In den Sommerferien

Stadt Erlangen bietet kostenlose Schwimmkurse für Nichtschwimmer

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18.7.2021, 14:30 Uhr
Schwimmen zu lernen, kann Leben retten: Schwimmkurse sind daher besonders wichtig. 

Schwimmen zu lernen, kann Leben retten: Schwimmkurse sind daher besonders wichtig.  © Jens Büttner/dpa, NNZ

Viele haben darunter gelitten, in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht wie gewohnt ins Schwimmtraining gehen zu können. Ohne regelmäßiges Abtauchen fehlt einfach etwas. Das ist schade, zumindest aber nicht lebensbedrohlich. Für diejenigen, die noch gar nicht schwimmen können, kann die Corona-Zeit hingegen schlimme Folge haben. Kinder, aber auch Erwachsene, hatten keine Chance, Schwimmen zu lernen. Das soll sich nun ändern.

In Erlangen gehen Stadtverwaltung und Sportvereine in die Offensive: In den Sommerferien soll es kostenlose Schwimmkurse geben, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 19 Uhr - und das kostenlos. Der Sportausschuss befürwortet den Beschluss ohne Gegenstimme, nun muss ihn der Stadtrat absegnen. Zweifel daran bestehen kaum, denn tatsächlich haben die Verantwortlichen hier Einmaliges vor.

Die Not, da sind sich alle Beteiligten einig, ist groß. Rettungseinrichtungen wie die DLRG gehen von einem hohen Prozentsatz von Kindern unter zehn Jahren aus, die nicht oder nur ungenügend schwimmen können. Auch die Erlanger Schulen melden zum Teil besorgniserregende Zahlen von Schülern, die selbst in der fünften und sechsten Klasse noch nicht schwimmen können. Und selbst diejenigen, die 2019 bereits einen Kurs gemacht haben, hatten kaum Gelegenheit, das Erlernte wirklich zu üben. Wegen der Corona-Pandemie waren Schwimmbäder lange geschlossen, das Vereinsleben kam quasi zum Erliegen.

Für Erwachsene und Kinder

Umso wichtiger nun die Initiative des Erlanger Sportverbands. Matthias Thurek, der Vorsitzende, und sein Team haben schon Monate daran gearbeitet. Umso glücklicher ist er, dass nun auch die Stadtverwaltung mitzieht. "Das Angebot richtet sich an alle Nichtschwimmer, an Erwachsene, aber natürlich auch an Kinder. Dabei geht es nicht darum, bereits erlerntes Schwimmen zu verbessern, sondern wirklich um Anfänger", sagt Thurek.

Dabei sind sechs Vereine, die Schwimmsport betreiben: DLRG Erlangen, DLRG Dechsendorf, Wasserwacht Erlangen, Turnerbund 1888 Erlangen, Turnverein 1848 Erlangen, SSG 1981 Erlangen. Für die vielen Kurse ausreichend Trainer zu stellen, sei für alle ein Kraftakt", sagt Thurek, "aber der wird gerne geleistet, weil die Not wirklich groß ist". Die Stadtwerke unterstützten das Projekt und stellen dafür das Lehrschwimmbecken der Hannah-Stockbauer-Halle zur Verfügung - der Freibad-Betrieb kann so von den Kursen unbenommen weiterlaufen.

Noch muss der Stadtrat zustimmen

Finanziert wird die Aktion zunächst durch eine Spende des Projektpartners des Sportverbands, der allerdings nicht genannt werden möchte. 11.000 Euro stehen so zur Verfügung. Benötigt der Sportverband mehr Geld, übernimmt die Stadt Erlangen die restlichen Kosten. "Wir machen ein Komplett-Paket", sagt Ulrich Klement, der Leiter des Sportamts. "Was wir am Ende dafür bezahlen, richtet sich nach der Nachfrage." Klement betont auch: Die Kurse sind nicht nur ein Angebot für Erlanger, auch Nichtschwimmer aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt und der ganzen Region können sich anmelden.

Wenn der Stadtrat dem Beschluss zugestimmt hat, schalten die Stadtverwaltung, der Sportverband und die beteiligten Vereine auf ihren Websites Informationen frei, wie man sich anmelden kann. Die Stadtverwaltung wird auch Kindergärten und Schulen anschreiben. "Sonst gibt es auf die Schwimmkurse einen Run ohne Ende", sagt Thurek. Das dürfte nun, da die Kurse sogar kostenlos sind, nicht anders sein.

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