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Schwierig, einfach, FCN! Valentini erklärt seinen Club

Der neue Club-Kapitän Enrico Valentini hatte gegen Leipzig einen schwierigen Einstand. - 15.09.2020 05:46 Uhr

Gemeinsam für den Club: Enrico Valentini und Robert Klauß sind die neuen Anführer beim FCN.

© Sportfoto Zink / DaMa


Dass Enrico Valentini eines fernen Tages den Enkeln voller Stolz von seiner offiziellen Premiere als Kapitän des 1. FC Nürnberg erzählen wird, ist eher nicht zu erwarten. Das ungleiche Pokalduell des chancenlosen Zweitligisten mit dem Champions-League-Halbfinalisten RB Leipzig (0:3) zählte zu jenen Spielen, die man als Fußballprofi möglichst schnell abhaken möchte.

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Schon während der 90 extrem einseitigen Minuten wirkte Valentini dezent genervt von der Dominanz der sächsischen Spielkünstler. Als Nürnbergs Rechtsverteidiger kurz vor der Pause den quirligen Christopher Nkunku rustikal von den Beinen holte, durfte man das wohl durchaus auch als Signal an die Kollegen interpretieren, doch wenigstens eine gesunde Härte in die Waagschale zu werfen. Und als Angeliño im Zweikampf an der Seitenlinie allzu leicht zu Boden ging, musste er sich von Valentini ein bisschen schimpfen lassen "Er war überrascht, dass ich spanisch kann", verriet der polyglotte Deutsch-Italiener bei "Ka Depp", dem Club-Podcast von nordbayern.de.

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Immerhin kein 0:6

Kurzum: Auch wenn dem 31-Jährigen längst nicht alles gelang, so ging er doch zumindest couragiert voran. Dass Kampfgeist allein gegen ein Top-Team wie Leipzig kaum genügt, ist dem Routinier bewusst: "Wir haben die Bälle zu schnell verloren, haben es selten geschafft, den Ball über zwei oder drei Stationen nach vorne zu bekommen." Dennoch war nicht alles schlecht, findet Valentini. Gerade in den Leipziger Druckphasen habe man "ganz gut verteidigt und eben nicht so viel Tore kassiert wie noch vor ein paar Jahren", betonte der Abwehrmann, der mit dem Club im Oktober 2018 in Leipzig auch schon mal mit 0:6 untergegangen war. "Daran müssen wir uns hochziehen, dass wir uns defensiv stabilisiert haben."

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Letztlich mochte Valentini den ambitionierten Bundesligisten aber nicht als Gradmesser für das aktuelle Leistungsvermögen seiner Mannschaft gelten lassen. "Vom Gefühl und auch von der Trainingsqualität her" glaubt Valentini an einen besseren Saisonverlauf. Mit dem neuen Trainer Robert Klauß sei der Spaß am Fußball zurückgekehrt, "das war letztes Jahr nicht so, da war es mehr ein Funktionieren". Jetzt genießt der lauffreudige Außenverteidiger die offensivere Grundausrichtung, die gerade auch im Spiel ohne Ball taktische Disziplin und Konzentration erfordert: "Man muss immer auf Zack sein, darf nie abschalten."

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Was seinem Herzensverein in dieser Saison zuzutrauen ist, darüber mag der gebürtige Nürnberger vor dem Liga-Auftakt in Regensburg (Freitag, 18.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de) angesichts der Erfahrungen des letzten Jahres keine Prognosen abgeben. Der Plan sei zunächst einfach, "in die Erfolgsspur zurückfinden und wieder öfter zu gewinnen als zu verlieren". Im Idealfall sind dann sogar ein paar Spiele dabei, von denen der Club-Kapitän dereinst seinen Enkeln erzählen kann.

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