Sonntag, 15.12.2019

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Sieg im "Superclasico": Pinolas Titel-Traum geht in Erfüllung

River Plate krallt sich "Copa Libertadores" nach Krimi in der Verlängerung - 09.12.2018 23:10 Uhr

In Nürnberg war Javier Pinola der Publikumsliebling der Clubfans. © Enrique de la Fuente/Gtres/dpa


Nach wochenlangen Streitereien, hässlichen Vorkommnissen unter den Fans und gerichtlichen Auseinandersetzungen hat River Plate Buenos Aires die Copa Libertadores gewonnen. Im fernen Madrid gewann der Fußball-Traditionsclub am Sonntag das Final-Rückspiel des südamerikanischen Pendants der Champions League gegen Stadtrivale Boca Juniors 3:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung und sicherte sich damit zum vierten Mal den Titel. Das Hinspiel im Boca-Stadion La Bombonera war am 11. November 2:2 ausgegangen.

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Nürnberg liebt Javier Pinola - und Javier Pinola liebt Nürnberg! Entsprechend groß ist die Freude, dass sich der Pokalheld von 2007, der sich zehn Jahre lang für den Club aufopferte, nun Copa-Libertadores-Sieger nennen darf. In Madrid machte Franko-Argentinier mit River Plate amtlich. Hier kommen die Bilder zu Pinos großartiger Copa-Reise. Glückwunsch, Du Freund der Stadt!


Mit dem Sieg von River Plate unter den Augen von Superstar Lionel Messi ging eines der denkwürdigsten, aber auch beschämendsten Endspiele der Copa-Historie zu Ende. Das ursprünglich für den 24. November angesetzte Rückspiel im Stadion von River Plate war wegen der Fan-Krawalle abgesagt worden. Der Mannschaftsbus der Boca Juniors war kurz vor der Ankunft im Monumental-Stadion von Fans mit Steinen beworfen worden. Mehrere Spieler wurden verletzt und hätten nicht antreten können.

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Javier Pinola steht für Leistungsbereitschaft, Leidenschaft und Liebe zu seinem Verein. Zehn Jahre ging der Pokalsieger von 2007 mit dem FCN durch dick und dünn. Bis, ja bis ein trister Juni-Tag Gewissheit brachte. 2016 feierte Pino seine Rückkehr in die Nationalmannschaft, bei seinem Klub River Plate ist er eine der Säulen. Feliz cumpleaños, du Freund der Stadt!


Daraufhin war das Superclásico-Rückspiel ins 10.000 Kilometer entfernte Madrid verlegt worden, wo immerhin 250.000 Argentinier leben. 80.000 Anhänger aus beiden Lagern sorgten im Estadio Bernabeu für eine hitzige Atmosphäre. Am Ende jubelte River Plate dank der Treffer von Juan Quintero (108.) und Gonzalo Martinez (120.+2). In der regulären Spielzeit war Boca durch Dario Benedetto (44.) in Führung gegangen, Lucas Pratto erzielte den Ausgleich (68.). Nahezu die gesamte Verlängerung musste Boca nach einer Gelb-Roten Karte für Wilmar Barrios (92.) in Unterzahl bestreiten.

Madrid im Ausnahmezustand

Bis zum Anpfiff gab es in Madrid keine Zwischenfälle. Dafür hatten allein schon 4000 Sicherheitskräfte, darunter 2000 Polizisten gesorgt. In der spanischen Hauptstadt herrschte der Ausnahmezustand, denn die beiden Fanlager sind stark verfeindet. Aus Sicherheitsgründen dürfen in Argentinien seit geraumer Zeit keine Auswärtsfans ins Stadion. In Madrid war dies anders.

Und so kamen die Anhänger der Boca Juniors nicht nur in den Genuss des Spiels, sondern sahen auch lange Zeit eine starke Leistung ihrer Mannschaft. Die Blau-Gelben hatten in der ersten Halbzeit die deutlich besseren Chancen. Ein unplatzierter Schuss von Pablo Perez in aussichtsreicher Position (12.) war der erste Warnschuss. Nach einer halben Stunde verfehlte Barrios mit einem abgefälschten Schuss knapp das Tor, ehe schließlich Benedetto eiskalt vollstreckte. Vorausgegangen war ein Traumpass von Nahitan Nandez (44.).

Ärger landet vor dem Sportgerichtshof

Das konnte River Plate nicht auf sich sitzen lassen. Nach der Pause fand das Team besser ins Spiel und kam durch Ignacio Fernandez zur ersten Großchance (49.). Danach forderten die Rot-Weißen nach einem Zusammenprall von Lucas Pratto mit Boca-Torhüter Esteban Andrada Elfmeter, doch der Pfiff blieb auch nach Rücksprache mit dem Video-Schiedsrichter aus (57.). Elf Minuten später war es doch passiert: Nach Zuspiel von Fernandez trifft Pratto zum Ausgleich. So gab es noch einen 30-minütigen Zuschlag obendrein: Und da war River Plate vor allem nach der Gelb-Roten Karte die tonangebende und am Ende auch siegreiche Mannschaft.

Dass das Finale überhaupt erst in Madrid über die Bühne gehen konnte, wurde am Samstag endgültig besiegelt. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hatte da einen Eilantrag der Boca Juniors auf Absetzung des Finalrückspiels abgelehnt. Wie das Gericht mitteilte, soll über einen weiteren Antrag des argentinischen Vereins, den Finalgegner zu disqualifizieren, zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Der südamerikanische Verband CONMEBOL hatte zuvor entschieden, neben der Verlegung nach Madrid River Plate mit einer Geldstrafe von 400.000 US-Dollar zu belegen. Außerdem muss der Verein die ersten zwei Partien im nächsten Jahr vor leeren Rängen spielen. 

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dpa, tl

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