Kolumne zum Kleeblatt

Laubenweg 60: Kleeblatt international

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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3.5.2022, 15:00 Uhr
Fast wie ein Spiel auf internationalem Parkett: Beim FC Union leben sie ihren Traum.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Fast wie ein Spiel auf internationalem Parkett: Beim FC Union leben sie ihren Traum.

Wie sehr viele Fans des Kleeblatts davon träumen, mit ihrem Verein durch Europa zu reisen, hört man jede Woche wieder. Im Ronhof wie in der Ferne. "Eines Tages", heißt es in einem Lied, "irgendwann einmal", würde das Kleeblatt international spielen. In Porto, Liverpool, Belgrad oder Istanbul. Es ist eine romantische Träumerei – und man muss ja zugeben, dass es auch als Reporter einen gewissen Charme hätte, mal andere Stadien und Städte zu sehen, andere Gegner und andere Menschen.

Vom Europapokal ist das Kleeblatt im Mai 2022 allerdings mal wieder sehr weit entfernt, die einzige Hoffnung bleibt die neue Pokal-Saison – sollte dort nicht, wie so oft, in der ersten Runde Schluss sein.

Wie sich so ein internationales Spiel anfühlt, konnte man am vergangenen Freitag aber erahnen. Als Mensch aus dem beschaulichen Fürth wird man im großen Berlin erschlagen von den Eindrücken, von den vielen Sprachen, der Hektik, dem Lärm – und, ja, auch von den Menschen, die ob nun durch Drogen oder einfach die Berliner Luft eine etwas andere Vorstellung vom Leben haben.

Und so kommt man als Reporter schon ziemlich fertig an in Köpenick, wohin alleine die Reise per S-Bahn und zu Fuß länger dauert als so ein gewöhnlicher Trip nach Heidenheim. Am Eingang bekommt man dann vom netten Ordner ein Bändchen um den mitgebrachten Rucksack – darauf der Name: Feyenoord Rotterdam.

Huch? Ist eines Tages etwa jetzt? Spielt das Kleeblatt international?

Nein, beim FC Union denken sie nur an die Umwelt und verwenden die Materialien aus der Conference League einfach weiter. Und vielleicht schaut Feyenoord auch bald wieder vorbei. An der Alten Försterei müssen sie ja nicht von Europa träumen, sondern leben diesen Traum einfach. Wohl auch im neuen Jahr.

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