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So reagieren Erlangens Handballer auf die Corona-Pause

Der BHV stellt den Spielbetrieb für drei Wochen ein - 23.10.2020 18:51 Uhr

Die Bälle ruhen: Der Spielbetrieb in den bayerischen Handball-Ligen ist für drei Wochen ausgesetzt.

22.10.2020 © Foto: Wolfgang Zink


Bevor der TV 1861 Erlangen-Bruck in dieser Bayernliga-Saison sein erstes Spiel absolvieren konnte, ist sie auch schon wieder gestoppt. Zumindest vorläufig. Für drei Wochen lässt der Bayerische Handballverband den Spielbetrieb in seinen Amateurligen ruhen. Philipp Hirning, Handball-Abteilungsleiter bei "Brooklyn United", ist über die Entscheidung trotzdem nicht unglücklich, er kann sie verstehen. "Der Verband reagiert nicht nur auf die steigenden Infektionszahlen, sondern auch auf den Druck vieler Vereine. Einige hatten zum Beispiel Schwierigkeiten, Hygienekonzepte umzusetzen. Es ist richtig, jetzt abzuwarten und den Vereinen etwas Luft zu geben."

Ein Team zog sich ganz zurück

Ohne die Entscheidung des BHV hätte das für Samstag geplante Heimspiel der Brucker gegen den TSV Lohr stattgefunden – allerdings hätte man auf Zuschauer verzichtet. Die erste Auswärtspartie am vergangenen Wochenende beim TSV Friedberg hatten die Brucker vorsichtshalber abgesagt, weil sich noch Spieler in Quarantäne befanden. Es war nicht die einzige Absage in dieser Spielzeit, neben Bruck haben neun weitere Teams der Bayernliga nach dem dritten Spieltag keine oder nur eine Partie absolviert. Der TSV Roßtal hat seine Mannschaft sogar ganz zurückgezogen.

Auf Bezirksbene sah es ähnlich aus. "Im Bezirk Ostbayern konnte bisher jeder spielen, der spielen wollte oder konnte. Und jeder, der nicht spielen konnte oder wollte, brauchte das nicht, weil er jederzeit sein Spiel ohne Angabe von Gründen kostenfrei absagen und verlegen konnte", sagt Lothar Rauscher, in Personalunion Vorsitzender des HC Forchheim und des Handball-Bezirks Ostbayern. "Anders als von manchen Zeitungen berichtet, hat das keinerlei Chaos ausgelöst, sondern lediglich mehr Arbeit verursacht. Insgesamt haben wir die Situation beim Spielbetrieb im Griff. Natürlich war es aber zum jetzigen Zeitpunkt absolut richtig, eine Vollbremsung bei den Spielen zu machen", findet Rauscher.

"Können nicht so tun, als sei nichts gewesen"

Selbstverständlich habe er im er- weiterten Präsidium des BHV dafür gestimmt, der Beschluss sei einstimmig gefallen. "In Zeiten rasant gestiegener Inzidenzwerte und lokaler Lockdowns können wir nicht so tun, als sei nichts gewesen."

Doch nicht überall freut man sich über die Entscheidung. "Sie ist zu respektieren. Aber ich hätte gerne weitergespielt und meine Mannschaft auch", sagt Attila Kardos, Trainer der Bayernliga-Handballerinnen des HC Erlangen. Die hatten gerade Fahrt aufgenommen, ihr erstes Saisonspiel – nach einer Corona-bedingten Spielabsage – fulminant mit 45:15 gegen HaSpo Bayreuth gewonnen. "Das Risiko, sich beim Handball anzustecken, ist sehr gering. Die Gefahr sehe ich eher im privaten Bereich. Aber sie ist natürlich nicht gleich null", findet Kardos. Gleichwohl hofft auch er, dass die Unterbrechung für mehr Planungssicherheit sorgt. "Teilweise haben Vereine von den Kommunen keine Halle zur Verfügung gestellt bekommen", sagt er. Nun wäre Zeit, solche Probleme zu lösen – vorerst drei Wochen lang.

Nicht betroffen von der Pause sind die Ligen des Deutschen Handball-Bundes. Stand jetzt, werden die Drittliga-Frauen der TS Herzogenaurach und die U 23-Männer des HC Erlangen am Wochenende antreten.

HOLGER PETER UND ALEXANDER PFAEHLER

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