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Unglücklich vom Punkt: Fürths Paul Seguin hadert

Kleeblatt-Spieler ist selbstkritisch, blickt aber auch schon nach vorn - 11.01.2021 05:57 Uhr

Kein schöner Abend: Paul Seguin (hier im badischen Schneeregen) ärgert sich über das 2:3 in Karlsruhe. 

09.01.2021 © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink


Selbstkritisch ist Paul Seguin, das sagt er auch über sich. Anstatt lange über den schlechten Rasen oder irgendeine Pechsträhne zu lamentieren, steht er zu seinem Fehler, den vergebenen Elfmeter in Karlsruhe.

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Beim Kleeblatt teilen sich Branimir Hrgota, Julian Green und Paul Seguin die Verantwortung für die Elfmeter. "Wer sich gut fühlt, schießt", sagt Trainer Stefal Leitl. In Karlsruhe saß Hrgota noch auf der Bank, Green hatte in der Vorwoche gegen St. Pauli verwandelt. "Ich habe mich gut gefühlt", erinnert sich Seguin an die Situation vor dem Strafstoß am Freitagabend. "Ich wollte Verantwortung übernehmen und zeigen, dass ich ein guter Elfmeterschütze bin, nachdem ich in Hoffenheim verschossen hatte."

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Im DFB-Pokal bei der TSG hatte Seguin in der Nachspielzeit den Elfmeter zum Sieg vergeben, beim späteren Elfmeterschießen aber die Nerven behalten und verwandelt. Auch in Karlsruhe schien es zunächst so, als habe der parierte Strafstoß keine Spätfolgen: Direkt im Anschluss an die vergebene Chance köpfte Sebastian Ernst zum 2:1 ein. Diesmal aber gab es kein Happy End, das Kleeblatt verlor - nach einigen anderen Eigenfehlern - mit 2:3.

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Da wäre mehr drin gewesen! Da sich das Kleeblatt in einer turbulenten ersten Hälfte in Karlsruhe jedoch zwei kapitale Aussetzer erlaubt und nach Wiederbeginn einen einst für Fürth stürmenden Torjäger nicht stoppen kann, muss die Spielvereinigung, die durch die 2:3-Niederlage in Baden den zumindest vorübergehenden Sprung auf Platz eins verpasst, die erste Auswärtsniederlage der laufenden Saison anerkennen. Bilder dazu? Gibt es natürlich auch!


"Wir haben eine gute Leistung gezeigt, aber wir haben individuelle Fehler gemacht, die auch bestraft werden in dieser Liga. Wir sind eine junge Mannschaft, da dürfen Fehler passieren", sagt Seguin. "Doch es ist sehr ärgerlich. Vom Spielverlauf her dürfen wir dort nicht verlieren."

Die Partie hat sich Seguin noch einmal komplett angesehen, das macht der gebürtige Magdeburger immer. Dazu kommt das Videostudium seiner eigenen Leistung. "Ich bin sehr kritisch, ich schaue immer, was ich besser machen kann. Ich schaue mir in der Woche meine Szenen oft an, besonders wenn wir verlieren." Langsam, sagt Seguin am Sonntag, habe er die Niederlage beim KSC verdaut.

"Wenn jemand bei uns einen Fehler macht,..."

"Wenn jemand bei uns einen Fehler macht, sind wir füreinander da." Das habe man auch auf dem Platz gesehen. "Wir haben nicht aufgehört, Fußball zu spielen", sagt Seguin. "Wir stehen zusammen und versuchen, es nächste Woche besser zu machen." Insgesamt ist die Entwicklung der Fürther Mannschaft schließlich absolut positiv - und ebenso die von Paul Seguin.

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"Ich will mich jeden Tag verbessern. Man hat nur 15 Jahre Zeit im Fußball, sagt man. Und ich möchte so lange wie möglich spielen", sagt Seguin. "Jetzt spiele ich wieder offensiver, was mir mehr entgegen kommt." Fünf Tore hat Seguin in dieser Saison bereits erzielt. Jetzt schon ein persönlicher Bestwert. Im defensiven Mittelfeld war in Karlsruhe Anton Stach aufgestellt, Seguin durfte weiter vorne ran. "Mit meiner Entwicklung bin ich einverstanden", sagt Seguin. Doch dem 25-Jährigen geht es um Beständigkeit: "Für mich ist es eine Kunst, konstant eine starke Saison zu spielen."

Das gilt auch fürs Kleeblatt. "Wir spielen bisher eine sehr gute Runde und haben einen guten Zusammenhalt in der Mannschaft. Wir geben jeden Tag Gas, das macht wirklich super Spaß mit den Jungs und dem Trainerteam." Und Spaß ist - bei aller Selbstkritik - immer noch das Wichtigste.

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