Rollentausch am Ronhof: Burchert winkt das Kleeblatt-Tor

11.10.2017, 15:50 Uhr
Balazs Megyeri scheint in der Fürther Kiste nicht mehr die Nase vorn zu haben. Sascha Burchert scheint derweil für den Job gerüstet.

Balazs Megyeri scheint in der Fürther Kiste nicht mehr die Nase vorn zu haben. Sascha Burchert scheint derweil für den Job gerüstet. © Sportfoto Zink / WoZi

Es ist so etwas wie eine Palastrevolution am Laubenweg. Balázs Megyeri, der bislang den Status als Nummer eins für sich beanspruchen konnte, wird sich nach der Rückkehr von der Länderspielwoche mit der Auswahl Ungarns wohl nurmehr in der zweiten Reihe wiederfinden. Die Gründe für den Rollentausch sind naheliegend. Weil sich aber mit der bevorstehenden Wachablösung im Tor doch einige interne Ungereimtheiten offenbaren, ist es nicht nur eine reine Personalentscheidung.

Keine schlüssige Wahl

Schon das Votum des längst entlassenen Trainers Janos Radoki, den Ungarn zum Kapitän zu ernennen, war nicht unumstritten. Richard Magyar galt als erster Kandidat für diesen Posten, verletzte sich aber gleich in der ersten Trainingswoche und stand daher monatelang nicht zur Verfügung. Megyeris Wahl zum Sprachrohr der Mannschaft war also beileibe nicht schlüssig.

Den Präsidenten wusste er aber immer hinter sich. Helmut Hack hielt oder hält auch sportlich große Stücke auf den international erfahrenen Ungarn. Daneben aber galt der 27-Jährige schon bei seiner Verpflichtung als eine Art Spekulationsobjekt. Mit guten Leistungen sollte er sich empfehlen und dann möglichst gewinnbringend weiterverkauft werden. Angebote soll es im Sommer auch gegeben haben. Doch nach Spanien wollte der Familienvater nicht zurück, die anderen Offerten schienen der Fürther Führungsetage nicht lukrativ genug.

Engagiertes Anstellen

Just in dieser Gemengelage aber hatte Sascha Burchert seinen Kontrakt beim Kleeblatt vorzeitig verlängert. In der Hoffnung, und womöglich mit der Zusicherung, nach Megyeris designiertem Abschied zur Nummer eins aufzusteigen. Doch es kam bekanntlich anders: Megyeri blieb, und Burchert musste sich auch in seiner zweiten Saison in Fürth hinten anstellen. Wie sehr ihm das gefiel, war seiner Mimik tagtäglich zu entnehmen.

An Engagement im Training mangelte es dem gebürtigen Berliner aber nie. Nicht umsonst hatte ihn Radoki zum Co-Kapitän hinter Megyeri bestimmt. Ebenfalls eine heikle Einordnung. Nun aber ist die Talfahrt in dieser Saison auch untrennbar mit Megyeri verbunden, der vom Rückhalt zum latenten Sicherheitsrisiko wurde. Leistete er sich in der Vorsaison kaum einen Patzer, lieferte er in dieser Spielzeit kaum ein gutes Spiel ab. Zum Auftakt führte sein Patzer zur 0:1-Niederlage in Darmstadt, zuletzt leitete ein dicker Klops die Niederlage im Kellerduell in Kaiserslautern ein.

".... dann treffen wir eine Entscheidung"

Wenn er am Mittwoch zum Team stößt, wird ein Gespräch mit Trainer Damir Buric unter Männern unausweichlich sein. Bis dahin aber hält sich der Kroate noch zurück. "Wir setzen uns zusammen und analysieren, was passiert ist. Erst dann treffen wir eine Entscheidung", meinte Buric.

3 Kommentare