannoveraner, der sich in Nürnberg zusammen mit Freundin Verena und dem Familienhund gut eingelebt hat, "wir fühlen uns sehr wohl hier".

"Natürlich würde ich nicht nein sagen" 

Dass er schon im zweiten Spiel bei Union Berlin den Sprung in die Startelf schaffen würde, "damit hätte ich nie gerechnet. Aber mit meinen Vorlagen konnte ich ja auch schon ein bisschen zurückgeben", sagt Palacios. Nur auf sein erstes Tor muss der 22-jährige Offensivallrounder, der nach dem Ausfall von Mikael Ishak in die Sturmspitze rückte, obwohl er einen ganz anderen Spielertypen verkörpert, bislang noch warten.

"Natürlich würde ich nicht nein sagen, wenn ich mal treffen sollte, aber ich mache mir da keinen Druck", sagt Palacios. Zumal sein Trainer ja schon im Januar schwärmte, der Neue aus Leipzig habe "eine echte Torgarantie eingebaut". Und wer würde mittlerweile schon an Köllners Urteil zu zweifeln wagen...

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