Donnerstag, 23.05.2019

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Stagnation beim Club: Ist Schommers der bessere Köllner?

FCN holte nicht mehr Punkte, entwickelt sich aber dennoch weiter - 19.03.2019 05:54 Uhr

"Ich glaube noch daran, dass wir das Unmögliche schaffen können", sagt Boris Schommers. © Sportfoto Zink / DaMa


  Bis nach Frankfurt hat sich der unmittelbar bevorstehende Abstieg des 1. FC Nürnberg offenbar noch nicht herumgesprochen. Das ist verständlich, weil sie sich dort ja ganz andere Fragen stellen, zum Beispiel, ob die Eintracht den Europapokal gewinnt oder ob sie sich für die Champions League qualifiziert. Man kann da schon einmal vergessen, auf das untere Ende der Bundesliga-Tabelle zu blicken.

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Der 1. FC Nürnberg hat mit 0:1 bei Eintracht Frankfurt verloren. Das Tor des Tages erzielte Martin Hinteregger, der Club steht erneut mit leeren Händen da. Trotzdem zeigt die Mannschaft von Boris Schommers einmal mehr eine couragierte Vorstellung, wir haben die Bilder des Spiels.


Am Sonntag mussten sie den Blick aber mal dahin richten, da schaute der 1. FC Nürnberg von ganz unten in der Tabelle ja im Waldstadion vorbei. Der Club machte dann während der 90 Minuten auf die Frankfurter Zuschauer genau den Eindruck, den auch die Nürnberger in den vergangenen Wochen von ihm gewonnen haben: bemüht, ganz ordentlich, aber beim 0:1 letztlich doch deutlich unterlegen. Also, haben sich dann erstaunlich viele Frankfurter nach der Partie gefragt, wie sollen denn diese Nürnberger bitte nicht absteigen?

Praktischerweise haben sie diese Fragen den Nürnbergern gleich selbst stellen können - die Antworten glichen denen, die ständige Begleiter des 1. FC Nürnberg nun schon ungefähr seit Oktober zu hören bekommen. Dass man sieht, dass es in der Mannschaft stimmt, sagten zum Beispiel die Mittelfeldspieler Sebastian Kerk und Patrick Erras kurz hintereinander und mit nur leicht abgewandelter Wortwahl. Dass er der Mannschaft direkt nach dem Spiel gesagt habe, dass er stolz auf sie ist, sagte der Trainer.

Stolz, aber sieglos 

Boris Schommers ist jetzt seit fünf Spielen für den Club verantwortlich. Er hat in dieser Zeit sehr häufig sagen dürfen, dass er stolz ist auf die Leistung der Mannschaft. Er hat in dieser Zeit aber fast ebenso häufig dem Gegner sehr freundlich zum Sieg gratulieren müssen. Über einen eigenen Sieg hat sich Schommers noch nie freuen dürfen in seinem Leben als Cheftrainer des 1. FC Nürnberg.

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Dass er dennoch einigermaßen zufrieden sein kann mit sich, liegt an der - letztlich dummerweise nicht erfolgreichen - Art und Weise, wie seine Mannschaft sich gegen Niederlagen zu wehren bereit ist. Viermal hat der Club so mit nur einem Tor Unterschied verloren, aber auch nur einen Punkt geholt, den allerdings gleich zum Auftakt gegen Borussia Dortmund. Diesem Punkt und dem Torverhältnis von 2:6 unter Schommers kann man die Bilanz aus der Vorrunde gegenüberstellen, als Schommers noch der Assistent von Michael Köllner war. Die Ausbeute damals: vier Punkte, allerdings bei einem abenteuerlichen Torverhältnis von 5:17.

 

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Wäre der Club also noch zu retten, wenn Schommers viel früher die Arbeit von Köllner getan hätte, oder wäre am Ende nur das Torverhältnis ein besseres? Man kann dem freundlichen Herrn Schommers diese Frage stellen, weil er alle Fragen immer sehr ausführlich und ernsthaft beantwortet. Diesmal so: "Das kann man nicht beurteilen, das will auch keiner beurteilen, das ist auch nicht angebracht." Und: "Ich bin nicht zu spät drangekommen."

Spät, vielleicht zu spät

Zwischen diesen beiden Sätzen aber transportiert Schommers den Eindruck, es wäre in seinen Augen vielleicht doch besser gewesen, er hätte etwas früher etwas mehr zu sagen gehabt. "Der Club spielt jetzt einen Fußball, wie ich ihn mir zumindest in Teilen vorstelle", sagt Schommers nämlich auch noch. Er meint eine stabile Grundordnung in der Defensive, aus der heraus er gegen in der Tabelle deutlich höher notierte Gegner immer wieder zu eigenen Angriffen kommt. Tatsächlich ist das ja ein Fortschritt im Vergleich zu den ersten Spielen unter seiner Anleitung, dass sie sich jetzt hin und wieder Gelegenheiten erarbeiten. Dass es trotzdem nur in Teilen guter Fußball ist, sah man auch in Frankfurt, als die ein oder andere Kontergelegenheit nicht zielstrebig zu einem guten Ende gebracht wurde.

Ganz normal, findet Schommers. "Wir sind in einer Entwicklung, wir haben das Konterspiel trainiert, aber im Spiel sitzt dann nicht ein Pass", sagt Schommers, "daran arbeiten wir jetzt, dass wenn wir im nächsten Spiel vier Kontermöglichkeiten bekommen, dass wir dann den letzten, vertikalen Pass so spielen, dass wir ein Tor erzielen."

Das könnte tatsächlich gelingen. Dass dieser Fortschritt im Kampf um den Klassenverbleib dennoch zu spät kommen dürfte, das ahnen neuerdings sogar die Menschen in Frankfurt. 

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Fadi Keblawi

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