Nach schwachem Saisonstart

"Nicht nervös werden": Fürths Rachid Azzouzi wirbt für nachhaltigen Weg

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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18.10.2021, 18:30 Uhr
„Unseren Weg weitergehen“: Fürths Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi.
 

„Unseren Weg weitergehen“: Fürths Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi.   © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Mit dem Geld ist das in Fürth ja so ein Thema. Traditionell hat das Kleeblatt immer etwas zu wenig davon, weshalb die Verantwortlichen kreativ sein müssen, um mit der reicheren Konkurrenz mitzuhalten - oder ihr sogar zu entfliehen, wie das in der vergangenen Saison gelungen ist. Die Flucht vor den finanziell besser aufgestellten Herausforderern in der zweiten Liga führte die Spielvereinigung in eine Welt, in der es zwar viel Geld zu verdienen gibt, in der die meisten aber noch sehr viel mehr Euros auf dem Konto haben.

Das führt dazu, dass ein ganzer Verein und mit ihm seine Fans derzeit schmerzlich erfahren müssen, wie gut die neue Konkurrenz auch sportlich ist. Am Sonntagnachmittag sollte Rachid Azzouzi, als Sport-Geschäftsführer einer dieser kreativen Fürther Köpfe, im "Doppelpass" von Sport 1 ein Einblick in das Innenleben des Tabellenletzten geben. Ein Punkt aus acht Spielen mit einem Torverhältnis von -15 bedeutet ja den schlechteste Saisonstart in der Geschichte der Bundesliga, nur der 1. FC Köln (2017/2018), der SC Paderborn (2019/2020) sowie der FC Saarbrücken (1963/1964) taten sich zu Saisonbeginn ähnlich schwer wie die Fürther.

Sie alle stiegen am Ende der Saison ab. Auch in Fürth wäre der Ligaverbleib nach den vergangenen Monaten mehr als ein Fußballwunder. Das weiß auch Rachid Azzouzi, den die Bilanz der von ihm zusammengestellten Mannschaft natürlich beschäftigt. "Es wird nicht einfacher, es nutzt aber auch nichts, wenn wir mit gesenkten Köpfen herumlaufen", sagt er. "Wir werden alles versuchen, das zu korrigieren."

Dazu gehören aber explizit keine Panikkäufe in der Winterpause. Seit dem Aufstieg hat Azzouzi in alle Kameras und Diktiergeräte gesagt, dass man "den Klassenerhalt nicht kaufen" könne, "es nützt nichts, mit einer Überschuldung in eine Saison zu gehen", stellte er auch jetzt noch einmal klar. Ihm und den anderen Verantwortungsträgern im Verein geht es um eine sportliche und finanzielle Entwicklung mit Weitblick - bei der auch ein möglicher Abstieg einkalkuliert ist.

"Wenn Du das Geld nicht zur Verfügung hast, brauchst Du einen nachhaltigen Weg", betonte er. "Und wenn es so ist, dass man erst mal absteigt, um dann wieder aufzusteigen. Du brauchst Mentalität und ein gutes Gefühl. Alle reden vom Geld im Fußball. Wir versuchen uns mit einer guten Strategie zu halten."

Nervös will Azzouzi jedenfalls nicht werden, auch nicht vor den kommenden Auswärtsspielen in Leipzig und Freiburg. Man werde "versuchen, unseren Weg weiterzugehen", auch wenn der Ist-Zustand derzeit kein schöner ist. "Wir werden alles daransetzen, den Bock umzustoßen“, sagte er - und musste für diese schlimme Fußball-Floskel drei Euro ins berühmte Phrasenschwein werfen.

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