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Palikuca über Club-Neuzugänge: "Wir sind handlungsfähig"

Nürnbergs Sportvorstand im Interview mit NZ-Sportredakteur Uli Digmayer - 20.01.2020 05:54 Uhr

Sucht weiter nach Verstärkungen für den Club: Sportvorstand Robert Palikuca. © Sportfoto Zink / DaMa


Mit Konstantinos Mavropanos und Philip Heise hat der Club zwei Spieler aus England geholt. Ist das nur Zufall oder doch eher ein Verdienst des neuen Scouts Kevin Cruickshank, der auf diesen Markt spezialisiert ist? "Kevin kennt sich auch in anderen Ländern sehr gut aus, aber er hat ein Super-Netzwerk in Richtung England. Natürlich verfolgt er dort die erste, zweite und dritte Liga sowie die Reserve-Ligen und weiß immer, was los ist. Er ist auch häufig auf der Insel und sieht sich Spiele an. Wir hatten also sehr gute Informationen, das war schon hilfreich", erklärt Nürnbergs Sportvorstand, der auf der Insel womöglich noch Ausschau nach einem neuem Sechser halten lässt. "Ich glaube, auf der Insel gibt es eine Menge Sechser. Wir haben uns von vorneherein nicht auf eine Position festgelegt, sondern generell defensivstarke Spieler dazugenommen. Wir sind der Überzeugung, dass unsere Neuzugänge den internen Konkurrenzkampf anheizen und uns besser machen."

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Gut möglich, dass es nicht bei zwei Winterzugängen bleibt. Das Budget gibt durchaus noch etwas her für den Zweitligisten. Palikuca: "Wir sind handlungsfähig. Es ist momentan im Hintergrund viel Bewegung in unserem Kader, es gibt Spieler beziehungsweise Berater, die sich mit Anfragen beschäftigen und die eine oder andere an mich herantragen. Es gab auch konkrete Angebote von Vereinen für Spieler, die wir gar nicht abgeben wollen. Da muss man jetzt bis Ende Januar schauen, was sich noch tut."

Vertragsgespräche laufen

Bislang hat mit Alexander Fuchs lediglich ein Reservist den Verein in dieser Wechselperiode verlassen. Am Saisonende laufen einige Verträge aus, etwa von Patrick Erras, Enrico Valentini, Sebastian Kerk oder Mikael Ishak. Noch zeichnen sich keine Tendenzen ab. "Es gab schon einige Gespräche. Wir werden versuchen, mit dem einen oder anderen wegen einer weiteren Zusammenarbeit zusammenzukommen", sagte Palikuca, der noch im Sommer für seine Transfers durchaus mit Lob bedacht wurde. Spieler wie Dovedan, Geis, Hack, Sörensen oder Medeiros haben unbestritten ihre Qualitäten.

Nur als Kollektiv funktionierten sie nicht: "Man denkt sich bei seinen Verpflichtungen natürlich immer was. Es gibt aber eben keine Garantie, dass jemand sofort einschlägt oder funktioniert. Wir hatten einen starken Umbruch. Und wir hatten Spieler, die abgestiegen sind. Ein Abstieg macht etwas mit einem Menschen. Und wir hatten ein neues Trainerteam. Es braucht seine Zeit, bis sich alles zusammenfindet", erklärt Palikuca, der sich anfangs noch auf einem guten Weg wähnte: "Wir sind im ersten Saisonviertel ja immer besser auf den Weg gekommen, hatten eine Phase von sieben Spielen ohne Niederlage, wo wir sogar noch unglücklich Punkte liegengelassen haben. Dann geraten wir in einen Negativstrudel. Die Erlebnisse, die eine Mannschaft zusammenschweißen, sind ausgeblieben. Dann kamen auch schlechte Spiele, die wir deutlich verloren haben. Da ist unglaublich viel zusammengekommen."


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Mit dem Druck, der in dieser Phase auf ihm lastete, konnte er als Ex-Profi aber gut umgehen. "Wenn man im Fußball eine Führungsposition innehat und bei einem Verein wie dem 1. FCN arbeitet, hat man diesen Druck vom ersten Tag an. Aber ich zerbreche nicht daran. Es motiviert mich eher, ich sehe es als Herausforderung." Geht jedoch auch die Restrunde in die Hose, droht der Abstieg in die dritte Liga. Ein Szenario, das dann nicht mehr ganz überraschend käme: "Ja, man muss da hinschauen, darf aber auch nicht daran kaputtgehen. Es gibt kaufmännische Szenarien, mit denen Niels Rossow und ich uns natürlich beschäftigen müssen, auch im Vertragswesen."

Doch so weit wird es nicht kommen. Beim Trainingsauftakt vor zwei Wochen zitierte Palikuca ein kroatisches Sprichwort: "Der Ball vergisst nicht." Ein Satz, der dem Sportvorstand für die verbleibenden 16 Punktspiele Hoffnung macht: "Jetzt nur auf Glück zu setzen, wäre fahrlässig. Ich habe in den ganzen Jahren schon die Erfahrung gemacht, dass der Ball wirklich nicht vergisst und sich viele Sachen ausgleichen. Aber eine Situation wie diese zu lösen, geht nur über harte Arbeit. Und ich glaube schon, dass wir hier gerade sehr hart arbeiten."

Das komplette Interview mit Robert Palikuca lesen Sie in der Montagsausgabe der Nürnberger Zeitung.

Uli Digmayer

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