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Trotz verschenkter Punkte: Der Glaube beim FCN ist da

Nach der Niederlage vertrauen sie beim 1. FC Nürnberg weiter dem Weg - 25.02.2020 05:58 Uhr

Zusammenhalten, egal was kommt: Die Fußballer des 1. FCN proben den Schulterschluss. © Foto: Wolfgang Zink


Die Schlussphase der 1:2-Niederlage gegen Darmstadt hatte bei allen Beteiligten im Nebennierenmark noch einmal viele Hormone freigesetzt; zunächst der Treffer von Dario Dumic, als sich der Club schon auf einen sehr verdienten Punktgewinn eingestellt hatte; dann die Gelb-Rote Karte gegen Fabian Nürnberger, der ein wenig zu intensiv die Blitzheilung eines Gegenspielers vorantreiben wollte; ein umstrittener Pfiff, mit dem Schiedsrichter Patrick Alt den letzten wütenden Angriff der Gastgeber unterband; davor das elfmeterreife Foul an Hanno Behrens, das sich der Unparteiische aber nicht einmal auf Video anschauen wollte, und die doppelte Bestrafung in der 52. Minute, als Asger Sörensen seine Hände zum zweiten Mal in dieser Saison nicht im Griff hatte (und dafür am Montag vom DFB-Sportgericht für ein Spiel gesperrt wurde).

"Nur" in dicken Anführungsstrichen

Jens Keller fühlte sich und seinen Club am Sonntag nicht gerecht behandelt – oder zumindest nicht genauso ungerecht wie den Gegner. "Es waren sehr viele Entscheidungen, die man nicht nachvollziehen kann", sagte er danach. Damit ging es ihm wohl wie dem Großteil der 25 549 Zuschauer im Max-Morlock-Stadion, aber um sich noch länger als die 90 Minuten plus Nachspielzeit und die anschließende Pressekonferenz über die Schiedsrichterleistung aufzuregen, dafür konnte und wollte er sich nicht die Zeit nehmen.


1:2 gegen Darmstadt: Dumic schockt den FCN spät


Noch am Sonntag betonte er deshalb lieber die Aspekte, die ihm Hoffnung gemacht hatten, bei der in ihrer Entstehungsgeschichte doch sehr unglücklichen Niederlage. "Wir können sehr viel Positives mitnehmen aus diesem Spiel", sagte Keller und lobte seine Fußballer dafür, wie sie sich auch zu zehnt "gewehrt" und "keine einzige große Chance zugelassen" hatten. Bis Dumic eben die Lust am Kombinationsspiel verlor.

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Der Blick ging danach gleich wieder nach vorne. Bereits am Freitag ist der 1. FC Nürnberg beim Tabellennachbarn in Karlsruhe gefordert und weil sich der Club nun schon etwas länger in den finsteren Tabellenregionen der 2. Bundesliga herumtreibt, ist es natürlich wieder ein enorm wichtiges Spiel um den Ligaverbleib. Nur zwei Punkte beträgt der Vorsprung auf den KSC, der aktuell den Relegationsplatz belegt, nur vier Zähler sind es auf einen direkten Abstiegsplatz.

 

 

Was sich ändern muss? Eigentlich nur die Ergebnisse, finden die Beteiligten – "nur" natürlich in dicken Anführungsstrichen. Was das Kerngeschäft angeht, kam der 1. FC Nürnberg beim 2:2 in Heidenheim zumindest phasenweise schon deutlich anschaulicher daher, gegen Darmstadt war die Mannschaft nach einer sehr verhaltenen Anfangsphase überlegen – auch in Unterzahl. Jede Menge "Herz und Wille" hätten seine Spieler gezeigt, fand Keller, und: "Die Mannschaft glaubt an das, was wir erarbeiten. Deshalb gibt es keinen Grund, irgendetwas zu ändern."

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Schlechter hätte es für den FCN gegen Darmstadt kaum laufen können. Nach der Führung durch Nikola Dovedan verliert der Club nach Elfmeter und Roter Karte gegen Asger Sörensen die Partie noch mit 1:2. Auch zu zehnt zeigten die Nürnberger sich aber weiter bemüht, die Noten fallen trotzdem mäßig aus. Nur ein Spieler sticht positiv hervor.


Hanno Behrens, der Kapitän, sah es ähnlich: "Wir können uns nichts vorwerfen", sagte er, als er in der Interviewzone mit hochroten Wangen seine Enttäuschung in die Mikrofone diktierte: "Bis zur Roten Karte sind wir die klar bessere Mannschaft und haben auch danach diszipliniert verteidigt. Das ist die Basis für die Liga."

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Hinten diszipliniert verteidigen und vorne die raren Torgelegenheiten möglichst effizient nutzen. Nach der Führung am Sonntag durch Nikola Dovedan hatte Jens Keller durchaus noch ein paar Gelegenheiten erkannt, in der seine Spieler ein zweites Tor hätten erzielen können, die beste vergab Michael Frey, als ihm nach 62 Minuten zu früh Kraft und Konzentration abhanden kamen. "Wir müssen die Konter besser ausspielen", stellte Behrens fest und fand doch noch etwas, dass sie sich selbst vorwerfen konnten.

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