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Soforthilfe für Erlangens Sportvereine: Auch HCE profitiert

Die Stadt will ihren Klubs durch die Halbierung der Hallenkosten helfen - 10.07.2020 06:00 Uhr

Mit der Halbierung der Mieten für kommunale Sportflächen will die Stadt Erlangen ihren Vereinen, hier der TV Bruck und der HC Erlangen, unbürokratisch helfen.

© Foto: Harald Sippel


Es sind alarmierende Zahlen, vielleicht die ersten Vorboten eines größeren Vereinssterbens, die am Dienstagabend in der ersten Sitzung des neuen Sportausschusses die Runde machten: 12 000 Vereinen in Bayern, berichtete Walter Fellermeier, der Kreisvorsitzende des Bayerischen Landes-Sportverbandes, fehlen schon jetzt im Freistaat 40 Millionen Euro Einnahmen durch die Corona-Krise. "Allein in Stadt und Landkreis Erlangen sind es 1,5 Millionen Euro für 215 Vereine", so Fellermeier. Durch den Lockdown wurde auch der Vereinssport schwer getroffen, durch die Kontaktverbote waren jegliche Bewegungsangebote vom Breiten- bis zum Spitzensport nicht möglich. Noch heute gelten strikte Richtlinien, Duschen ist noch immer und auf nicht absehbare Zeit in den Umkleiden nicht gestattet.

Vereine reagierten schnell

Da konnte man noch so schnell die Ausgaben herunterfahren, wie etwa der Turnverein 1848, der schnellstmöglich alle Reinigungen und Wartungen seiner Anlagen absagte und alle Mitarbeiter in Kurzarbeit schickte. Da konnte man noch so traurig sein wie der Turnerbund, dessen Hockeyabteilung vor allem die Einnahmen des bewachten Fahrradparkplatzes zur Bergkirchweih nun fehlen: "Eines ist klar", sagte Bürgermeister Jörg Volleth, der dem Gremium erstmals vorsaß, "wir brauchen unbürokratische und schnelle Hilfe für unsere Sportler und Vereine."

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Das sahen alle im Raum fraktionsübergreifend so – weshalb der wichtigste Punkt der Versammlung, die Mieten für kommunale Hallen- und Freisportflächen für 2020 und 2021 zu halbieren, in der Sache nicht diskutiert werden musste. Es ging lediglich um Detailfragen, die letztlich aber am Beschluss nichts änderten. So wird weder, wie Joachim Jarosch von der ÖDP forderte, die Kostenhalbierung bereits für 2021 überdacht und erst später in diesem Jahr entschieden, noch muss, wie Marc Urban von den Grünen es zunächst wollte, jeder Verein gesondert einen Antrag auf diese Kostenreduktion stellen. Dies wäre, so Sandra Radue (SPD), wenig zielführend, seien alle gleichermaßen betroffen und gelte es das klare Signal einer "großzügigen Hilfe" zu senden. Zudem wären kleine Vereine ohne hauptamtliche Kräfte bei der Antragsstellung im Nachteil. Matthias Thurek als Stadtverbandsvorsitzender bat in Richtung Jarosch um Planungssicherheit für die Vereine auch im Jahr 2021. Jörg Bergner, der Vorsitzende des Turnvereins, unterstrich die Wichtigkeit der Planungssicherheit: Schon jetzt habe der TV als Großverein mit einem Schaden bis Ende des Jahres von mindestens 400 000 Euro zu rechnen. Hinzu käme die Fluktuation an Mitgliedern – während Corona gab es keinen Eintritt mehr, sondern nur Austritte. "Die Hallenmieten zu halbieren wäre eine kleine, aber wichtige Ersparnis", so Bergner. Der Turnerbund – allein mit über 60 000 Euro Bahnmieten im Jahr durch die sehr erfolgreiche Schwimmabteilung betroffen – sah das in Person von Thurek ähnlich.

182.000 Euro im Jahr Einnahmen

Über 60 000 Euro allein an Bahnmieten: Erfolgreiche Arbeit kostet viel Geld.

© Foto: Klaus-Dieter Schreiter


Pro Jahr nimmt die Stadt rund 182 000 Euro an Sporthallengebühren ein. Durch die Hallenschließungen fehlen bereits gut ein Viertel der Gelder. Durch die Anträge der CDU/SPD-Fraktion sowie der ÖDP werden nun diese Einnahmen um die Hälfte reduziert. Die Anträge wurden letztlich einstimmig beschlossen und – Dank Peter Scholten, Präsident der Spielvereinigung und stellvertretender Vorsitzender des Sportverbands, der an die kommunalen Sportplätze erinnerte – sogar ausgeweitet. Das begünstigt nun auch den Cricket Club, der im Regnitzgrund trainiert und spielt, sowie die Spielvereinigung und den Türkischen SV, die selbiges auf der Kalb-Sportanlage tun.

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