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So klappt's, Club! Als Reuter gegen Werder den Turbo zündete

Der Weltmeister berichtet von unbekümmerten An- und Auftritten - 01.02.2019 14:17 Uhr

Hochgeschwindigkeitsfußballer Stefan Reuter gab beim 5:1-Heimsieg gegen Vizemeister Bremen richtig Gas. Mirko Votava, Norbert Meier und Benno Möhlmann hat er bei seinem Sololauf, den er mit dem 2:0 krönt, bereits hinter sich gelassen. Michael Kutzop und Bruno Pezzey kommen auch noch dran. © Klaus Schillinger (NN-Archiv)


Städtisches Stadion, Februar 1987, Rückrundenauftakt: "Klar war das was Besonderes. So viele Tore habe ich ja nicht geschossen." Mit diesen Worten kommentiert Stefan Reuter seinen Gala-Auftritt gegen Bremen. Der damals 20-Jährige traf in diesem denkwürdigen Match einmal traumhaft und insgesamt sogar doppelt. Besonders war die Partie auch insofern, da es der amtierende Vizemeister war, den Nürnbergs Vorzeige-Youngster beim 5:1 vom Platz fegte. 

Nach einem torlosen ersten Durchgang hatte Dieter Eckstein die Werder-Demontage eingeleitet. Reuter führte sie fort. Vielleicht ist es der nach vorne gerichteten Dynamik des immer noch liebenswürdigen Liberos geschuldet, dass er an seinen fantastischen Sololauf nur noch vage erinnert. An die unglaublich dynamische Aktion, die er mit dem zweiten Club-Tor veredelte. Keine 20 Minuten später legte der Dinkelsbühler vom Elfmeterpunkt nach, Jörn Andersen besorgte den Rest.

Gala-Reaktion auf das Club-Chaos

Interessant in der rot-schwarzen Retrospektive ist, dass es vor der Club-Gala offenbar ein Club-Chaos brauchte. Reuter und seine jugendlichen Spielkameraden konnten gegen Bremen befreit aufspielen, weil der Knoten durchschlagen, ein tiefes Tal durchschritten war. Sagt der spätere Bayern-Juve-Dortmund-Akteur so zumindest selbst. In der Vorsaison sei das Team bei einer Zwischenbilanz von 1:19 Punkten durch die "gemeinsam bewältigte Durststrecke zusammengeschweißt worden." Das 5:1 gegen Bremen war also eine Reaktion des Altmeisters und zeigte das schon im Vorlauf des Fußballfestes erkennbare andere Gesicht des FCN. 

"Wir waren eine unbekümmerte Mannschaft mit extrem großer Spielfreude", beschreibt Reuter, der seit Dezember 2012 als Geschäftsführer des FC Augsburg wirkt, die jungen Club-Wilden von damals. Der heute 52-Jährige war selbst Symbol dieses rasanten Aufschwungs. Im Mai 1984: Junioren-Europameister, kein halbes Jahr danach: Profi-Debüt. Im Juni 1985: Aufstieg in die Bundesliga, 1987/88: Einzug in den Uefa-Pokal. “Wir haben Vertrauen genossen, sind auf hohem Bundesliga-Niveau Woche für Woche stärker geworden“, erinnert sich der Mann, der 1990 mit der deutschen Nationalmannschaft in Italien Weltmeister wurde.
  

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