Viele Siege zu Saisonbeginn

Traumstart! Vereine im Seenland setzen frühes Ausrufezeichen

26.8.2021, 16:35 Uhr
Viel zu jubeln gibt es aktuell beim SV Ornbau. Doch der Bezirksliga-Absteiger ist längst nicht der einzige Vereine in der Region, der sich in guter Form präsentiert.

Viel zu jubeln gibt es aktuell beim SV Ornbau. Doch der Bezirksliga-Absteiger ist längst nicht der einzige Vereine in der Region, der sich in guter Form präsentiert. © Foto: Dominik Mayer

Werner Rank ist zufrieden – und er hat allen Grund dazu. Nach vier Spieltagen steht sein SV Cronheim auf Platz zwei der Kreisliga West, nur einen Punkt hinter Spitzenreiter TV Büchenbach. Lediglich in Rednitzhembach musste man sich bisher knapp geschlagen geben, ansonsten ging man stets als Sieger vom Feld. "Und unsere Pokalspiele haben wir auch alle gewonnen", betont Rank nicht ohne Stolz auf sein Team.

Am Mittwoch setzte sich der SV beim TSV Spalt im Elfmeterschießen mit 4:3 durch und steht somit im Viertelfinale des Kreispokals. Allerdings weiß der ehemalige Bundesligaspieler die bisherigen Erfolge realistisch einzuschätzen: "Fast alle Spiele waren ausgeglichen, nur gegen Penzendorf waren wir klar die bessere Mannschaft."

Dass der Saisonstart dennoch so gut geglückt ist, führt der 53-Jährige vor allem auf eine intensive Vorbereitung zurück. "Es macht sich eben bezahlt, dass wir seit 1. Juni zweimal pro Woche trainieren und am Sonntag jeweils ein Testspiel gemacht haben. Dadurch sind wir jetzt körperlich auf der Höhe und schon voll im Rhythmus." Den Ausfall der Stammspieler Jens und Simon Schlicker sowie Stefan Gloß konnte man so kompensieren.

Normale Vorbereitung möglich

Doch nicht nur in Cronheim hat man es geschafft, trotz langer Pause im Amateurfußball gut in die neue Spielzeit zu starten. Rund um das Seenland gibt es einige Teams, denen es offenbar gelungen ist, sich die Lockdown-Lethargie aus den Beinen zu laufen. Viele Teams stehen nach den ersten Spieltagen gut da. So auch der SV Arberg in der Kreisliga Nürnberg/Frankenhöhe, der vergangene Saison nur knapp den Aufstieg in die Bezirksliga verpasst hat. Auch Trainer Steffen Engelhardt glaubt, dass der gute Start seiner Elf mit der – ganz im Gegensatz zum Jahr 2020 – ungestörten Vorbereitung zusammenhängt: "Auf diese Weise kann man sich sowohl physisch als auch mental viel besser auf den anstehenden Wettkampfmodus vorbereiten."

Zudem, sagt Engelhardt, sei seine Mannschaft reifer geworden. Das Team habe begriffen, was es bedeutet, eine Spitzenmannschaft zu sein. Dass jeder Gegner noch ein bisschen mehr motiviert ist, jeder Punktverlust den Aufstieg kosten kann, jeder Spieler konstant seine Leistung abrufen muss. "Das vergangene Wochenende hat uns gezeigt, dass man in dieser Liga auch gegen jeden verlieren kann, wenn man mit dem Kopf nicht dabei ist", mahnt Engelhardt. Mit 0:3 lag Arberg nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit gegen Dinkelsbühl zurück, am Ende reichte es nur noch zu einem 2:3. Eine unnötige und vermeidbare Niederlage, die man in Arberg kritisch aufarbeiten wird – ganz im Stile eines Top-Teams.

Zu denen gehört in der Frankenhöhe neben dem SV Arberg, nicht ganz überraschend, auch Bezirksliga-Absteiger SV Ornbau. Trotz einiger personeller Veränderungen startete das Team von Trainer Patrick Hilgarth mit drei Siegen und zwei Unentschieden in die Spielzeit 2021/22. "Nach unserer Vorbereitung mit einigen Urlaubern, Verletzten oder Studenten im Prüfungsstress und dem Umbruch war das in der neuen Umgebung Kreisliga so nicht zu erwarten", sagt er.

"Ziel war, weniger Gegentore zu bekommen"

Obwohl längst nicht immer alle Spieler im Training sein können, arbeiten die, die da sind, konzentriert mit. So eine Mannschaft wächst allmählich zusammen, Vertrauen entsteht, Automatismen spielen sich ein. "Zudem haben wir schon auch Qualität und erfahrene Spieler im Kader", weiß Hilgarth. Zum Beispiel Stürmer Andreas Engelhardt. Acht der insgesamt 14 bisherigen Ornbauer Saisontore hat Engelhardt erzielt. Der 30-Jährige ist das, was man neudeutsch einen "Unterschiedsspieler" nennen würde.

Bei der SG Pfofeld/Theilenhofen kommen sie dagegen mit weniger Toren aus. Die Bilanz stimmt trotzdem. Vier Spiele, zehn Punkte, Platz zwei – so lässt sich die Lage des Teams von Coach Andreas Heid zusammenfassen. Auch im Pokal läuft es glänzend. Mit 4:0 setzte man sich am Mittwoch bei der TSG Pappenheim durch und steht somit im Viertelfinale. "Wir haben junge Spieler in die Mannschaft integrieren können und haben in der Vorbereitung den Fokus auf die Defensive gelegt", arbeitet Heid zwei Erfolgsfaktoren heraus. "Das Ziel war und ist, deutlich weniger Gegentore zu bekommen. Wenn wir das schaffen, werden wir in der Tabelle sicher weiter oben stehen als letztes Jahr." Momentan sieht es gut aus. Erst fünfmal trafen die Gegner in der Liga bislang gegen die SG. Für Heid, der in seiner aktiven Zeit als Torwart unter anderem beim TSV 1860 München unter Vertrag stand, der Schlüssel zum gelungenen Saisonstart.

Geschlossenheit ist entscheidend

Beim SV Eintracht Alesheim zeigt sich hingegen vor allem die Offensive in starker Verfassung. Sechzehn Tore hat man in vier Spielen in der A-Klasse West schon erzielt. Damit ist das Team Tabellenführer und befindet sich auf Kurs zum direkten Wiederaufstieg, der das erklärte Ziel in Alesheim ist. "Der ausschlaggebende Grund dafür, warum es bei uns zurzeit so gut läuft, ist definitiv die Stimmung innerhalb der Mannschaft", sagt Mittelfeldspieler Janik Reutelhuber, Bruder von Trainer Niklas Reutelhuber.

"Auch abseits vom Fußball verstehen wir uns untereinander bestens. Nach dem Training bleiben wir gerne einmal etwas länger sitzen oder machen gemeinsam Brotzeit." Die Chemie stimmt in Alesheim, die Ergebnisse auch. Das 1:1 vergangenes Wochenende beim 1. FC Altenmuhr soll nicht mehr als ein Schönheitsfehler bleiben. Viele unnötige Punktverluste darf man sich ohnehin nicht erlauben, mit dem FC Kalbensteinberg sitzt den Alesheimern ein Team im Nacken, das schon vergangene Spielzeit zu den besten der A-Klasse gehört hat.

Und natürlich wissen alle, dass die Saison noch sehr lang ist. Die Trainer betonen unisono, dass es nun erst einmal gilt, den guten Start zu festigen. Nur wenn das gelingt, gibt es im Frühjahr 2022 vielleicht etwas zu feiern.

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