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Tennis als Dauerjob: Reichel macht jetzt auch Hamburg

Die 47-Jährige wird Turnierdirektorin in der Hansestadt - 10.12.2018 17:02 Uhr

Nürnberg hat Sandra Reichel zu einem Tennis-Hotspot entwickelt. Nun soll auch Hamburg von ihrer Expertise profitieren. © Sportfoto Zink/Jürgen Rauh


Nürnberg, Hamburg, Linz: Diese drei Städte werden 2019 das Leben von Sandra Reichel als Direktorin von Tennisturnieren bestimmen. "Mai, Juli und Oktober, das passt schon", sagt die 47-jährige Österreicherin über ihren künftigen Ganzjahresjob.

Engagement und Hartnäckigkeit

Seit 2013 ist Reichel für den Nürnberger Versicherungscup beim 1. FC Nürnberg am Valznerweiher zuständig, den sie mit Engagement und Hartnäckigkeit zum zweiten großen WTA-Turnier in Deutschland neben dem Porsche-Cup in Stuttgart aufgepäppelt hat. Das Damenturnier in Linz ist praktisch Familiensache, denn dort ist sie in die Fußstapfen ihres Vaters Peter-Michael Reichel gewachsen. Die MatchMaker-Agentur der Reichels ist unweit davon in Wels beheimatet – und von dort aus wird ab 2019 auch das traditionsreichste deutsche Tennisturnier am Hamburger Rothenbaum organisiert.

Reichel hat mit seiner Agentur, wie mehrfach berichtet, den früheren Wimbledonsieger Michael Stich nach zehn Jahren als Veranstalter abgelöst – ein Österreicher für einen Hamburger, das hat in der deutschen Tennisszene zunächst für eine gewisse Aufregung gesorgt. Mehrfach hat Reichel seitdem erklärt, dass er die Lizenz für das ATP-Turnier der Mastersserie in Hamburg belassen will, allerdings mit der Voraussetzung, dass die Anlage modernisiert wird. Darauf haben sich der deutsche Tennis-Bund und die Stadt Hamburg geeinigt.

Turnierdirektorin der "Hamburg Open" wird vom 22. bis 28. Juli Sandra Reichel sein, weil ihr 66 Jahre alter Vater diese durchaus intensive Tätigkeit zumindest im ersten oder zweiten Jahr nicht parallel zur Aufgabe als Veranstalter ausüben will. "Wir fangen in Hamburg nicht bei null an", sagt die 47-Jährige, "wir haben ein starkes Team im Rücken." Und wie steht es um ihre Erfahrung im Männertennis? "Die ist da", sagt sie, "ich habe mich schon zwei Jahre um das Kitzbühler Turnier gekümmert."

Eine Frage kommt immer wieder 

Ähnlich wie Reichel in Nürnberg immer mit der Frage konfrontiert wird, ob Angelique Kerber, die Nummer eins der deutschen Frauen, am Valznerweiher aufschlagen wird, dürfte es ihr nun in Hamburg mit Alexander Zverev gehen. Der Shooting Star im deutschen Männertennis, kürzlich Sieger der ATP-WM in London, stammt aus Hamburg, hatte allerdings zuletzt wenig Interesse gezeigt, im Juli noch einmal auf Sand zurückzuwechseln, weil sich da der Tennis-Tross schon Richtung Hartplatz-Höhepunkt bewegt, den US Open in New York.

Einen radikalen Wechsel wie in Stuttgart, wo man vor drei Jahren von Sand auf Gras wechselte, um Stars wie Roger Federer im Vorfeld von Wimbledon anzulocken, wird es in Hamburg nicht geben. Dazu ist die Tradition des Turniers doch zu sehr auf Sand gebaut. Die kleine Revolution am Stuttgarter Weißenhof hat übrigens ebenfalls ein Österreicher ausgelöst: Edwin Weindorfer. Damit sind drei von vier großen deutschen Turnieren in der Hand von Veranstaltern aus der Alpenrepublik. Dazu passt, dass als Turnierdirekor beim Porsche-Cup der Frauen in Stuttgart der Schweizer Markus Günthardt fungiert. Tennisturniere in Deutschland, so scheint es, scheinen kein Terrain mehr für hiesige Experten zu sein. 

Thomas Scharrer

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