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Treffsicher, aber anfällig: Bochum im Club-Gegner-Check

Der VfL baut auf den Kongolesen Ganvoula - 29.05.2020 16:03 Uhr

Nur schwer zu bremsen ist Bochums kongolesischer Torjäger Silvere Ganvoula (Mitte).

© Lars Baron


So ist die Lage Mit sieben Punkten aus drei Spielen ist der VfL Bochum, am Samstag (13 Uhr, Liveticker bei nordbayern.de) zu Gast beim 1. FC Nürnberg, nicht nur prima aus der Corona-Pause gekommen, sondern nun auch schon seit sechs Partien ungeschlagen. Ein hart erkämpfter 2:1-Heimsieg gegen Holstein Kiel ließ die schlecht in die Saison gestarteten Westfalen mit 35 Punkten immerhin auf Tabellenplatz zehn klettern. "Uns war klar, dass wir nach der Corona-Pause nur noch Endspiele haben", betonte Trainer Thomas Reis und mahnte: "Wir haben uns ein bisschen Luft verschafft, aber das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein."

 

Top & Flop Mit 45 Toren stellt der VfL eines der offensivstärksten Teams der Liga. Neben Top-Scorer Silvere Ganvoula (13 Tore), der noch an anderer Stelle ausführlich gewürdigt wird, hat dazu vor allem ein gewisser Danny Blum beigetragen. Der flinke Linksfuß, der von 2014 bis 2016 beim 1. FCN eher durch ein sehr eigenwilliges taktisches Verhalten aufgefallen war, brachte es in 25 Spielen bereits auf neun Tore und zehn Vorlagen. Seit dem Restart der Liga pausiert Blum aber wegen Wadenproblemen. So treffsicher sich der VfL oft präsentiert, so anfällig zeigt er sich in der Defensive: 46-mal schlug es bereits im Bochumer Kasten ein – nur Nürnberg (49) und Karlsruhe (47) kassierten mehr Gegentore.

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Im Fokus Auch abseits des Rasens ist Silvere Ganvoula eine beeindruckende Erscheinung: Der 1,91 m große und 90 kg schwere kongolesische Nationalspieler gilt als modebewusster Styler mit einem Faible für extravagante Outfits. Auf dem Platz weiß Ganvoula seinen bulligen Körper ebenfalls in Szene zu setzen: Mit 13 Toren und sieben Vorlagen (sowie drei Treffern im DFB-Pokal) hat sich der 2018 aus Anderlecht gekommene Sturmtank als verlässlicher Knipser etabliert. Auch die Bundesligisten Borussia Mönchengladbach und FSV Mainz 05 sollen bereits ein Auge auf den 23-Jährigen geworfen haben.

Kreativität und Insolvenz

Das Hinspiel War bereits zur Halbzeit entschieden. Danilo Soares hatte mit dem 1:0 in der neunten Minute gegen einen desolaten Club frühzeitig die Richtung vorgegeben. Simon Lorenz (40.), der von einem Fehler des 18-jährigen Ersatzkeepers Benedikt Willert profitierte, und Manuel Wintzheimer (45.) erhöhten per Doppelschlag kurz vor der Pause auf 3:0. Zur zweiten Hälfte präsentierten sich die Gäste etwas stabiler und erspielten sich auch einige gute Chancen, mehr als das 1:3 durch Asger Sörensen (63.) sollte aber nicht mehr herausspringen. Einen Tag später war die Ära von Trainer Damir Canadi am Valznerweiher beendet.

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Wer/Was ist neu? Mit dem Ex-Fürther Robert Zulj holte man sich aus Hoffenheim einen Tick mehr Kreativität ins Mittelfeld, seit drei Spielen zählt der Österreicher zum Stammpersonal. Etwas Anlaufzeit benötigte auch der von Deportivo La Coruna ausgeliehene griechische Innenverteidiger Vasilios Lampropoulos. Die Castroper Straße verlassen haben Görkem Saglam (Willem II Tilburg) und Chung-yong Lee (Ulsan Hyundai).

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Und sonst so? In der Corona-Krise soll der Verein für Leibesübungen Bochum 1848 zu den akut gefährdeten Profiklubs gehören. Bereits im Mai, so hieß es, hätte dem Zweitligisten im schlimmsten Fall die Insolvenz gedroht. "Wir tun derzeit und künftig alles dafür, dass dieses Szenario nicht eintreten wird", versprach Geschäftsführer Ilja Kaenzig. Hilfe kam von unerwarteter Seite: Ex-Trainer Robin Dutt, der im August nach taktischen Differenzen mit der Mannschaft und öffentlich geäußerten Rücktrittsgedanken freigestellt worden war, bot generös an, auf Geld aus seinem noch bis 30. Juni laufenden Vertrag zu verzichten.

Uli Digmayer

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