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Schon okay! Schäffler gibt dem FCN neues Vertrauen

Gleich ein Tor: Nürnbergs Sturmkante führt sich gut beim Club ein - 21.10.2020 06:00 Uhr

"Wie er arbeitet, wie er rackert": Manuel Schäffler war dem Club eine Inspiration.

20.10.2020 © Sportfoto Zink / DaMa


Statistiken geben den tatsächlichen Verlauf eines Fußballspiels ja mitunter leicht verzerrt wieder. Am Montagabend, nach dem turbulenten, phasenweise wilden 2:2 zwischen dem FC St. Pauli und dem 1. FC Nürnberg, konnte man sich auf die meisten Zahlen verlassen. Die Gastgeber wirkten entschlossener (62 Prozent der Zweikämpfe gewonnen), waren insgesamt aktiver (58 Prozent Ballbesitz) und hatten auch mehr Abschlüsse (20:10), wobei nicht jeder auch Gefahr verhieß.

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Hunderprozentige Effizienz

Um vorzuführen, wie das geht, brauchte Manuel Schäffler lediglich acht Minuten. Eine flache Hereingabe von Felix Lohkemper haute er einfach rein, humorlos, ein Kontakt, zackbumm, sein erstes Tor für den Club. Und 100 Prozent Trefferquote, noch eine Statistik. So etwas nennt man wohl Effizienz. Mehr Möglichkeiten hatte der neue Stürmer nicht.

Dass sich die Mitstreiter und der Trainer hinterher ausschließlich lobend über ihn äußerten, hatte auch mit seiner sonstigen Dienstverrichtung zu tun. Schäffler, den sie "Cheffe" rufen, setzte seinen athletischen Körper mannschaftsdienlich ein. Behauptete den Ball ganz vorn hin und wieder auch gegen zwei oder sogar drei Hamburger und schenkte so den zehn Nürnbergern hinter ihm ein paar Sekunden, um nachzurücken.

"Wie er arbeitet, wie er rackert,..."

Weil er auch seine Aufgaben als vorderster Verteidiger ernst nahm, durfte man sein Debüt objektiv betrachtet als gelungen bezeichnen, zumal er nach einem Knochenödem im linken Schienbeinkopf erst eine gute Woche mit den anderen geübt hatte. "Wie er arbeitet, wie er rackert, er gibt immer alles", schwärmt Johannes Geis, der den Club kurz nach der Pause per Handelfmeter zum zweiten Mal in Führung gebracht hatte.

Feierabend nach 70 Minuten: Manuel Schäffler klatscht mit Pascal Köpke ab.

20.10.2020 © Foto: Daniel Marr/Zink


Es sprach danach einiges für den 1. FC Nürnberg als Sieger, aber wieder nicht genug. Spätestens nach Schäfflers Auswechslung in der 70. Minute fehlte die Entlastung, acht Minuten später stand es nach Daniel Buballas Sonntagsschuss am Montag 2:2. Den Ausgleich am Personalwechsel im Angriffszentrum festzumachen, wäre aber zu einfach. Nachdem Klauß‘ Fußballer insbesondere im Abwehrzentrum jetzt auffällig oft einen Schritt zu spät kamen.

Der Trainer hatte auch keine Erklärung für die allgemeine Verzagtheit, mit und gegen den Ball. Zwar beanspruchte er die "klareren Torchancen" für seine Elf, wobei aber häufig noch ein präziser letzter Pass nötig gewesen wäre oder mehr Zielstrebigkeit. "Einfach die machen oder besser verteidigen", forderte Robert Klauß, defensiv sei der Club lediglich in der letzten Reihe "gut" gewesen.

"Nicht aggressiv genug"

In der vorletzten und vorvorletzten eher nicht so; Sankt Pauli konnte sich in der Mitte viele Abpraller (Fachbegriff: zweite Bälle) sichern, wohl das größte Problem am Millerntor. "Nicht aggressiv, nicht griffig genug" seien sie da gewesen, sagt Klauß, was sich ebenfalls mit Daten belegen lässt. Tom Krauß und Fabian Nürnberger hatten in ungefähr vier von fünf direkten Duellen das Nachsehen, ebenso weiter vorn Robin Hack und Felix Lohkemper.

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Am Freitag gegen den KSC

Bei der Nummer neun sah das energischer aus, wenngleich auch Schäffler noch Luft nach oben hat. "Scheiße spielen und ein Tor machen ist okay", sagte der Sommer-Zugang vom SV Wehen, der von sich gerade im Hoch-und-weit-Aufbau mehr Widerstandsfähigkeit erwartet, wie auch von der ganzen Gruppe. "Zu einfach" hätten sie die beiden Führungen hergeben und müssten wohl "ein bisschen ekliger werden", um am Freitag daheim gegen den Karlsruher SC (18.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de) mal wieder gewinnen zu können.

Auch am Freitag werden die Hoffnungen wieder auf dem furchtlosen Torjäger ruhen, der schon nach seiner Premiere unverzichtbar zu sein scheint. "Halt und Vertrauen" könne er dem Team geben, sagt der Trainer, mit seiner Persönlichkeit, seiner Routine, seiner Spielintelligenz. Und weil da jetzt einer ist, "der auch mal direkt mit der ersten Chance das Tor machen kann".

Das Ziel? "90 Minuten powern zu können"

"Ich werde hart arbeiten, um ans Maximum zu kommen und 90 Minuten powern zu können", verspricht Schäffler, für eine ruhige, möglichst abstiegssorgenfreie Zweitliga-Saison. Den Auftakt stuft Robert Klauß letztlich so ein, wie er war, ziemlich unentschieden. Wobei, ein 2:2, "ein Punkt auf St. Pauli ist gut". Oder mit den Worten seines Trainer-Kumpels Timo Schultz: schon okay.


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