Slapstick in der Abwehr: Frickenfelden verliert auf kuriose Art

21.9.2021, 15:38 Uhr
Verwirrung in der Hintermannschaft - hier bei der SG Pfofeld/Theilenhofen, Frickenfelden (rote Trikots) profitiert. Fehler zogen sich bei beiden Teams durch das Spiel.

Verwirrung in der Hintermannschaft - hier bei der SG Pfofeld/Theilenhofen, Frickenfelden (rote Trikots) profitiert. Fehler zogen sich bei beiden Teams durch das Spiel. © Foto: Uli Gruber

Die Redakteure der pfiffigen WDR-Fernsehsendung "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs" hätten beim Kreisklassenduell des FC Frickenfelden gegen die SG Pfofeld/Theilenhofen (2:3) vermutlich jede Menge Spaß gehabt. In dem von Arnd Zeigler moderierten Magazin wird unter anderem das "Kacktor des Monats" vorgestellt. Für die Auswahl hierzu bot das Spiel in Frickenfelden gleich drei exquisite Treffer der Kategorie Pleiten, Pech und Pannen.

Los ging es bereits in der 3. Minute, als FCF-Verteidiger Marvin Beer seinem aus dem Kasten geeilten Keeper Frederic Volkert per Kopf keine Abwehrmöglichkeit ließ. "0:1 durch so ein krummes Ding" – die Anhänger des Gastgebers waren schon frühzeitig bedient. Doch es sollte noch schlimmer kommen für die Truppe von Coach René Ferstl. Im Anschluss an einen Eckball nutzte Leonard Goppelt die allgemeine Konfusion volley zum 0:2 (7.).

Pass ins eigene Netz

Der Matchplan des wegen mehrerer verletzter Kicker ohnehin geschwächten Aufsteigers war damit passé. Lange hielt die Schockstarre jedoch nicht an, dann ergriff Frickenfelden die Initiative. Mit hohem Pressing wurde der Spitzenreiter unter Druck gesetzt. Deniz Tanyeri vergab zwei Mal in bester Position (11.), die Zuschauer konnten es kaum fassen. Ausgerechnet Gästeakteur Matthias Walter machte Tanyeri vor, wie Entschlossenheit wirklich aussieht. Sein strammer Rückpass zischte jedoch ins eigene Netz, der nächste Zungenschnalzer ganz im Sinn von Arnd Zeigler sorgte für Heiterkeit und Gesprächsstoff.

20 Minuten waren erst gespielt, die Platzherren wollten nun unbedingt den Ausgleich. Mit viel Risiko ging es nach vorn, dies eröffnete der SG aber auch Kontergelegenheiten. So verpasste Niklas Ferstl denkbar knapp das mögliche 1:3 (25.). Ebenso unpräzise hatte wenig später Tanyel Isik sein Visier eingestellt.

Er drosch den wunderbaren Querleger von Tim Wunder zu wuchtig und zu überhastet Richtung FC-Tennisplätze. Danach beruhigte sich das Geschehen, bei einigen Kickern schien der Akku nachzulassen. Kurz nach Wiederanpfiff folgte der dritte Akt des Missgeschick-Festivals, Konstantin Sing profitierte von einem Patzer des Frickenfelder Schlussmanns. Wolfgang Enser, der für den sportlichen Bereich zuständige FC-Vorsitzende, brachte es auf den Punkt: "Wir haben jetzt drei kassiert, davon kein einziges herausgespieltes Tor."

"Die Cleverness fehlt"

Die Hoffnung auf zumindest einen Punkt für seine Mannschaft war trotzdem noch da. Allerdings dauerte es bis zur 80. Minute, ehe dem quirligen André Maurer in technisch anspruchsvoller Manier der Anschluss gelang. Kurz vorher scheiterte Michael Popp auf der Gegenseite am ausgezeichnet reagierenden Volkert. Licht und Schatten wechselten sich ab wie bei Sonnenstrahlen zwischen langsam dahinziehenden Wolken.

Popp fehlte wieder das Glück, sein Freistoß aus spitzem Winkel touchierte die Querlatte (84.). Frickenfelden lief die Zeit davon, mehr Rumpel- als Kombinationsfußball brachte nicht den gewünschten Erfolg. "Uns fehlt die Cleverness", monierte Funktionär Enser. Für ihn wäre eine Punkteteilung dennoch leistungsgerecht gewesen. Trainer Ferstl sah dies nicht anders. Über weite Strecken begegneten sich seine Mannschaft und der favorisierte Gast auf Augenhöhe. Lob kam auch vom Gegner: "Weiter so engagiert, dann müsst ihr euch keine Sorgen machen". Na, ja – wenn die individuellen Fehler nicht wären. Um die Klobrille als Preis zum "Kacktor des Monats" reißt sich aktuell sicher niemand im FC-Lager.

FC Frickenfelden - SG Pfofeld/Theilenhofen 2:3 (1:2) – Tore: 0:1 Beer (3., Eigentor), 0:2 Goppelt (7.), 1:2 Walter (19., Eigentor), 1:3 Sing (48.), 2:3 Maurer (80.).

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