Nach dem Abstieg

SV Ornbau: "Wir müssen das Gewinnen wieder lernen"

6.7.2021, 14:26 Uhr
Für den SV Ornbau wird es in der kommenden Saison vor allem auf die mannschaftliche Geschlossenheit ankommen, glaubt Trainer Patrick Hilgarth. Der Absteiger muss zahlreiche Spielerabgänge verkraften.

Für den SV Ornbau wird es in der kommenden Saison vor allem auf die mannschaftliche Geschlossenheit ankommen, glaubt Trainer Patrick Hilgarth. Der Absteiger muss zahlreiche Spielerabgänge verkraften. © Foto: Dominik Mayer

Für den Bezirksliga-Absteiger SV Ornbau beginnt ein neues Kapitel. Unfreiwillig allerdings. Bedingt durch den Abbruch der vergangenen Spielzeit stieg der SVO nach zehn Jahren der Bezirksliga-Zugehörigkeit aufgrund der Quotientenregel in die Kreisliga ab. Die Mannschaft von Patrick Hilgarth begibt sich somit nicht nur in unbekanntes Terrain, sondern muss auch einen Rollenwechsel vornehmen.


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Plötzlich gehört man zu den Top-Teams der Liga, weil die Spielzeit 2019/21 aufgrund der damaligen Hygienevorschriften nicht ordnungsgemäß weitergeführt werden konnte und sich die Amateurvereine auf demokratischem Wege für einen Abbruch der Spielzeit entschieden. Die Auf- und Absteiger wurden mittels der Quotientenregel festgelegt. Eine der Mannschaften, die von dieser Sonderregelung betroffen war, ist die des SV Ornbau.

Nach genau zehn Jahren in der Bezirksliga Süd muss die Mannschaft von Patrick Hilgarth nun erstmals wieder in der Kreisliga antreten. "Natürlich war der Verlauf, der letztendlich zum Abstieg geführt hat, für uns sehr unglücklich. Die Mannschaft war auf einem guten Weg und die entscheidenden Spiele lagen noch vor uns. Nach so einer langen Zeit in der Bezirksliga auf diese Art und Weise abzusteigen, mussten wir erst einmal verdauen", schildert SVO-Coach Hilgarth.

Keine Lust auf die Favoritenrolle

Der Abstieg aus der Bezirksliga hat nicht nur den Trainer sondern auch die Spieler hart getroffen. "Der Abstieg war für uns natürlich extrem bitter. Nach dem Restart 2020 zeigte bei uns der Trend eigentlich nach oben und die Zeichen auf den Klassenerhalt standen wieder etwas besser. Dass wir nun doch abgestiegen sind, ist schade. Aber wir können nichts daran ändern. Eine Mannschaft musste nun mal in den sauren Apfel beißen", schildert Andreas Engelhardt, Spieler des SVO. Für viele gilt das Bezirksliga-Urgestein neben dem SV Arberg als Top-Favorit auf den direkten Wiederaufstieg.

Die Ornbauer selbst schätzen ihre Rolle in der kommenden Saison allerdings etwas anders ein. "Entgegen vieler Erwartungen ist unser Ziel für die kommende Saison nicht der direkte Wiederaufstieg. Natürlich wollen wir eine gute Runde spielen und sportlich das Beste herausholen, aber nach vielen Abgängen durch den Abstieg werden wir es gerade als Neuling in der Kreisliga schwer haben", erklärt Engelhardt. Aus diesem Grund will sich der SVO auch nicht die Favoritenrollen aufdrängen lassen, sondern ohne Druck in die neue Saison starten.


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Engelhardt merkt zudem an, dass man als Mannschaft auch erst einmal wieder "das Gewinnen lernen" müsse. Der letzte Sieg des SVO liegt immerhin nun schon fast acht Monate zurück. Am 11. Oktober 2020 ging Ornbau das letzte Mal als Sieger vom Platz. Damals bezwang die Hilgarth-Elf den TSV 1906 Freystadt mit 2:0. Ein freundlicher Herbsttag auf dem Sportgelände des SVO, der den Glauben an den Klassenerhalt nährte. Für Hilgarth liegt der Schlüssel zum Erfolg vor allem in der Offensive. "Die Kreisliga 1 ist dafür bekannt, dass dort viele Tore fallen. Im Umkehrschluss werden meiner Meinung nach auch die offensivstärksten Mannschaften vorne mitspielen", prognostiziert der Trainer.

Optimistisch in die neue Zeit

Damit dem SV Ornbau ein erfolgreicher Saisonstart gelingt, arbeiten Engelhardt & Co. seit Ende Juni wieder regelmäßig an ihrer Fitness. "Am 27.Juni sind wir offiziell in die Vorbereitung gestartet. Aber bereits vorher haben wir uns in einer "Vor-Vorbereitung" einmal die Woche zum kicken getroffen und individuell fit gehalten", erklärt Hilgarth. Der Abstieg in die Kreisliga hat einige Abgänge provoziert, das Team muss sich neu finden. Unter anderem gehören Aaron Lederer und Simon Nachtrab nicht mehr zum Aufgebot der Ornbauer. Trotz angespannter Personalsituation und dem Verjüngungsprozess, hat die Mannschaft die lange Corona-Pause gut überstanden und es herrscht eine angenehme Stimmung.

"Im Großen und Ganzen bin ich bis jetzt sehr zufrieden. Die Mannschaft ist positiv gestimmt und zieht gut mit. Auch die Trainingsbeteiligung ist trotz der vielen Verletzten, Urlaubern und Studenten in der Prüfungsphase in Ordnung. Für Engelhardt bildet dieser Zusammenhalt auch die Quintessenz für den Erfolg des Vereins. "Die Stimmung in der Mannschaft ist gut und ich hoffe das bleibt auch so. Wir haben aktuell einen dünnen Kader. Aus diesem Grund müssen alle an einem Strang ziehen, damit wir langfristig erfolgreich sein können", so Engelhardt.


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Am 1. August soll der Startschuss in der Kreisliga 1 fallen. Unabhängig davon, dass der Spielplan noch nicht steht, möchte sich Ornbau ohnehin hauptsächlich auf sich selbst fokussieren. "Ich war nie der Spieler, der sich großartig auf den Gegner vorbereitet hat. Auch allgemein denke ich, dass es bei uns in der Mannschaft prinzipiell erst einmal egal ist, wie der Gegner am Wochenende heißt. Wenn wir unseren Stiefel herunterspielen, haben wir genug Qualität in der Mannschaft, um erfolgreich zu sein", erklärt Engelhardt. Vielleicht sogar so viel Qualität, dass aus dem Kapitel Kreisliga nicht mehr als eine kurze Episode wird.

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