Nach 1:0 gegen HSV

Warum ist das Kleeblatt neuerdings so gut? Max Christiansen erklärt's

Michael Fischer, Sportredakteur
Michael Fischer

Nürnberger Nachrichten

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10.11.2022, 18:00 Uhr
Mit Aggressivität zum Erfolg: Max Christiansen und seine Fürther ließen dem HSV um Xavier Amaechi keine Chance. 

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Mit Aggressivität zum Erfolg: Max Christiansen und seine Fürther ließen dem HSV um Xavier Amaechi keine Chance. 

Zur Feier des Tages gönnte sich Max Christiansen eine Birne. Nach 12,2 gelaufenen Kilometern und einem auch ansonsten sehr anstrengenden und intensiven Fußballspiel verlangte der ausgezehrte Körper nach etwas Fruchtzucker - auch, um nach 96 Minuten auf dem Rasen noch einige weitere Minuten über diesen ganz besonderen Mittwochabend sprechen zu können.

Reifeprüfung nach den Siegen gegen Bielefeld und Braunschweig

Mehr als ein Stück Obst wollte sich der Mittelfeldspieler des Kleeblatts aber nicht gönnen, auch mit dem Feiern wollte er sich nicht allzu lange aufhalten. "Man kann sich gar nicht so viel ausruhen und so viel feiern, weil es am Sonntag schon wieder weitergeht", sagte Christiansen also. "Um die Englische Woche perfekt zu machen, geht es darum, am Sonntag in Darmstadt nochmal eine Schippe draufzulegen und eine genauso starken und auf einem so hohen Niveau spielenden Gegner zu schlagen."

Die Reifeprüfung nach den beiden Siegen gegen die Abstiegskonkurrenten Bielefeld und Braunschweig war dem Kleeblatt am Mittwochabend ja ziemlich beeindruckend gelungen. "Drittes Mal drei Punkte. Drittes Mal 1:0. Drittes Mal Siebi", schwärmte Trainer Alexander Zorniger, der im dritten Spiel nacheinander wegen eines Tores von Armindo Sieb einen Sieg bejubeln durfte. "Das ist schon außergewöhnlich."

Hinterher sollte Max Christiansen erklären, was das Kleeblatt derzeit so gut macht. Was dafür sorgt, dass die Mannschaft, die zuvor in 14 Spielen nur einmal gewann, den Platz jetzt innerhalb weniger Tage dreimal als Sieger verließ. "Ich glaube, dass wir gut auftreten, dass jeder für den anderen da ist, dass wir aggressiv attackieren und den Gegner unter Druck setzen - vor allem direkt nach Ballverlust", sagte Christiansen "Das ist für jeden Gegner schwierig."

"Es hilft sehr, den Gegner zu stressen"

Die vom Trainer geforderte Aggressivität ist für Christiansen auch der größte Schlüssel. Während die Fürther in der Endphase unter Marc Schneider bisweilen sehr ängstlich und passiv agierten, wirken sie jetzt extrem selbstbewusst und giftig. "Es geht darum, aggressiv zu sein. Die erfolgreichen Mannschaften sind das", so Christiansen. "Es hilft sehr, den Gegner zu stressen. Damit haben wir auch Probleme, wenn der Gegner so attackiert."

Das hohe Anlaufen ist für den unter Zorniger stark verbesserten Christiansen auch der Grund für die defensive Stabilität. "Da gehören die vordersten Spieler dazu, dass sie im Sprint den Ballführer attackieren", sagte er. "Das macht es für die weiter hinten einfacher, weil der Gegner keinen kontrollierten Ball hinten raus spielen kann. Wir haben uns als Mannschaft geschworen, dass wir aggressiver werden müssen, dass wir die Zweikämpfe noch mehr annehmen müssen, dass wir nach Ballverlust direkt nachsetzen und den Gegner jagen müssen."

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