Schwiewagner: "Helmut Hack tut dem Verein gut"

3.6.2015, 06:02 Uhr
Holger Schwiewagner (l.) im Gespräch mit Helmut Hack.

Holger Schwiewagner (l.) im Gespräch mit Helmut Hack. © Sportfoto Zink

Herr Schwiewagner, einige Fans haben nach dem letzten Spieltag mit einem Transparent am Stadiontor gefordert: "Nichts erreicht – nur verhindert – Vereinsstrukturen überdenken". Überdenken Sie gerade die Strukturen?

Holger Schwiewagner: Wir werden an den Strukturen nichts ändern, wir werden die nächste Saison mit derselben Akribie, Sorgfalt und demselben Ehrgeiz angehen wie die vergangene.

Heißt das, Sie sind der Meinung, das Management um Helmut Hack muss nichts besser machen?

Schwiewagner: Das heißt es nicht. Natürlich wissen wir, dass wir auch Fehleinschätzungen unterlegen sind. Aber man darf auch nicht übersehen: So viel Scheiße wie in dieser einen Saison ist in den neun Jahren, in denen ich hier bin, noch nie passiert.

Helmut Hack wird vorgeworfen, seit dem Erstligajahr häuften sich falsche Entscheidungen, die er alleine trifft.

Schwiewagner: Und das ist schon deshalb falsch, weil es keinen Schröder-Transfer, Mutzel-Transfer oder Hack-Transfer gibt. Wir – Meichelbeck, Mutzel, Hack, der jeweilige Trainer und ich – treffen alle Entscheidungen nach kontroverser Diskussion. Und da wird es auch diesen Sommer nicht immer harmonisch zugehen.

Dennoch herrscht die öffentliche Meinung, Hack führe seinen Verein als Patriarch.

Schwiewagner: Und das ist noch das Harmloseste, was gerade vor allem von anonymen Autoren im Internet auf ihn einprasselt. Ich bin der Meinung, das muss er sich nicht antun, nach all dem, was er für die Spielvereinigung geleistet hat und vor allem auch weiterhin leistet. Und dennoch wünsche ich mir, dass er uns als erster Mann im Verein erhalten bleibt.

Hack ist 65 Jahre alt, man muss laut über eine Nachfolge nachdenken.

Schwiewagner: Die Weichenstellung läuft schon seit einigen Jahren und dauert hoffentlich noch länger an. Helmut Hack tut dem Verein und den handelnden Personen gut.

Klassenerhalt fix, Millionen im Anflug – da kann der Stadionumbau beginnen, oder?

Schwiewagner: Wir planen, im Juni die Stadion-GmbH zu gründen und im Juli den nötigen Stadtratsbeschluss zu erwirken. Allerdings spüren wir dort gerade eine gewisse Skepsis.

Weil alle gesehen haben, wie schnell das Kleeblatt in der Dritten Liga landen kann?

Schwiewagner: Wahrscheinlich. Aber Fakt ist auch: Wenn wir den Stadionumbau vom Tabellenplatz abhängig machen, dann dürfen wir dieses Stadion nie umbauen. Jeder ist angegriffen von den jüngsten Ereignissen, aber die Entscheidungen in dieser Sache müssen rational getroffen werden.

Wenn wir uns in der Zweiten und Dritten Liga umschauen, sind bereits viele Stadien modernisiert oder die Planungen dazu laufen gerade. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist eine Stadionmodernisierung auch bei uns unausweichlich.

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