Challenge Roth

Triathlon als Gemeinsamkeit - Pärchen ging für die TSG 08 Roth an den Start

6.9.2021, 05:55 Uhr
Motiv: Charles Rutaremwa und seine Freundin und Trainingspartnerin Madlin  Bußinger, beide Starter in der Langdistanz beim Challenge Roth 2021, Private  Bilder aus der Vorbereitung, Foto: privat

Motiv: Charles Rutaremwa und seine Freundin und Trainingspartnerin Madlin Bußinger, beide Starter in der Langdistanz beim Challenge Roth 2021, Private Bilder aus der Vorbereitung, Foto: privat © privat, NN

Eigentlich sei er 15 Jahre lang leidenschaftlicher Kreisliga-Fußballer gewesen. "Mein Trainer hat damals schon immer zu mir gesagt: 'Charlie du bist ein Läufer. Meine Aufgabe ist es, aus dir einen Fußballer zu machen'", erzählt Charles Rutaremwa über seine Fußball-Karriere, in der vor allem der Ball sein größter Feind war.

Zum Triathlon ist der 31-jährige Baden-Württemberger durch seine Freundin gekommen - Madlin Bußinger, ebenfalls Starterin für die TSG 08 Roth. Für beide noch nicht all zu lang aktiven Triathleten ist es das Erste Mal in der Langdistanz. Sie beide sind gemeinsam immer mehr in den Triathlon-Sport hinein gewachsen. Dabei hat die aus Großweingarten stammende Madlin bereits etwas früher mit dem Marathon-Laufen begonnen, was die beiden auch etwas zusammengeführt habe.

"Während des Studiums in Ravensburg bin ich schon immer joggen gegangen. So gegen 2015 habe ich dann mit einer Freundin beschlossen einen Marathon zu laufen. Später haben dann ein paar Mädels und ich bei einem zehn-Freunde-Triathlon mitgemacht. Das ist ein guter Einstieg, wenn man weder wirklich Schwimmen noch Radfahren kann", scherzt die 30-Jährige.

Als sie sich dann kennenlernten, wurde Charles auf ein paar Marathon-Bilder von Madlin aufmerksam. "Ich hatte da noch keine Ahnung von dem Sport und habe erstmal nur so getan", erinnert er sich lachend und fügt noch hinzu: "Am Ende hat sie mich aus einem Fußballer zum Triathleten gemacht."

2018 nahm Madlin das erste Mal am Marathon beim Challenge Roth teil. "Sie hat mich gefragt, ob ich zuschauen möchte. Mein erster Gedanke war, dass das ja total langweilig sein muss", gesteht Charles. Aber der Liebe wegen habe er sich überzeugen lassen. Der Plan war mit Freunden hinzufahren und mit ein paar Bier am Rand den Leuten beim Rennen zuzusehen. "Es hat mich dann einfach total begeistert, wie die Leute dort voll mit dabei waren. Wie Kinder ihre Eltern angefeuert haben, die für die Vorbereitung auf den Triathlon früh um fünf aufstehen, um eine Runde laufen zu gehen", berichtet er von dem prägenden Event. Am Ende seien die Freunde gar nicht zum Biertrinken gekommen. "Es war viel zu spannend sich mit den anderen Leuten zu unterhalten."

"Dadurch habe ich Charles also angefixt", sagt Madlin lachend. Nicht all zu lange darauf hin, legten die beiden zusammen ihre erste Mitteldistanz hin. Ihr Freund sei ihr jedoch nicht nur in den Sport gefolgt, sondern auch aus Schwäbisch Hall in ihre Heimat, als sie aus beruflichen Gründen wieder ins Seenland wechseln konnte.

Über ihren Vermieter sind sie dann zur TSG gekommen und von da an ging es Schlag auf Schlag, wie Charles berichtet: "Der Alex Richter (Anm. Red. Kapitän der ersten Triathlon-Mannschaft der TSG 08 Roth) hat mich dann auf der Laufbahn trainieren sehen und angesprochen. Am Anfang hat er mir nur ein paar Sachen aufgeschrieben, mittlerweile trainiere ich schon fast professionell mit Excel-Tabellen."

2019 waren sie dann beide beim Challenge dabei. Madlin in der Schwimmstaffel, obwohl das nach ihrer eigenen Aussage ihre schwächste Disziplin ist - "Da geht es für mich nur ums Überleben" - und Charles versuchte sich auf dem Rad. "Nach der Saison meinte der Alex dann zu mir, dass es ja gut gelaufen sei und ich mich für das kommende Jahr ruhig zur Langdistanz anmelden soll. Das hat mich schon etwas selbstbewusster gemacht."

Madlin und Charles hatten sich bereits für 2020 angemeldet. Nach der anfänglichen Enttäuschung aufgrund der Absage und dann der Verschiebung auf September haben sie es dann sogar positiv gesehen. "Dadurch konnten wir den ganzen Sommer bei bestem Wetter gut durchtrainieren. Wir haben zusammen quasi ein Trainingslager zu Hause gemacht", sagt Charles über die gemeinsame Vorbereitung.

Die Vorbereitung hat sich letztendlich auch gelohnt. Madlin schaffte es nach 10:25:50 ins Finish und hat damit ihr Ziel unter elf Stunden zu bleiben erreicht. Charles konnte seine Fähigkeiten im Schwimmen und im Radfahren testen, dann war für ihn Schluss. "Beim Wechsel aufs Rad hatte ich einen Sturz. Mein Schuh war voller Blut, aber ich habe die Strecke absolviert und dachte, dass ich nur ein Pflaster brauche, bevor ich laufen gehe. Die Sanitäter haben dann gesagt, dass ich keine Laufschuhe brauche sondern einen Krankenwagen - also Notaufnahme statt Finish", sagt er enttäuscht. Nach der ersten Versorgung - die Wunde musste mit sechs Stichen genäht werden - konnte er dann aber immerhin seiner Freundin beim Zieleinlauf zujubeln. Im kommenden Jahr besteht dann wieder die Möglichkeit für einen neuen Anlauf, um über die Ziellinie zu schreiten.

Bei der Frage, ob er seiner Fußballer-Zeit noch etwas hinterhertrauert, wird Charles kurz nachdenklich: "Manchmal, wenn ich mit dem Rad bei Heideck vorbei fahre und die Jungs beim "Eggla-Spielen" sehe, dann bekomme ich schon wieder Lust. Aber beim Triathlon läuft es doch besser." Zwar sei er kein schlechter Fußballer gewesen, aber schon ein kleiner Chancentod vor dem Tor, sagt er lachend. "Was früher der Ball war, ist heute das Schwimmen, das ist wahrscheinlich meine schwächste Disziplin." Eine Gemeinsamkeit, die er mit seiner Freundin Madlin hat, genau so wie den Triathlon-Sport an sich, der die beiden wahrscheinlich noch näher zusammengebracht hat.

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