Tödlicher S-Bahn-Streit: Gedenkminute im Morlock-Stadion

2.2.2019, 19:23 Uhr
In der Nürnberger Nordkurve entrollten Fans dieses Spruchband.

In der Nürnberger Nordkurve entrollten Fans dieses Spruchband. © Sportfoto Zink / DaMa

Plötzlich wurde es still im Max-Morlock-Stadion, dem Achteck, in dem sonst so frenetisch die Profis des 1. FC Nürnberg bejubelt werden. Zuvor eine kurze Lautsprecherdurchsage: "Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt allen Angehörigen, Freunden und Bekannten der beiden Opfer." Dann verstummten die Fans. Der Club gedachte am Samstagnachmittag unmittelbar vor seinem Spiel gegen Werder Bremen den beiden Jugendlichen, die bei einem S-Bahn-Streit an der Haltestelle Frankenstadion, nur wenige Hundert Meter entfernt, ihr Leben ließen.

Der Vorfall sorgte für Bestürzung, nicht nur in Heroldsberg, dem Heimatort der beiden 16-Jährigen, sondern in ganz Franken. Sie wurden von einem einfahrenden Zug getötet, ein dritter Jugendlicher konnte sich in letzter Sekunde retten. Unter Tatverdacht stehen zwei 17-Jährige, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Tötung. Die Polizei hat mittlerweile eine Ermittlungskommission eingesetzt. Bereits weit vor Anpfiff legten Club-Fans Kerzen und Botschaften an der Haltestelle Frankenstadion nieder. "Ruhet in Frieden", stand etwa auf einem. In der Nürnberger Nordkurve entrollten die Ultras ein Spruchband mit einer ähnlichen Kondolenznachricht. 

Bereits vor einigen Tagen reagierte der 1. FC Nürnberg auf den tragischen Vorfall unweit des Max-Morlock-Stadions. "Wir sind noch immer schwer erschüttert von der Tragödie, die sich am Wochenende direkt vor unserer Haustür an der S-Bahn-Station Frankenstadion ereignet hat", schrieb der Verein etwa auf Facebook. "Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt allen Angehörigen, Freunden und Bekannten der beiden Opfer."


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