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S04 antwortet prompt! FCN verpasst Sieg im Abstiegskampf

Schiri klaut Club-Tor - Behrens vergibt vom Punkt - Nürnberg bleibt glücklos - 12.04.2019 23:02 Uhr

Der geht rein! Yuya Kubo traf mit Unterstützung des Innenpfostens gegen Schalke - zum so wichtigen Sieg gegen die Knappen reichte das für den FCN aber nicht. © Sportfoto Zink / DaMa


Den ganzen Freitag über gab es in Nürnberg offenbar nur ein Motto. "Schalke und der FCN" sah man auf Schals und hörte man natürlich auch, am Abend im Max-Morlock-Stadion gipfelte die traditionelle Fan-Freundschaft vor dem Anpfiff in einer gewaltigen Choreographie. 50000 Menschen feierten ein große Party, die möglicherweise auch ohne Fußballspiel ausgekommen wäre.

Klassenkampf schlägt Freundschaft 

Auf dem Platz ging es anschließend weniger freundschaftlich zu, weil um sehr, sehr viel. Seit Anfang Februar sind beide Mannschaften im unteren Tabellendrittel notiert, die hoch gewetteten Schalker doch etwas überraschend, der Club weniger, beim Aufsteiger hatten sie ja mit einer höchst komplizierten Saison gerechnet. Die, Stand am Freitag, noch etwas komplizierter zu werden droht nach dem aus Nürnberger Sicht bitteren 1:1.

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Nübel und der Schiri: Die Feinde beim Club-Remis gegen Schalke

Ein berechtigtes Tor blieb dem 1. FC Nürnberg im Abstiegsduell gegen Schalke verwehrt. Auch mit einem Elfmeter konnte man sich kurz darauf nicht belohnen. Erst Yuya Kubo brachte die Franken auf die Siegerstraße - zumindest für zwei Minuten. Die turbulente Partie gibt es hier mit noch turbulenteren Bildern!


Kubo hatte seine Elf in der 82. Minute nach Flanke von Pereira in Führung geköpft, drei Minuten später glich Nastasic aus. Als tragische Figur durfte sich somit Behrens fühlen, dem kurz vor der Pause erst ein regulär erzielter Treffer aberkennt wurde, zwei Minuten später lenkte Nübel einen Elfmeter des Kapitäns um den Pfosten.

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Stark gegen Schalke: Gute Noten für den Glücklos-Club!

Was war das für ein emotionales 1:1 gegen Schalke. Ein Tor wurde dem 1. FC Nürnberg am Freitagabend vom Schiedsrichter zu Unrecht genommen, ein Elfmeter von Hanno Behrens verschossen. Einzig Yuya Kubo brachte an diesem Tag aus Nürnberger Sicht auch offiziell den Ball im Tor unter. Dank dieser Leistung gibt's dieses Mal auch gute Noten von ihnen - nur ein Akteur fällt dabei merklich ab.


Zwar ist Platz 16 nur noch drei Punkte entfernt, jedoch läuft dem Tabellenvorletzten schlichtweg die Zeit davon; die fünf ausstehenden Partien in Leverkusen, gegen Bayern, in Wolfsburg, gegen Mönchengladbach und in Freiburg müssten wohl zu einem Großteil gewonnen werden, sollte es noch etwas werden mit zumindest dem Relegationsrang.

Gegen Schalke versuchte Trainer Schommers sein Glück in zunächst unveränderter Aufstellung; weil Misidjan wegen einer Gelb-Sperre fehlte und dafür am Nachmittag mithalf, im Rahmen einer Vereins-Aktion den Zabo-Wald von Müll zu befreien, fehlte es besonders offensiv auch an den Alternativen. Trotzdem kamen die Gastgeber gut rein in die Begegnung, als statistischer Beleg diente unter anderem das Eckenverhältnis.

5:1 nach 13 Minuten für den 1. FC Nürnberg, die zweite hätte beinahe die Führung bedeutet. Schalkes Innenverteidiger Stambouli köpfte aus Versehen in die falsche Richtung, sein Missgeschick konnte der Kollege Nübel zwischen den Pfosten gerade noch so korrigieren. Wenige Momente zuvor hatte Ishak eine Überzahlsituation mit einem schlampigen Pass auf Pereira entschärft, wenige Momente danach konnte Pereiras Schuss von der Strafraumgrenze noch geblockt werden.

