"Völliger Quatsch"

Berichte in Hannover: Fürths Ex-Trainer Leitl wehrt sich gegen Vorwürfe

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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20.5.2022, 15:30 Uhr
"Es stimmt einfach nicht": Stefan Leitl widerspricht den Aussagen in einer Hannoveraner Zeitung, wonach er schon länger den 96-Kader plane.

© Sportfoto Zink / Melanie Zink, Sportfoto Zink / Melanie Zink "Es stimmt einfach nicht": Stefan Leitl widerspricht den Aussagen in einer Hannoveraner Zeitung, wonach er schon länger den 96-Kader plane.

Die Strapazen der vergangenen Tage sind Stefan Leitl noch anzuhören. Der scheidende Trainer des Kleeblatts hat zwar keine zwei Striche mehr auf dem Corona-Test, angeschlagen ist er aber immer noch - was man schnell merkt, wenn man ihn mit kratziger Stimme reden hört. Das Ende seines Engagements in Fürth passte zu einer meist glücklosen Saison - und es tut dem 44-Jährigen noch immer weh.

In seinen dreieinhalb Jahren als Trainer der Spielvereinigung hat Stefan Leitl immer wieder von seinen "Jungs" gesprochen, die Verbindung zwischen ihm und den Spielern war eine enge und oft sehr vertrauensvolle. Doch dann infizierte sich Leitl mit dem Coronavirus und verpasste nicht nur sein letztes Spiel an der Seitenlinie, er konnte sich auch nicht so richtig von seiner Mannschaft verabschieden.

Deshalb telefoniert er gerade sehr viel daheim in Ismaning, mit kratziger Stimme und nicht wirklich fit, aber immerhin. "Ich bin total unglücklich, das beschäftigt mich sehr", erzählt Leitl. Statt sich in persönlichen Gesprächen von jedem Wegbegleiter der vergangenen Jahre zu verabschieden, hört er deren Stimmen nur durch den Lautsprecher - wenn überhaupt, viele Spieler sind ja gerade auch im Urlaub. "Sowas ersetzt den persönlichen Abschied nicht", sagt er. "Ich hätte gerne die letzte Woche gemeinsam mit allen verbracht."

"Völliger Quatsch"

Doch auch in Leitls Abwesenheit wurde zuletzt in und um Fürth nochmal viel über ihn gesprochen. Der Grund dafür war ein Artikel der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ), in dem es hieß, dass "Manager Marcus Mann und der neue Trainer Stefan Leitl den neuen Kader seit Anfang des Jahres" geplant hätten - "wie jetzt herauskam."

Ein Trainer, der mit seiner Mannschaft in der Bundesliga ums sportliche Überleben kämpft, mit dem Kopf aber ganz woanders ist? Die Aufregung war groß, vor allem in den Foren und Kommentarspalten wurde sehr darüber diskutiert. Mit dieser Aussage konfrontiert, sagt Stefan Leitl, dass sie "völliger Quatsch" sei, "es stimmt einfach nicht. Ich konnte gar nichts planen, weil damals noch nicht zur Debatte stand, dass ich Trainer von Hannover 96 werde". Jetzt ist angeblich offen, ab wann. „Es ist noch gar nichts klar“, sagte Rachid Azzouzi der "Neuen Presse"; Hannover beginnt am 8. Juni mit der Vorbereitung, Leitl steht offiziell noch bis 30. Juni in Fürth unter Vertrag.

Auch die Tatsache, dass Hannover kurz nach Leitls Verpflichtung die Transfers von mehreren Spielern bekanntgab, die sehr gut zur Spielidee des neuen Trainers passen, sei nicht überraschend. Sein neuer Chef Marcus Mann sei eben "ein absoluter Fußballfachmann", der auch ohne Gespräche mit dem Trainer einen klaren Plan verfolge. "Die Mannschaft soll jünger werden", sagt Leitl, der nach eigenen Angaben erst "in die Planungen involviert" ist, "seitdem ich Hannover 96 die Zusage gegeben habe". Erst danach, vor etwas mehr als drei Wochen, seien er und Mann "in intensive Gespräche über Spieler gegangen".

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