Derby in der Kreisklasse Nürnberg/Frankenhöhe 5

TSV Zirndorf holt sich Energie gegen die DJK Concordia

14.10.2021, 18:23 Uhr
Sebastian Skiba musste als Torhüter des TSV Zirndorf zweimal hinter sich greifen.

Sebastian Skiba musste als Torhüter des TSV Zirndorf zweimal hinter sich greifen. © Foto: Jürgen Rauh/Zink

Klar war die Laune nach dem 2:4 (1:1) an der Fürther Kolpingstraße bei Gäste-Coach Muharrem Seven gut: "Meine Jungs wussten von Anfang an, um was es geht, und wir hatten das Spiel weitgehend unter Kontrolle."


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Als interne Interimslösung übernahm Seven, der seit Saisonbeginn bereits die zweite Garnitur des TSV Zirndorf betreute, erst vor kurzem das Amt von Emin Türkmen.

"Mein Vorgänger und der Vorstand hatten sich Anfang September darauf geeinigt, getrennte Wege zu gehen", erläutert Seven die Gründe für seine "Beförderung" und bedankt sich auch bei Tobias Fromm, der spontan für ihn die Reserve übernahm. Für ihn ist es die erste Trainerstation. "Von Erfahrung im Trainergeschäft kann man also nicht sprechen, aber in meiner Zeit als Aktiver hatte ich das Glück, viele gute Trainer zu haben, von denen ich mir einiges abschauen konnte", so Seven weiter. Geplant war die Trainerkarriere allerdings seinen Worten nach nicht: "Das war eine Entscheidung aus dem Bauch heraus".

Schon etwas länger ist sein Pendant bei der DJK Concordia Fürth im Amt. Auch Giuseppe Curci war einst eine interne Lösung. Nach erfolgreichen Jahren in der Jugend ließ er sich im September 2020 dazu überreden, die Herrenmannschaft zu übernehmen. "Bereut habe ich diese Entscheidung auf keinen Fall", erzählt Curci, der bei der Concordia einige Spieler von der C-Jugend bis in die erste Mannschaft begleitet hat.

Wo war der Kampfgeist eines Kellerduells?

Im Rückblick auf den vergangenen Spieltag erinnert sich Concordias Spielleiter Alexander Chrobok, der auch selbst auf dem Platz steht: "Angesichts der derzeitigen Situation hätten wir den TSV Zirndorf schlagen müssen." Er vermisste auf beiden Seiten den Kampfgeist im Kellerduell.

Die Gründe für die bisher magere Ausbeute sieht der Spielleiter in der langen Coronapause, nach der viele Spieler nicht mehr zu ihrer ursprünglichen Form gefunden hätten. Auch das hohe Durchschnittsalter des Kaders sei ein Grund. Darüber hinaus hätte gerade zu Saisonbeginn jeden Sonntag ein bunt gemischtes Team aus Spielern der ersten und zweiten Mannschaft sowie der beiden Privatmannschaften auf dem Feld gestanden – der Urlaubszeit geschuldet.

In Zirndorf indes ist das Lazarett mit vielen (Langzeit-)Verletzten gefüllt. Trainer Seven glaubt dennoch: "Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass der gesamte Kader die physische und mentale Stärke und Qualität besitzt, um am Ende nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben." Er setzt vor allem auf die körperliche Fitness: "Der Körper muss ja in der Lage sein, das zu machen, was der Kopf ihm sagt."

Positiv stimmt ihn auch die Lernbereitschaft und Offenheit seiner Truppe. "Unser Team harmoniert auf und neben dem Platz, wir haben auch keine strikte Trennung zwischen erster und zweiter Mannschaft".

Aktuell zu schwach

Hinsichtlich der Qualität des Kaders vertritt Concordia-Spielleiter Chrobok eine etwas differenziertere Meinung: "Mit dem aktuell verfügbaren Kader sind wir zu schwach für die Kreisklasse. Sollten wir jedoch in Zukunft verletzungsfrei bleiben, sehe ich eine realistische Chance, die Liga zu halten und ordentlich mitzuspielen." Sein Trainer Giuseppe Curci beschäftigen nach wie vor die Folgen des Fußballverbots: "Viele sehr gute Spieler aus unserer A-Jugend haben leider durch die lange Pause dem Fußball den Rücken gekehrt."

Curci möchte das aber nicht als Alibi verstanden wissen. Umso mehr sei er der Ü-30-Fraktion seines Kaders für deren Einsatz dankbar. Das Ziel liegt aus Sicht des Trainers nun darin, eine eingespielte Mannschaft auf den Platz zu bekommen. Wo liegt für ihn die Diskrepanz zwischen Jugend- und Herrenbereich? "Ich sehe hier keine großen Unterschiede. Mit Disziplin, Einsatz, Respekt und Willen kann man im Fußball in allen Alters- und Spielklassen etwas erreichen. Fußball lebt von Entscheidungen und Ereignissen. Aktuell sind diese bis dato nicht zu unseren Gunsten gelaufen."

Abgerechnet werde ohnehin zum Schluss. "Wir haben noch 17 Spiele vor uns und jetzt konzentrieren wir uns auf den nächsten Spieltag und das Auswärtsspiel bei ATV 1873 Frankonia Nürnberg." Der Gegner steht momentan auf Platz drei der Tabelle, Concordia ist Zwölfter. Also eine weitere Parallele zum Gegner der Vorwoche: Der TSV Zirndorf, Platz elf, trifft zuhause auf Primus TSV Altenberg.

Mit dem jüngsten Dreier im Gepäck geht der Trainer kämpferisch in dieses Landkreis-Derby: "Meine Spieler wissen, dass unabhängig von der Tabellensituation jedes Spiel und jeder Punkt für uns zählt. Altenberg steht natürlich nicht grundlos dort oben, aber wir werden alles versuchen, um auch in diesem Spiel etwas Zählbares mitzunehmen."

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