Landesliga Nordost: Ein Polizist als Feuerwehrmann

Steins Schaefer wird Interimstrainer in Buch - bis Wagler kommt?

14.10.2021, 11:26 Uhr
Ein Polizist als Feuerwehrmann: Dirk Schaefer ist beim FC Stein nicht mehr wegzudenken, er war bereits Trainer, aktuell ist er Abteilungsleiter des Tabellenletzten der Kreisliga Nürnberg. Die Aufgabe als Interimstrainer in Buch aber reizt ihn.

Ein Polizist als Feuerwehrmann: Dirk Schaefer ist beim FC Stein nicht mehr wegzudenken, er war bereits Trainer, aktuell ist er Abteilungsleiter des Tabellenletzten der Kreisliga Nürnberg. Die Aufgabe als Interimstrainer in Buch aber reizt ihn. © Sportfoto Zink / MiWi, NN

Was für turbulente Zeiten in Buch: Nachdem Trainer Manuel Bergmüller Mitte September aus privaten Gründen zurückgetreten war, hatte der Verein zunächst eine interne Lösung auf der Trainerposition gefunden.


Noch hat der Trainerwechsel beim ASV Vach keinen Impuls gebracht


Andreas Awerkow und Wolfgang Diehm leiteten nun die Geschicke. Doch der Erfolg blieb aus. Nachdem schon der Saisonstart nicht ideal verlaufen war, konnte der ambitionierte Landesligist kaum punkten und verlor nach einem Sieg über die SG Quelle Fürth zu Beginn zuletzt drei Spiele in Folge. Nach dem 0:5 bei Klassenprimus Kornburg am Wochenende sahen sich die Verantwortlichen nun gezwungen, einen externen Impuls zu setzen, um die Saisonziele nicht zu verfehlen.

Nach wie vor ist das Erreichen der Aufstiegsrunde das Minimalziel des Vereins in der Vorrundengruppe 2. Mit Dirk Schaefer wurde aber ein Trainer verpflichtet, der bislang keine Erfahrung auf derartigem Niveau aufweist. Bekannt ist er im mittelfränkischen Fußball als langjähriger Funktionär und Trainer des FC Stein, aktuell Abteilungsleiter.

Einige Beobachter zeigen sich daher verwundert ob des Engagements des 55-Jährigen, der doch ebenso gut beim abstiegsgefährdeten Kreisligisten – Tabellenletzter mit nur drei Punkten – gebraucht werden könnte.

"In Stein gibt es kein Trainerproblem"

Schaefer selbst sieht keinen Konflikt zwischen der Verbundenheit zu Stein und dem Posten in Buch. „In Stein gibt es ja kein Trainerproblem“, erklärt er seinen Standpunkt. „Dort ist die Misere in Verletzungspech und Trainingsbeteiligung begründet. Die Frage nach einem Trainerwechsel hat sich also nie gestellt.“

Wie kommt es nun aber, dass ausgerechnet Schaefer von den Bucher Verantwortlichen kontaktiert wurde? „Ich bin dem Verein wohl empfohlen wollen“, erläutert Schaefer, der sich aber nicht als „Messias“ sieht. Schließlich sei auch für ihn das Landesliga-Niveau neu und er könne nur das tun, was ihn seit jeher auszeichnet: Emotionen und Leidenschaft vermitteln.
Das wird Schaefer freilich mit großem Elan tun, denn der Posten stellt für ihn eine überaus „reizvolle Aufgabe“ dar. Es ist allerdings eine Tätigkeit mit Ablaufdatum. Bereits jetzt ist klar, dass Schaefer den Trainerposten nur bis zum Winter innehaben wird, bevor voraussichtlich mit Wagler ein neuer Trainer die Nürnberger langfristig in die Zukunft führen soll, Schaefer könnte dann dessen Assistent werden.

Der Verein hält die Personalie noch unter Verschluss.
Am Wochenende steht für den TSV zunächst das wichtige Spiel gegen Konkurrent SC Großschwarzenlohe an. Doch Schaefer, der bereits eine erste Trainingseinheit leitete, wird die Mannschaft noch nicht selbst betreuen können.


Kornburger Machtdemonstration in Buch


Da er als Polizist beruflich verhindert ist, wird es eine Interimslösung für die Interimslösung geben. An der Seitenlinie werden der verletzte Kapitän Stefan Fleischmann und Urgestein Markus Schindler stehen. Eins ist also immerhin offiziell: In Buch wird es diese Saison bestimmt nicht langweilig.

Der Artikel wurde am 14.10.2021 um 11:20 Uhr aktualisiert

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