Mit Maske im Zielbereich

Super-Fans und Fahrrad-Spaß: So war die Deutschland Tour in Erlangen

Katharina Taubeneder
Katharina Taubeneder

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29.8.2021, 07:56 Uhr
Die Deutschland Tour in Erlangen: Viele Zuschauer waren am Samstag an die Strecke gekommen.

Die Deutschland Tour in Erlangen: Viele Zuschauer waren am Samstag an die Strecke gekommen. © Stefan Hippel, NNZ

Den besten Platz hatte sich Margarete Rauscher schnell ausgeguckt. Gegen 12 Uhr kam sie mit ihrer Tochter Katja an den Zielbereich und packte ihren Klapphocker aus. Damit war sie die Erste hier. Die Absperrgitter standen war schon, ansonsten aber war noch nicht viel los am Museumswinkel. Die die erste Durchfahrt der Profis war erst für 16.30 Uhr angekündigt.


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Trotzdem war Margarete Rauscher schon früh da, aus Erfahrung. Mutter und Tochter sind extra für die Deutschland Tour aus Reutlingen nach Erlangen gekommen. Man hört am Dialekt, dass beide aus Baden-Württemberg stammen. Freitagabend sind sie hergefahren, um am Wochenende die dritte und vierte Etappe der Rundfahrt live zu erleben.

Besonders weit war die Reise nicht, vor allem für ihre Verhältnisse. Die Rauschers sind Radsport-Fans. "Wir machen das seit mehr als 25 Jahren", sagt Margarete Rauscher. "Wir gehen zur Tour de France, Tour de Swiss, der Vuelta." Ihre Tochter ergänzt: "Hin und wieder auch zu den Weltmeisterschaften." Die Verbindung zu Radrennen liegt in der Familie. "Mein Papa ist früher Amateurrennen gefahren", sagt Katja Rauscher. "Seitdem ich ein Baby war, werde ich auf Radrennen geschleppt."

Selbst den Tour-Teufel kennen sie persönlich

Normalerweise, sagt Margarete Rauscher, kenne man an der Strecke viele Leute, "Fans aus ganz Deutschland, den Niederlanden, aus der Schweiz, oder die Reporter und Helfer der Tour." Bei "Tour-Teufel" Didi Senft, der auch in Erlangen als Teufel verkleidet an der Radstrecke Stimmung macht und aus den Fernsehübertragungen der Tour de France bekannt ist, waren beide schon zu Besuch. Wegen der Corona-Pandemie aber seien viele Fans nicht angereist.

Sie hatten den besten Platz: Margarete Rauscher (links) und ihre Tochter Katja, hier noch beim Warten auf die Profis.

Sie hatten den besten Platz: Margarete Rauscher (links) und ihre Tochter Katja, hier noch beim Warten auf die Profis. © Stefan Hippel, NNZ

Die Organisatoren der Tour hatten im Vorfeld darum gebeten, das Etappenrennen im TV zu verfolgen. Massenansammlungen an der Strecke wollten sie unbedingt vermeiden. Diejenigen, die trotzdem kommen wollten, müssen sich an die Hygieneregeln halten. Überall im abgesperrten Zielbereich gilt Maskenpflicht - auch für die Fans. Nur die Fahrer dürften ohne Mund-Nasen-Schutz radeln. Alle Beteiligten - Medien, Helfer, Veranstalter - unterliegen zudem der Drei-G-Regel.

250 Kinder beim Laufradrennen

Im Lauf des Tages ist einiges los am Museumswinkel. Los ging es am Samstag mit der "Newcomer Tour", der ersten von zwei Etappen eines Nachwuchsrennen für U17-Juniorinnen - mit Start und Ziel wie bei den Profis auf der Luitpoldstraße. Erstmals waren auch sechs Gast-Fahrerinnen aus Italien am Start - ein Austausch-Programm mit dem italienischen Radsport-Verband. Und sie waren direkt erfolgreich: Asia Svaragato aus Verona gewann im Sprint Royal vor ihrer Mannschafts-Kollegin Greta Cettolin aus Treviso. Auf Rang drei kam Sina Temmen von der SG Radschläger 1970 Düsseldorf.

Zum Programm der Profi-Rundfahrt gehörten zudem die "Ride Tour", die "Mini Tour" sowie eine Messe. Am Museumswinkel gab es so eine große Ausstellung der Sponsoren, viele Mitmach-Aktionen und die Radtouren für Jung und Alt. 160 Radfahrer waren bei der "Ride Tour" dabei und durften die Profi-Zielrunde über zwölf Kilometer einmal selbst ausprobieren.

"Eine angenehme Veranstaltung"

Danach waren die Kinder dran, erst alle Altersklassen bis zwölf Jahre, die sich bei der "Bike Parade" ebenfalls auf die Strecke wagten. Danach folgte das Laufradrennen der Kleinsten, 250 Kinder waren hier am Start. Über 100 Meter strampelten die Zwei- bis Fünfjährigen die Zielgerade entlang, begleitet von ihren hinterhersprintenden Eltern.

Die Stadt Erlangen hatte zudem noch am Schlossplatz und Bohlenplatz Aktionsflächen aufgebaut. Überall war etwas los, ohne dass es wirklich voll wurde. Christian Frank war zufrieden: "Unter den Gegebenheiten, die wir haben, ist das eine angenehme Veranstaltung", sagt der Chef des Erlanger City Managements, "zwischen flanieren, einkaufen und am Ende geht es zum Zielbereich."

Umso näher die Profis der Stadt kamen, umso voller wurde es auch an der Luitpoldstraße. Margarete und Katja Rauscher hatten da längst ihren besten Platz sicher. "Wir wollten die Leinwand sehen, und nach den Zieleinlauf sieht man die Fahrer besser. Vor dem Ziel sind sie dermaßen schnell, da erkennen Sie nicht einen. Hier gehen sie langsamer durch", erklärt Margarete Rauscher.

Die Reutlinger haben sich mit ihren Klapphockern direkt gegenüber der großen Videotafel hingesetzt und sich gut ausgestattet, auch einen Regenschirm haben sie dabei. Schließlich war schlechtes Wetter angesagt. Nach einem Schauer zu Mittag aber kam am Samstag über Erlangen die Sonne heraus. Später sahen sie noch einen strahlenden Sieger, Nils Politt fuhr als Solist über die Ziellinie. Direkt vor Margarete und Katja Rauscher.

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