Rot, Schwartz, FCN: Das sagt der neue Club-Coach

28.7.2016, 09:10 Uhr
Alois Schwartz ist erst seit Ende Juni im Amt, hat beim Club aber schon eine erstaunlich große Fan-Gemeinde.

Alois Schwartz ist erst seit Ende Juni im Amt, hat beim Club aber schon eine erstaunlich große Fan-Gemeinde. © Sportfoto Zink / WoZi

Alois Schwartz über seinen kostenpflichtige Transfer nach Nürnberg:

"Das Geschäft hat sich ein bisschen geändert, die Zeiten haben sich geändert. Es ist verrückt, was dieses Jahr auf dem Trainermarkt los war. Darüber, dass ein Klub bereit sein könnte, mich aus meinem Vertrag in Sandhausen herauszukaufen, hab’ ich nie wirklich nachgedacht. Ich wollte für mich den nächsten Schritt machen. Dass gleich so ein geiler Verein kommt, ehrt mich umso mehr."

Anspruch und Wirklichkeit

… über die Erwartungshaltung “Aufstieg“ und die Voraussetzungen dafür:

"In Nürnberg hat man natürlich einen ganz anderen Anspruch als beim SVS. Der 1. FC Nürnberg gehört in die Bundesliga, natürlich. Der Ist-Zustand ist aber eben ein anderer. Man darf nicht in der Vergangenheit schwelgen, was alles schon mal war, wie gut man war. Die Voraussetzungen sind noch nicht optimal - also müssen wir Schritte einleiten, damit es wieder besser wird. Unser neuer Hauptsponsor zum Beispiel ist ein großer Schritt, um eines Tages wieder an bessere Zeiten anknüpfen zu können."

… über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Weiler- und Schwartz-Fußball:

"Die Unterschiede sind gar nicht so groß. Schauen wir doch mal zurück: Der 1. FC Nürnberg ist im Sommer eigentlich schlecht gestartet. Irgendwann hat René Weiler eine Formation gefunden, mit der er bis zum Schluss durchziehen konnte. Aber, und das sage ich, ohne das Geleistete schmälern zu wollen: Hurra-Fußball hat der Club nicht gespielt. Der Club hat viele gute Ergebnisse geliefert, das schon, war oft auf zweite Bälle aus. Hoch auf Niclas Füllkrug, der verlängern sollte. Das war äußerst effektiv.

Das Resultat ist immer das Wichtigste, die A-Note sozusagen. Die B-Note ist eine Zugabe. Es wäre natürlich schön, wenn wir erfolgreichen und attraktiven Fußball zeigen könnten.

... über hochgesteckte Ziele und essenzielle Anforderungen:

Ich habe nie vom Aufstieg gesprochen. Der Verein hat transparent aufgezeigt, dass die Saison schwierig wird, und man hat auch transparent aufgezeigt, dass die Mittel gerade nicht mehr so da sind, wie sie es mal waren. Überlegen Sie mal: Niclas Füllkrug, Alessandro Schöpf, Danny Blum und Sebastian Kerk haben zusammen 28 Tore geschossen.

Die muss man erst mal ersetzen. Nicht nur mit Edgar Salli, der sich auch erst akklimatisieren muss. Wichtig wird sein, dass wir eine Mannschaft auf den Platz kriegen, die Leidenschaft zeigt, die kämpft, die arbeitet. Dass das von den Zuschauern auch so angenommen wird. Wenn sich dann auch noch Erfolge einstellen, wäre es natürlich umso schöner.

"Ich glaube nicht, dass ich mir Respekt erarbeiten muss"

... über seinen Status an Respektsperson und eine spezielles Training:

Ich glaube nicht, dass ich mir Respekt erarbeiten muss. Das Zirkeltraining nach dem 1:1 gegen Chemnitz hatte ich auf dem Plan. Es war keine Strafe. Und sollte auch nicht dazu dienen, mir Respekt zu verschaffen. So lange niemand über die Stränge schlägt, sehe ich keine Veranlassung für irgendwelche disziplinarische Maßnahmen. Die Gemeinschaft zählt.

"Hier bin ich: unser Trainer"

… über seinen Bekanntheitsgrad, Lokalpatriotismus und die Liebe zum Club:

Ich habe das Gefühl, mich kennt jeder, wahrscheinlich ist es auch schon so. Was mich wirklich freut, was ich positiv empfinde. In Sandhausen war ich der Trainer. Hier bin ich: unser Trainer.

Der Lokalpatriotismus in Nürnberg ist sehr ausgeprägt. Neulich hat mich eine ältere Dame darum gebeten, vorn auf ihrem Trikot zu unterschreiben. Und dann kam ein Fünfjähriger. Die Liebe zum Verein wird übertragen und deshalb gelebt. Das finde ich wirklich bemerkenswert.

Ob Alois Schwartz mit René Weiler tauschen möchte, was er zu Pele van Anholt und seiner Kapitänsentscheidung sagt... Das ausführliche Interview mit dem Club-Coach lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der Nürnberger Nachrichten.

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