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Trier vermasselt Falcons Heim-Premiere am Airport

Gladiators gewinnen in Nürnberg mit 20 Punkten Vorsprung - 18.11.2018 19:52 Uhr

Gute Stimmung, aber kein Sieg: Das erste Spiel in der neuen Heimat haben die Falcons gegen Trier verloren. © Sportfoto Zink / OGo


Über sieben Monate sind vergangen, seitdem Nürnberg zum letzten Mal in den Genuss eines Heimspiels seiner besten Basketballer gekommen ist. Der Gegner damals: Trier (81:75). Am Sonntagabend waren erneut die Gladiators zu Gast in Nürnberg, das war aber so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit mit dem Spiel im Frühjahr.

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Bruchlandung am Flughafen: Heimspiel-Premiere der Falcons misslingt

Die neue Halle - respektive das Zelt - ist ein echtes Schmuckstück. Ein guter Einstand auf ihrem künftigen Lieblingsspielplatz glückte Nürnbergs Zweitliga-Basketballern jedoch nicht. Gegen Trier kamen die Junge-Schützlinge nahe des Flughafens nicht auf die Reisehöhe, die man sich beim NBC für auch für den weiteren Saisonverlauf so vorstellt.


Nürnbergs Profi-Basketballer haben den Sommer recht gut genutzt, um sich wieder einmal neu zu erfinden, ausnahmsweise lag das aber einmal nicht an ihnen selbst. Über Jahrzehnte hat der Standort eine Reihe von kleineren und größeren Tragödien erlebt, das 61:81 (16:23, 10:21, 15:21, 20:16) gegen eines der Spitzenteams der ProA wird aber trotz des Ergebnisses als Erfolg in die Geschichte eingehen.

Basketball im Bierzelt

Wenige Wochen vor dem Saisonstart entpuppte sich die Halle am Berliner Platz im Zuge von Renovierungsarbeiten nicht ganz überraschend als Sicherheitsrisiko, über Nacht standen die Falcons ohne Spielstätte da. Die Suche nach einer neuen Heimat gestaltete sich schwierig, zwischenzeitlich schien sie aussichtslos, was dann am Sonntagabend nach vier abgesagten Partien im sogenannten "Eventpalast" am Albrecht-Dürer-Flughafen aufgeführt wurde, war aber tatsächlich: ein Basketballspiel.

Zusammen mit der Veranstaltungsagentur werk:b wurde ein überdimensioniertes Bierzelt in eine Sportstätte verwandelt - und das, obwohl es am Abend zuvor noch beinahe im Wortsinne als Bierzelt genutzt wurde. Als der Samstag längst zum Sonntag geworden war, feierten hier noch zwei sehr glückliche Menschen ihre Hochzeit, als sich die letzten Gäste Richtung Taxistand verabschiedet hatten, begann der NBC im Morgengrauen mit dem Aufbau. Tische, Stühle und weiße Papiertischdecken raus, Parkett, Stahlrohrtribünen und Werbebanden rein. Punkt 18 Uhr war alles fertig, auch wenn ihnen in den kommenden Wochen natürlich die Arbeit nicht ausgehen wird, um den Ort noch schöner zu gestalten.

Die neue Halle hat "Hexenkessel"-Potenzial

Dass die neue Halle im Gegensatz zum Berliner Platz eine echte Heimat für Nürnbergs Zweitliga-Basketballer werden kann, ließ sich allerdings bereits bei diesem ersten Praxistest erahnen. Ralph Junge, Nürnbergs Cheftrainer und Geschäftsführer, hofft darauf, dass am Flughafen ein "Hexenkessel" entsteht, zumindest phasenweise war es gegen die Gladiators bereits einer.

Die Zuschauer sind näher am Geschehen, die Trommeln sind lauter, nur Nürnbergs Basketballer hatten sich bei der Premiere noch nicht akklimatisiert. Nach vier Siegen in fünf Auswärtsspielen, zeigten sie zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt ihre schwächste Saisonleistung. Ohne den verletzten Nils Haßfurther gingen die Falcons sehr euphorisch, vielleicht auch übermotiviert in die Partie.

Jackson Kent erzielte nach einer Minute die ersten Nürnberger Punkte, zog dann aber zuweilen zu überhastet zum Korb, auch Marcell Pongo probierte es zu oft mit dem Kopf durch die Wand, Ishmail Wainright sammelte in zwölf Minuten gleich drei Fouls und konnte sich anschließend erst einmal in Ruhe das mit 912 Zuschauern mehr als ordentlich gefüllte Zelt anschauen. Die deutlich erfahreneren Gäste zogen dagegen souverän ihr Spiel durch.

Gute Laune trotz Niederlage

War die Begegnung im ersten Viertel noch einigermaßen ausgeglichen, schien der Punktestand der Falcons im zweiten Abschnitt wie eingefroren zu sein. Nachdem auf der Anzeigetafel minutenlang eine "16" bei den Nürnbergern leuchtete, ergänzten sie bis zur Halbzeitpause nur noch magere zehn Pünktchen. Trier traf dagegen kontinuierlich von außen und in der Zone, nach dem Seitenwechsel wuchs der Vorsprung weiter an, zwischenzeitlich sogar bis auf 24 Punkte.

Die Laune ließ sich das Publikum davon aber nicht verderben. Es wurde weitergetrommelt und geschrien, auch weil Junges Mannschaft bis in die Schlussminute versuchte, den Qualitätsunterschied durch Einsatz auszugleichen oder zumindest kleiner erscheinen zu lassen. Bereits am Mittwoch (19.30 Uhr) ist dieses Publikum wieder gefragt, dann ist Kirchheim zu Gast am Nürnberger Flughafen. 

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