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Pinola droht eine längere Sperre

Argentinier reagierte nach seinem Platzverweis sehr emotional - 02.09.2013 10:00 Uhr

Ungehalten: Javier Pinola konnte sich seine Kommentare in Richtung von Michael Weiner nicht verkneifen. © Zink


Die Szene war der große Aufreger am Samstag: Pinola, bereits gelbverwarnt, geht an der Mittelinie in einen Zweikampf mit FCA-Kapitän Paul Verhaegh, kommt etwas zu spät und trifft seinen Widersacher am Fuß. Schiedsrichter Weiner entscheidet auf Foul, damit war sogar Pinola einverstanden, wie er am Sonntagabend in der Fernsehsendung Blickpunkt Sport bekannte: "Ok, der Schiri darf pfeifen. Das war kein großes Foul. Wenn ich ihn überhaupt berühre, dann nur ganz leicht. Aber das ist keine gelbe Karte." Michael Weiner hat das im Übrigen ganz genau so gesehen, wollte es nach eigenem Ermessen eigentlich beim Freistoßpfiff belassen. Allerdings klärte ihn die vierte Offizielle, Bibiana Steinhaus, die das Geschehen aus nächster Nähe beobachtet hatte, darüber auf, das Foul sei eben doch gelbwürdig gewesen.

Pinola flog mit Gelb-Rot vom Platz und machte seinem Unmut über die harte Entscheidung laut Luft. Für Michael Weiner Grund genug, einen Sonderbericht anzufertigen und an den DFB weiterzuleiten. Damit bekommt Pinola wohl eine härtere Strafe, als die bei Gelb-Rot obligatorische Sperre von einem Spiel. Somit würde er nicht nur das Braunschweig-Spiel am 15. September, sondern eventuell auch mindestens noch den Heimauftritt gegen Borussia Dortmund eine Woche später verpassen.

Kaum zu glauben: Heißsporn Pinola hat am Samstag tatsächlich den ersten Platzverweis in acht Jahren FCN bekommen. Am Tag danach klagt er das Verhalten des gefoulten Paul Verhaegh an: "Ich glaube, ich habe nichts Schlimmes gemacht. Ich wollte einfach den Pass verhindern. Aber was mich stört, ist dass der Kapitän von Augsburg sich so gerollt hat und so geschrien hat. Das braucht er nicht zu tun."

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Auf Kriegsfuß mit den Unparteiischen

Überhaupt steht der Club derzeit auf Kriegsfuß mit den Schiedsrichtern. Michael Wiesinger beschwerte sich nach der Partie vor laufenden Kameras darüber, dass ein ähnlich gearteter Fall im Heimspiel gegen Hertha BSC ganz anders gehandhabt wurde. Damals hatte Alexander Baumjohann Javier Pinola direkt vor den Augen des vierten Offiziellen (Thorsten Schiffner) geohrfeigt, der Mann zwischen den Trainerbänken sah aber keinen Grund, einzugreifen.

Auch Daniel Ginczek sah sich gegen Augsburg ungerecht behandelt. Jan-Ingwer Callsen-Bracker hatte den Club-Angreifer (wohl unabsichtlich) mit den Stollen im Gesicht getroffen, Ginczek musste seine klaffende Wunde außerhalb des Platzes behandeln lassen. Callsen-Bracker sah für das umittelbar zuvor begangene taktische Foul nicht - wie vorgeschrieben - die Gelbe Karte. Als Ginczek sich nach einem weiteren an ihm begangenen und nicht geahndeten taktischen Foul bei Weiner beklagte, wurde er prompt selbst verwarnt. Die Szene erinnerte an den Tritt von Bayern-Stürmer Mario Mandzukic letzte Woche gegen Berkay Dabanli. Der Kroate war dem Club-Verteidiger (wohl absichtlich) auf den Oberschenkel getreten, kam aber mit Gelb davon.

Bei aller Schiedsrichterschelte will Pinola indes nicht von den sportlichen Problemen ablenken. "Unsere Leistung war nicht gut. Vor allem in den ersten 25 Minuten haben wir sehr schlecht gespielt. Was uns stark macht, ist wenn wir als Truppe laufen und kämpfen. In den ersten drei Spielen haben wir das gemacht, am Samstag nicht." Bange wird dem Argentinier angesichts der aktuellen Krise noch nicht: "Wenn ich mir unseren Kader so anschaue, mache ich mir keine Sorgen. Nur wenn wir nicht als Mannschaft spielen, wird es schwer. Aber ich habe ein gutes Gefühl, dass wir das schaffen können."

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psz

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