Drin ist drin! Oder? 

Die großen Aufreger sollten unmittelbar vor der Pause folgen; einem absolut regelkonform erzielten Treffer von Behrens verweigerte Schiedsrichter Kampka aus unerfindlichen Gründen die Anerkennung, nachdem Nürnbergs Kapitän einen deutlich zu kurz geratenen Rückpass Caligiuris ersprintet hatte. Nübel langte knapp daneben, der Ball lag im Netz – am Spielstand änderte sich, warum auch immer: nichts. Auch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nicht, als wiederum Behrens mit einem Strafstoß an Nübel scheiterte, der zuvor Pereira zu Fall gebracht hatte.

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Schalke und der FCN forever: Die spektakulären Bilder zum Fan-Fest

Es ist eine Liebe, die nie vergeht und alle Ligen übersteht: Schalke und der FCN - eine ganz besondere Beziehung im Profifußball. Am Freitagabend stand in der Bundesliga das Duell beider Vereine an - die Choreos dazu: einmal mehr atemberaubend. Hier kommen Bilder mit Gänsehaut-Garantie!


Unglücklicher hätte der erste Durchgang nicht enden können für den in jeder Hinsicht besseren Club, Schalke enttäuschte insbesondere im letzten Platzdrittel doch arg. Burgstaller scheiterte aus spitzem Winkel an Mathenia, viel mehr ließ der aufmerksame Defensivverbund nicht zu gegen den Champions-League-Achtelfinalisten.

Das Pech blieb dem Aufsteiger treu; früh in der zweiten Halbzeit musste Leibold mit einem dick geschwollenen Auge vom Feld, er sah aus wie ein gnadenlos unterlegener Boxer nach der zwölften Runde, für ihn rückte Kerk nach hinten, fortan auf seiner linken Seite unterstützt von Kubo. Besonders die Turbulenzen unmittelbar vor der Pause schienen aber ihre Spuren hinterlassen zu haben; die Schalker, nun mit dem eingewechselten Embolo in der Spitze, wirkten wesentlich entschlossener, blieben aber harmlos.

Drei Minuten Freude 

Die besseren Chancen hatte weiterhin: Nürnberg. Nübel reagierte innerhalb weniger Sekunden gegen Ishak und Kerk prächtig (64.), das 1:0 wäre nach gut einer Stunde mehr als verdient gewesen für den Außenseiter, der sich mit vereinten Kräften und auch spielerisch durchaus ansehnlich zur Wehr setzte gegen das vorgezeichnete Schicksal. Als es endlich soweit war (Kubo, 82.), jubelten die Gastgeber nur drei Minuten.

Somit blieb der Club auch im dritten Auftritt hintereinander ohne Niederlage, fühlte sich hinterher aber dennoch wie der Verlierer des Abends. Aufmunterung gab‘s aus beiden Kurven, Schalke und der FCN, die Zweite Liga ist ja noch weit weg. Mindestens fünf Spiele.

1. FC Nürnberg: Mathenia - Bauer, Mühl, Ewerton, Leibold (50. Kubo) - Erras - Löwen, Behrens - Pereira, Kerk - Ishak

FC Schalke 04: Nübel - Sané , Stambouli, Nastasic - D. Caligiuri , Mascarell, Oczipka - Harit (67. Bentaleb), Boujellab (81. Rudy) - Burgstaller, Skrzybski (46. Embolo) 

Tore: 1:0 Kubo (82.), 1:1 Nastasic (85.) | Gelbe Karten: Pereira, Stambouli - Mascarell | Besonderes Vorkomnis: Nübel pariert Behrens' Foulelfmeter (45. +2) | Schiedsrichter: Kampka (Mainz) | Zuschauer: 50.000 (ausverkauft). 

+++ Der Live-Ticker zum Nachleiden +++

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Unter Cluberern: "Der Trainer müsste halt lernen, dass..."

Kurz schnupperte der FCN am Freitagabend an einem Sieg gegen den FC Schalke, doch dann schlugen die Gäste zurück. Wir haben nach Abpfiff die Fans befragt, die stolz auf ihren Club und sauer auf den Schiedsrichter waren - aber auch einen Rat an Trainer Boris Schommers hatten.


 

Wolfgang Laaß

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