Mittwoch, 18.09.2019

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Saisonstart der Schachclubs in und um Fürth

Neulinge sind gerne gesehen bei den hiesigen Vereinen - 11.09.2019 10:15 Uhr

Hier hirnt der Fürther Hans Gerl über einer verzwickten Stellung. © Foto: Udo Güldner


Es sind nur noch wenige Tage, bis in der neuen Schach-Saison auch in Fürth und Umgebung wieder Jagd auf Könige gemacht wird. Ein guter Zeitpunkt, um auf die letzten Monate zurückzublicken und die Lage für die Vereine im FN-Verbreitungsgebiet zu analysieren. Dabei zeigt sich eine Zweiteilung in boomende Clubs und solche, die ums Überleben kämpfen.

Aushängeschild ist die Schachgemeinschaft 1882 Fürth. Einer Phase, in der es schon nach der Auflösung des überalterten Vereins ausgesehen hatte, folgte ein nicht für möglich gehaltener Aufschwung. Konsequent kümmerten sich Wolfgang Heimrath und Jan Jüngling um die Nachwuchsförderung, insbesondere im Schulschach-Bereich. Hinzu kamen zahlreiche neue Gesichter wie Fabian Meulner (SW Nürnberg Süd), Robert Bruss (SC Hersbruck) oder Dieter Schubert (SK Herzogenaurach).

In der abgelaufenen Spielzeit häuften sich die Aufstiege. Durch die eifrigen Punktesammler Ediz Kocak und Norbert Strobel wurde der Traum von der Regionalliga Nordost wahr. Die U25-Mannschaft wurde gar Bayerischer Meister. Dem U12-Team gelang der Sprung auf die nationale Ebene. Im April 2020 wird es erstmals eine Vorrunde zur Deutschen Amateur-Meisterschaft im Excelsior Hotel (früher Hotel Pyramide) geben.

Nur die ehrenamtliche Seite macht dem Interims-Vorsitzenden Wolfgang Jeske Sorgen. Seit "Mister Schachgemeinschaft" Peter Bauer nach jahrzehntelangem Engagement den Verein verließ und sein Nachfolger Günther Wolkersdorfer schon nach kurzer Zeit zurücktrat, ist die Vereinsspitze verwaist. "Wir sind aber dabei, mehrere, besonders junge Mitglieder, für die Vereinsarbeit zu gewinnen", so Vorstandsmitglied Wilfried Schulz.

Schwere Rückschläge musste der erfolgsverwöhnte SK Zirndorf hinnehmen. Von Auflösung war angesichts des personellen Aderlasses schon die Rede. So wechselten Hans Gerl, Burkhard Zühlke, Peter Weißmann und der frühere Mittelfranken-Meister Heinrich Hepting zur SG 1882 Fürth. Volker Kraft, Marcus Müller und Peter Wiemer gingen zu SW Nürnberg Süd. Andere beendeten aus Altersgründen ihre Karriere.

Hatte man lange Zeit in der höchsten bayerischen Liga mitgekämpft, so fanden sich Hubert Seibold und Co. plötzlich in der Kreisliga wieder. Als ob das für den Ex-Bundesliga-Spieler noch nicht genug gewesen wäre, gründete der Zirndorfer Nachwuchstrainer Paul "Pavel" Krasnikov mit seinem Bruder Stefan beim TSV Maccabi Nürnberg eine Schachabteilung. Der Niedergang ereilte folgerichtig auch den in der Region beliebten LGA-Cup, der anfangs wieder im Hotel Pyramide Fürth, dann in der Jahn-Turnhalle Zirndorf über die Bretter gegangen war.

Diese Sogwirkung haben auch die Schachfreude Fürth zu spüren bekommen. Etliche Mitglieder zog es zum Lokalrivalen. Mit Heinz Thiele kehrt nun ein Spitzenspieler vom Nachbarn zurück und verstärkt mit dem bislang vereinslosen Polen Tomasz Witkowski die Bezirksliga-Mannschaft. Nachdem man mit dem "Schachelturnier" ein neues Angebot für Freizeitspieler geschaffen und die Zusammenarbeit mit der Mittelschule Soldnerstraße intensiviert hat, ist es gelungen, neue Schachfreunde zu gewinnen. Der seit zwei Jahren amtierende Vorsitzende Reiner Kiesel freut sich besonders darüber, dass auch die zweite und dritte Mannschaft in ihren Ligen aufgestiegen sind und nun genügend spielstarker Ersatz für das Spitzenteam zur Verfügung steht.

Der zweite Zirndorfer Jugendleiter Günther Birkmann ist inzwischen beim SC Stein 1998 zu finden. Der sehr junge Club besteht fast zur Hälfte aus Kindern und Jugendlichen, was auch das Verdienst Manfred Lämmermanns ist. Die Folge sind starke Nachwuchskräfte wie der unbesiegte Fabian Slavik, denen man neben der "schachverrückten" Familie Guttenberger den erstmaligen Aufstieg in die Bezirksliga verdankt. Für Lutz Stange, gerade einmal ein Jahr im Amt des Vorsitzenden, einer der größten Erfolge. Höhepunkt des Schachjahres ist allerdings die Stadtmeisterschaft, die am 9. November durch Bürgermeister Kurt Krömer eröffnet wird.

Dass auch vergleichsweise kleine Schachabteilungen mit nicht einmal 50 Mitgliedern sich behaupten können, zeigt der TSV Cadolzburg. Das liegt am langjährigen Abteilungsleiter Jochen Trümpelmann und seinem Jugend-Trainer Jörg Straschewski. Als die FN zum letzten Mal berichteten, da hatten es die U20-Denksportler noch in die zweithöchste Klasse geschafft, die Landesliga Nord. Mit Erreichen der Altersgrenze, dem Studienbeginn und einem Vereinswechsel müssen nun in den Kreisligen wieder kleinere Züge gemacht werden. Bei den Erwachsenen kann man sich seit Jahren in der Mittelfranken-Liga halten, auch wenn das angesichts einer immer dünner werdenden Spielerdecke nicht einfacher wird. Mit Walter Belich hatten die Cadolzburger einen Topscorer, der in acht Partien mit sieben Siege und einem Unentschieden den Klassenerhalt beinahe im Alleingang ermöglichte.

Neulinge willkommen

Wer im FN-Verbreitungsgebiet selbst einmal Schach spielen möchte, der sei an folgende Vereine verwiesen (Spielabend jeweils Freitag):

SF Fürth (Komotauer Str. 30), Kontakt: Reiner Kiesel, (0911) 72 19 64; SG Fürth (Sonnenstr. 21 A), Kontakt: Wolfgang Jeske, (09 11) 4 90 46 06; SK Zirndorf (Jahnstr. 2), Kontakt: Hubert Seibold, (09 11) 7 90 53 13;
SC Stein (Albertus-Magnus-Str. 27), Kontakt: Lutz Stange, (09 11) 6 99 69 63;
TSV Cadolzburg (Deberndorfer Weg 100), Kontakt: Jochen Trümpelmann, (0 91 03) 20 02;
Wilhermsdorf (Dürrnbucher Str. 3), Kontakt: Werner Käferlein, (0 91 02) 14 98. 

UDO GÜLDNER

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