Trainingslager in Saalfelden

Aufschlussreicher Start: Die Erkenntnisse des ersten Kleeblatt-Tests gegen Sofia

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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19.6.2022, 16:58 Uhr
Doppelpack zum Debüt: Ragnar Ache traf gleich zweimal gegen Sofia.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Doppelpack zum Debüt: Ragnar Ache traf gleich zweimal gegen Sofia.

Am Sonntagnachmittag muss man das Kleeblatt im Gut Brandlhof erst einmal suchen. Im schicken Restaurant mit Blick auf den 18-Loch-Kurs samt Driving Range sitzen einige Golfer bei Kaiserschmarrn und Radler zusammen - dass ein paar Meter weiter ein deutscher Zweitligist residiert, wissen die meisten wahrscheinlich nicht einmal. Hier, in der Idylle des Saalachtaals, vor der malerischen Kulisse des Steinernen Meers, hat sich die Spielvereinigung Greuther Fürth für eine Woche einquartiert.

Knapp fünf Kilometer nördlich von Saalfelden kann das Trainerteam in aller Ruhe auf dem hoteleigenen Fußballplatz mit seiner Mannschaft arbeiten. Wo er und seine Kollegen ansetzen müssen, hat Marc Schneider am Samstag in Jenbach beobachtet. Auf der Anreise traf sich das Kleeblatt mit dem bulgarischen Vizemeister ZSKA Sofia - und gewann durch Tore von Tobias Raschl, Dickson Abiama sowie zwei Treffer von Neuzugang Ragnar Ache mit 4:1.

Videoanalyst aus dem NLZ

"Es gab mit und gegen den Ball einige sehr gute Sachen, aber auch einige, die wir so schnell wie möglich korrigieren wollen", erzählte der Trainer in der Lobby des schicken Vier-Sterne-Superior-Hotels. Nach einer Vormittagseinheit auf dem Rasen widmete sich das Team hinter dem Team, zu dem mit Bjarne Oslender auch ein neuer Videoanalyst aus dem Nachwuchsleistungszentrum gehört, den wichtigsten Szenen des ersten Härtetests der Vorbereitung.

Im zweiten Durchgang, in dem Sofia mit seinen besseren Spielern auflief, verteidigten die Fürther in einem flachen 4-4-2, um "die Räume besser schließen zu können", so Schneider. In einigen Situationen gefiel dem Cheftrainer die „Kompaktheit zwischen den Linien“ nicht, auch „die Kommandos müssen besser sein“, befand er. Insgesamt war er aber zufrieden mit den 90 Minuten, mit den "schönen Toren und guten Aktionen bei heißem Wetter und nach vier Stunden im Bus".

Die Ergebnisse in der Vorbereitung will der Cheftrainer zwar nicht zu hoch hängen, "es gibt einem aber natürlich ein gutes Gefühl, wenn du die Spiele gewinnst", betont Schneider, der nach seinen ersten zwei Wochen beim Kleeblatt ebenfalls sehr viele positive Gefühle verspürt. "Ich bin sehr zufrieden, vor allem mit der Mentalität der Mannschaft, denn die Jungs geben immer Vollgas, das macht unheimlich Spaß", sagt er, "das ist schon eine spezielle Gruppe, die ich vorgefunden habe."

Bewusst eine kleine Gruppe

Diese Gruppe hat das Trainerteam mit 21 Feldspielern und drei Torhütern bewusst klein gehalten, "damit jeder die Wichtigkeit verspürt, die er hat. Wenn du einen zu großen Kader hast, hast du zu viele Spieler, die unzufrieden sind", betont Schneider. "Das hilft der Gruppe nicht." Von den Talenten, die zuletzt bei den Tests gegen Zirndorf und Herzogenaurach zum Einsatz kamen, ist keines in Saalfelden dabei. "Das bedeutet nicht, dass wir sie nicht im Fokus haben", so der Trainer.

Dafür darf sich derzeit mit Enzo El Fattahi ein 18 Jahre junger Gastspieler aus Frankreich beim Kleeblatt präsentieren. Beim 4:1 gegen Sofia gab das Talent aus Troyes eine Halbzeit lang den Linksverteidiger, weil Jetro Willems weiter vorne im Mittelfeld spielte. Nicht mit dabei waren lediglich die "leicht angeschlagenen" Afimico Pululu und Branimir Hrgota.

Seinen womöglich neuen Kapitän hat der Trainer inzwischen kennengelernt, "es ist eine spezielle Situation, auch für ihn, weil wir alle noch nicht so genau wissen, in welche Richtung es geht", sagt der Trainer. "Ich freue mich sehr, dass er hier ist, denn er ist unheimlich wertvoll für die Mannschaft, was man in jedem Training sieht."

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