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Spielwitz ja, Tore nein: Effektivität ist in Fürth ein Fremdwort

Die erfahrene Startelf der Weiß-Grünen macht zu wenige Buden - 03.12.2019 14:16 Uhr

Auch von einem Jungspund wie Marco Meyerhöfer (grün) verlangt Trainer Stefan Leitl, dass er mehr Flanken schlägt als zuletzt in Heidenheim. © Foto: Melanie Zink


Die Enttäuschung im Lager der SpVgg Greuther Fürth ist nach dem 0:1 in Heidenheim groß. Zum siebten Mal in dieser Saison blieben die Franken in einem Liga-Spiel ohne Torerfolg. Und seit nunmehr sieben Spielen gab es in der Fremde keinen Dreier mehr.

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Auswärts tut sich die Spielvereinigung Greuther Fürth weiter ziemlich schwer. In Heidenheim musste sich die Elf von Stefan Leitl jetzt mit 0:1 geschlagen geben.


Wo könnte die Spielvereinigung in dieser Saison stehen, wenn es beim Fußball nicht die große Krux mit dem Erzielen von Toren geben würde? Woche für Woche zeigt die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl, dass sie verstanden hat, wie Fußball funktionieren kann. Ein kontrollierter Spielaufbau, Rochaden auf den Positionen, Doppelpässe, Einsatz, Laufbereitschaft - nur die Sache mit den zwei Pfosten und einem Querbalken hat das Team bis dato noch nicht so recht verinnerlicht.

Und die Gegner haben sich drauf eingestellt. "Ich habe Heidenheim im Vorfeld offensiver erwartet", gab Trainer Leitl zu. Die dachten nicht daran, den Fürthern ins offene Messer zu laufen, warteten lieber darauf, dass sich die Kleeblatt-Elf an ihrem Ballbesitzspiel ergötzte, sich den einen oder anderen Fehler erlaubte und schlugen dann gnadenlos zurück.

Effektivität ist in Fürth momentan ein Fremdwort. Chancen erspielt sich die Mannschaft kaum, bietet sich einmal die Gelegenheit zum Abschluss, wird gezögert oder die Verantwortung weitergeschoben. Das verwundert, haben die Fürther mit Ausnahme des aus der Regionalliga verpflichteten Marco Meyerhöfer doch eine gestandene Zweitliga-Startelf aufzubieten.

Beneidenswertes Sturmtrio

Um ein Sturmtrio mit Branimir Hrgota, Daniel Keita-Ruel und Havard Nielsen beneidet so mancher Zweitligist die Spielvereinigung, die es momentan nicht versteht, aus dem schwachen Auftreten vermeintlicher Top-Teams Kapital zu schlagen. Nürnberg, Hannover, Bochum oder auch St. Pauli spielen eine schwache Saison.

Hinter dem Spitzentrio wäre also durchaus Platz für eine Mannschaft wie Fürth, die sich mit ihrem Potenzial schon in der ersten Saisonhälfte frühzeitig die Aussicht auf eine gute Platzierung in der Endabrechnung hätte sichern können. Denn im Endeffekt geht es für die Fürther wie bei allen anderen Zweitligisten in der Endabrechnung nur um zwei elementare Dinge: eine gute Platzierung für die TV-Gelder und um Transfererlöse.

Gier, Dreck und Durchsetzungsvermögen 

"Am Ende geht es nur um Punkte", sagt Leitl, während Mittelfeld-Regisseur Paul Seguin mehr Willen in der Mannschaft einfordert: "Wenn wir vorne sind, dann müssen wir gieriger sein, ein Tor zu machen. Wir müssen dreckiger sein, vielleicht dem Innenverteidiger einmal wehtun, dass er merkt, dass ich da bin und mich durchsetzen will."

Wille und Gier sind mittlerweile zu völlig überfrachteten Begriffen der Protagonisten auf dem Feld geworden, die einen Ist-Zustand eines Teams mit zwei Wörtern erfüllend erklären sollen. Leitl wählt lieber einen pragmatischen Ansatz: "Wenn ich merke, dass durch die Mitte nichts geht, dann muss ich eben über Flanken kommen. Es reicht nicht, wenn ich pro Halbzeit eine Hereingabe von jeder Seite habe. Da müssen die Außenverteidiger mit anschieben und es muss einen Flankenhagel setzen."

Bis Samstag, wenn der gut aufgelegte VfL Bochum zu Gast im Ronhof ist, hat er Zeit, sein Team von einem Hagel zu überzeugen. Das Ziel ist klar definiert: "Ein Rahmen mit einem Netz. Da muss der Ball rein", sagt Leitl. Fußball könnte so einfach sein.

Martin Ferschmann

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