Barry klärt auf

"La Mentale" beim Kleeblatt: Zwei Worte mit großer Bedeutung

17.7.2021, 06:22 Uhr

"Man muss immer hart an sich arbeiten, immer alles geben – und das mit der entsprechenden Mentalität": Abdourahmane Barry (2.v.r.), hier in Würzburg mit seinen Kollegen. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Es sind nur zwei Worte, die man leicht übersehen könnte. Doch dafür waren diese neun Buchstaben in den vergangenen Monate zu präsent, wenn man sich ein bisschen näher mit dem Kleeblatt beschäftigt hat. Nach dem Aufstieg am 34. Spieltag tippte sich David Raum so energisch mit dem Finger an den Kopf, dass man kurz Angst um seine Gesundheit haben musste. Auch andere Spieler taten es ihm gleich - und schrien die zwei Worte in die Handykameras: La Mentale.

Wer sich auf Spurensuche begibt, landet schnell bei Abdourahmane Barry. Der junge Innenverteidiger verwendet den Spruch häufig bei seinen Postings in den sozialen Netzwerken, den zwei Worten folgen immer ein stilisiertes Gehirn - und ein Finger, der dagegen tippt. So, wie es David Raum vor zwei Monaten auf dem Rasen des Ronhofs vollführt hat.

Grund genug, bei Barry nachzufragen, was hinter "la mentale“ steckt. "Es bedeutet einfach Mentalität", sagt der 21-Jährige. "Im Leben gibt es viele Herausforderungen, man muss sich beweisen – und dabei immer den Kopf oben behalten." Das, betont Barry, "gilt für alle Lebensbereiche: Für die Familie, für die Arbeit, um den eigenen Traum realisieren zu können. Man muss immer hart an sich arbeiten, immer alles geben – und das mit der entsprechenden Mentalität."

Akzeptiert in der Mannschaft

Beim Kleeblatt arbeitet Barry seit knapp einem Jahr an sich, sein Premierenjahr in Fürth war von Höhen und Tiefen geprägt. Der in der Jugend von Paris Saint-German ausgebildete Verteidiger hatte vor seinem Wechsel nach Fürth ein schwieriges Jahr beim FC Liefering, dem Farm-Team von Red Bull Salzburg, hinter sich. In Fürth wollten sie ihn behutsam aufbauen, doch die fehlende Spielpraxis war Barry immer wieder anzumerken.

Beim Heimsieg gegen Kiel spielte er mit einer Bänderverletzung durch - dass er sich in einer personell schwierigen Situation "in den Dienst der Mannschaft gestellt" hat, wie Fußballer gerne sagen, rechnen sie ihm hoch an. Nicht nur deshalb ist Barry in der Mannschaft sehr akzeptiert. "Er hat es nicht so einfach, weil er nicht aus dem deutschsprachigem Raum kommt", sagt Anton Stach, der sich sehr gut mit Barry versteht. "Wir versuchen alle, ihm zu helfen."

Und wenn es nur mit einem Spruch ist, der die vergangene Saison der Spielvereinigung sehr gut beschreibt. Das sieht auch Barry so. "Unsere Mentalität ist ein wichtiger Baustein, warum wir da angekommen sind, wo wir jetzt sind. Warum wir jetzt in der ersten Liga spielen", sagt er. "Wir haben dran geglaubt und nie nachgegeben. Wir als Spieler, aber auch die Trainer haben unsere Mentalität betont und dran geglaubt."

"Viel Potenzial"

Mit der Verpflichtung von Justin Hoogma und Gideon Jung hat er einige Konkurrenten in der Innenverteidigung bekommen, womöglich kommt ein weiterer dazu. Doch Barry glaubt an sich und seine Fähigkeiten, an das "viele Potenzial", das ihm sein Trainer bei der Verpflichtung bescheinigt hat. Die Bundesliga-Saison will er jedenfalls nicht 34 Spieltage lang auf der Bank verbringen. In den ersten beiden Testspielen konnte er weitere Spielpraxis sammeln - und machte seine Sache gut.

Am Samstag geht es um 15 Uhr zum dritten Test beim FC Ingolstadt und anschließend weiter ins Trainingslager nach Österreich. Barry wird jeden Tag demütig angehen, weiter hart an sich arbeiten und für seine Träume kämpfen. La Mentale.

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