Mittwoch, 18.09.2019

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Talent und Dickschädel: Bauer beweist Geduld in Fürth

Niederbayerischer Innenverteidiger zeigt beim Kleeblatt, was er kann - 11.09.2019 12:48 Uhr

So geht Kopfballduell: In Bielefeld musste sich Maxi Bauer prompt mit DSC-Sturmbulle Fabian Klos auseinandersetzen. © Sportfoto Zink / WoZi


Als sich Marco Caligiuri beim letzten Spiel in Bielefeld mit schmerzverzerrter Miene an den Oberschenkel fasste und ausgewechselt werden musste, schlug Bauers Stunde. Zumindest für ein paar Minuten, so viel Wortspiel sei gestattet. In der Endphase einer umkämpften Partie gelang es dem 19-Jährigen, die unter Druck stehende Abwehr des fränkischen Zweitligisten zu stabilisieren. "Es ist wichtig, dass in solchen Momenten die erste Aktion sitzt", findet das Verteidigertalent, dass in der Vorsaison in der ersten Pokalrunde bei der bitteren Last-Minute-Niederlage gegen Borussia Dortmund seine Premiere in der Startelf feierte. Bauer lieferte ein starkes Debüt ab.

Die Ruhe am Ball, Zweikampfhärte und eine für sein Alter solide Spieleröffnung zeichnen ihn aus, dennoch stehen andere am Platz, wenn Ligaspiele angepfiffen werden. Mergim Mavraj (33) ist aus Ingolstadt zurückgekehrt, Kapitän Marco Caligiuri (35) ist der unbestrittene Souverän der Innenverteidigung. Begriffe wie Rentner-Abwehr und Stützstrumpf-Defensive kursieren im Netz. Bauer wird darüber schmunzeln und muss sich doch hintenanstellen.

 "Guter Ball, Maxi Bauer"

"Ich kann von Mergim und von Calli sehr viel lernen", sagt der junge Mann artig. Ein paar Minuten zuvor war er neben dem Kapitän für das Aufbauspiel im Training zuständig. "Guter Ball, Maxi Bauer", tönt es aus dem Mund von Trainer Stefan Leitl, und der Innenverteidiger findet das wenig überraschend "sehr positiv. Lob tut immer gut". Und es hilft über die Momente hinweg, wenn bei der Spieltagsbesprechung sein Name nicht fällt, wenn es um die Startelf geht. "Klar ist man als junger Spieler ungeduldig und will immer spielen. Aber es ist alles noch im Soll", meint er. Wohlgemerkt "noch".

Wie lange sich dieser Umstand hinzieht, entscheiden wohl andere, sein bis 2021 gültiges Arbeitspapier am Laubenweg schließt die bislang noch im Vordergrund stehende Entwicklung genauso ein wie einen forcierten Reifeprozess im Liga-Alltag. Wobei: Caligiuri hat seine Muskelverhärtung auskuriert und ist am Freitagabend im Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden wieder einsatzbereit. Und Mavraj, dem Kapitän der albanischen Auswahl, ist es durchaus zuzutrauen, nach seiner Rückkehr von der WM-Qualifikationsspielen gegen Frankreich (1:4) und dem gestrigen Duell mit Island schon 48 Stunden später wieder mit dem Kleeblatt auf dem Platz zu stehen. Das hieße für den "U 19"-Nationalspieler, sich erneut mit einem Platz auf der Bank anfreunden zu müssen.

Abouchabaka macht den Härtetest 

Seinen Weg wird er aber gehen, da sind sie in Fürth sicher. Seinen in eigenen Worten "niederbayerischen Dickschädel" demonstrierte der gebürtige Windorfer schon mal recht deutlich in dieser Woche: Als Folge eines Kopfballduells mit Bauer am Dienstag musste Kollege Elias Abouchabaka tags darauf mit dickem Turban trainieren – "bei mir ist fast nichts mehr zu sehen", hielt Bauer robust dagegen. 

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Florian Pöhlmann

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