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Saisonstart voller Fragezeichen für die Höchstadt Alligators

Oberliga beginnt für HEC mit einem Geister-Heimspiel gegen Lindau - 06.11.2020 12:55 Uhr

Der Coach geht voran: Mikhail Nemirovsky demonstriert seinen Spielern im Training kurz vor dem Saisonstart, wie sie es machen sollen.

05.11.2020 © Foto: Thomas Hahn


Zum heutigen Saisonstart haben sie noch einen weiteren Spieler dazu gewonnen. In der Bayernliga trifft der Lockdown die Vereine komplett, weder Spiele noch Training sind dort möglich. Für Spieler, die von ihrem Sport leben müssen, eine schwierige Situation.

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Michail Guft-Skolov, Stürmer beim EHC Waldkraiburg, hat sich deshalb nun dem Höchstadter EC angeschlossen, in der als Profiliga eingestuften Oberliga darf trainiert und gespielt werden. "Wir haben schon länger mit ihm geliebäugelt", sagt der sportliche Leiter Jörg Schobert. Die Ungewissheit im Sommer hat es aber auch ihm und dem Führungsteam des HEC schwer gemacht. "Für die Planung war das eine Katastrophe", sagt Schobert.

Vereine sind enger zusammengerückt

Doch ein Hauen und Stechen um begehrte Spieler habe es unter den Vereinen nicht gegeben, sagt Schobert: "Durch die Corona-Krise sind wir noch enger zusammengerückt. Bei aller Rivalität haben alle ein Ziel: den Spielbetrieb." Ohne Zusammenarbeit gehe das nicht. Die Oberliga sei wichtig für den Eishockey-Sport in Deutschland, betont Schobert. "Auch dem Nachwuchs muss man eine Perspektive bieten. Nicht jeder junge Spieler wird als DEL-Profi enden."

Es ist also über Höchstadt und die elf weiteren Oberliga-Standorte hinaus von Bedeutung, dass ab dem heutigen Freitag gespielt wird – wenn auch ohne Zuschauer. Die Folgen dieser Geisterspiele, die es mindestens bis Ende November geben wird, sind noch nicht absehbar. Einiges wird davon abhängen, wie sehr die Fans das Angebot des Streaming-Dienstes Sprade-TV annehmen, auf dem alle Partien live übertragen werden.

Viele Ungewissheiten

Dazu kommen viele Ungewissheiten: Was passiert, wenn ein längerer oder sogar noch härterer Lockdown kommt? Wie viele ausgefallene Spiele verträgt der sowieso eng getaktete Spielplan? Drei Spiele in der Woche stehen vor allem zu Saisonbeginn auf dem Programm. "Wir müssen natürlich schauen, dass die Jungs nicht überlastet werden", sagt Schobert.

Im Zeichen von Corona droht das Sportliche fast in den Hintergrund zu rücken. Noch während der vergangenen Saison hatte der HEC nach einer katastrophalen Vorrunde begonnen, sein Team umzubauen. Die wichtigste Veränderung war wohl Mikhail Nemirovsky vom Spieler zum Trainer zu machen. "Er hat unumstritten ein riesiges Fachwissen und hatte unter schwierigen Bedingungen schon Erfolg", sagt Schobert. Mit ihm fing sich der HEC und stand nach der Verzahnungsrunde in den Playoffs – bis Corona die Saison beendete.

"Es ist eine Wundertüte"

Mit Stürmer Milan Kostourek gelang den Höchstadtern zudem schon im Winter ein Glücksgriff. Es ist dem HEC gelungen, ihn zu halten – für das Ziel Klassenverbleib dürfte das ein wichtiger Baustein sein. "Wir haben versucht, den Kader etwas zu verjüngen", sagt Schobert: "Aber wenn Du abgeschlagen Vorletzter wirst, rennen Dir die Spieler nicht die Tür rein. Da braucht man einen Trainer, der mit seinem Konzept junge Spieler überzeugen kann.

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Leistungsträger wie Richard Stütz oder Juris Upitis haben den Verein allerdings verlassen. Ob die Neuzugänge diesen Verlust kompensieren können, ist eine der spannendsten Fragen vor dem Heimspiel gegen die Lindau Islanders (Bully um 20 Uhr).

In der kurzen, turbulenten Vorbereitung konnte der HEC nur zwei Testspiele absolvieren.. "Es ist eine Wundertüte", sagt Schobert. Das gilt für den Fortlauf der Saison wie fürs Sportliche. Über letzteres weiß man immerhin ab heute Abend schon mehr.

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