TC Neunkirchen am Brand

Tennis-Urgestein Daniel Dolbea: "Spaßfaktor ist noch einmal höher"

4.8.2021, 18:11 Uhr
In der Regionalliga immer noch eine feste Stütze der Herren 30: Daniel Dolbea sichert am letzten Spieltag der Saison mit seinem Doppel-Partner Tomas Cermak den Sieg.

In der Regionalliga immer noch eine feste Stütze der Herren 30: Daniel Dolbea sichert am letzten Spieltag der Saison mit seinem Doppel-Partner Tomas Cermak den Sieg. © Harald Sippel, NN

Es ist der letzte Spieltag der Saison für die Tennisherren Ü30 des TC Neunkirchen am Brand in der Regionalliga Süd-Ost. Zwischen den Tennisfeldern in Neunkirchen haben sich einige Vereinsmitglieder und Familienangehörige eingefunden, um die Aktiven anzufeuern und sie so vielleicht zu einem Überraschungserfolg gegen die hochfavorisierten Gegner aus Augsburg zu tragen. Unter den Spielern befindet sich auch ein waschechtes Tennis-Urgestein: Daniel Dolbea.


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Seit sage und schreibe 33 Jahren betreibt er leistungssportlich Tennis. Jahrelang war der 45-Jährige für den 1.FC Nürnberg in der Bundesliga aktiv, später dann bei den Senioren für den TB Erlangen ebenfalls in der Bundesliga. Nun spielt er nach einem kurzen Zwischenstopp in Ratingen bereits seine dritte Saison für den TCN. Hier fühlt er sich besonders wohl, "weil ich hier mit meinen Kumpels spielen kann. Da ist der Spaßfaktor noch einmal höher".

"Die Kleinen saugen alles auf wie Schwämme"

Daniel Dolbea tritt nicht nur in der Mannschaft an, auch im Einzel konnte er bereits einige Erfolge für sich verbuchen. Mehrfach wurde er Deutscher Meister. Darüber hinaus sammelte er einige ATP-Punkte für die Weltrangliste. Bei den Senioren errang er sogar den Europameistertitel, im Doppel und Mixed war er mehrfach Weltmeister. Nur ein großer Titel fehlt ihm noch. Der Weltmeistertitel im Einzel. "Das ist mein großer Traum. Den möchte ich unbedingt noch erreichen."

Obwohl der Neunkirchener auf eine so erfolgreiche Tennislaufbahn zurückblicken kann, reichte es nie zum ganz großen Durchbruch in der internationalen Tenniswelt. Deshalb stand für ihn früh fest, dass er sich ein zweites berufliches Standbein aufbauen muss. Dolbea wurde Tennistrainer und übernahm 2008 die Tennisschule in Neunkirchen von der ehemaligen Profi-Spielerin Wiltrud Probst.

Es läuft gut für ihn. In den vergangenen Jahren konnte er immer mehr junge Nachwuchssportler aus der Region für den Tennissport begeistern. Daniel Dolbea begleitet sie bei ihren ersten Schritten. "Das macht wahnsinnig Spaß. Die Kleinen saugen alles auf wie Schwämme." Obwohl ihn das Training mit den Kindern fordert und fit hält, nimmt er sich zusätzlich noch Zeit für eigene Einheiten. "Vom Tennis kann ich einfach nicht genug kriegen. Es ist wie eine Sucht für mich."

Mitte September bei den Weltmeisterschaften

Es ist vor allem die Vielseitigkeit der Sportart, die Dolbea fasziniert, und die psychologische Komponente. "Meistens entscheidet der Kopf über Sieg und Niederlage." Der mentale Aspekt gehört zu den Stärken von Daniel Dolbea. Ebenso die Vorhand und sein Serve-and-Volley-Spiel. Diese offensive Spielstrategie wird heute nur noch selten angewandt. "Damit kann ich meine Gegenspieler oft überraschen."

Mittlerweile ist auf dem Tennisplatz in Neunkirchen die letzte Partie zu Ende gegangen. Nach einem langen und intensiven Kampf bei windigen Bedingungen konnten sich die Spieler vom TCN tatsächlich knapp gegen die starken Gegner vom TC Schwaben Augsburg durchsetzen. Auch Daniel Dolbea ist mit seiner Leistung zufrieden.

Zwar verlor er sein Einzel gegen den elf Jahre jüngeren Lukas Jedlicka mit 4:6, 4:6, trumpfte dann aber im Doppel mit seinem Partner Tomas Cermak stark auf und gewann klar mit 6:1, 6:1. Trotz des Siegs wird sich die Mannschaft vermutlich nicht in der Liga halten können und in die Bayernliga absteigen.

Für Daniel Dolbea ist die Saison allerdings noch nicht vorbei. Mitte September wird er bei den Weltmeisterschaften der Senioren in Umag im Einzel und Mixed spielen. Für den Familienvater die Möglichkeit seinen großen Traum zu verwirklichen. Endlich einmal Weltmeister im Einzel werden.

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