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Verletzungsmisere beim FCN: Einfach nur Pech?

Dieter Hecking setzt sich auch mit der medizinischen Abteilung "kritisch auseinander" - 04.03.2021 05:55 Uhr

In Düsseldorf wieder eine Option? Nicht nur wegen Robin Hacks Ausfall wäre Felix Lohkempers Comeback extrem wichtig für den 1. FC Nürnberg. 

05.09.2020 © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr


Der Montag war wieder so ein Tag, an den sie sich noch etwas länger mit Grausen erinnern werden beim 1. FC Nürnberg. Am so genannten Spielersatztraining für Profis, die gegen Braunschweig nicht zum Einsatz kamen oder nur kurz, nahm auch mal wieder Robin Hack teil, was ausnahmsweise positiv zu sehen war. Der Angreifer hatte ja zuvor fast vier Wochen pausiert wegen einer Bänderverletzung im linken Sprunggelenk und gab tags zuvor in der Schlussviertelstunde sein Comeback.

In der Einheit am Montag wollte Hack gerade einen Sprint anziehen, als es passierte. Ohne Einwirkung eines Gegenspielers knickte er über das Standbein weg, berichtet Sportvorstand Dieter Hecking, "das ist etwas, was ich nicht beeinflussen kann." Die Diagnose: Bänderriss, diesmal im rechten Sprunggelenk.

Wahrscheinlich wirklich nur Pech, die Verkettung merkwürdiger Umstände. Ebenso Asger Sörensens Zehenbruch gegen Sankt Pauli oder Manuel Schäfflers Daumenbruch in Sandhausen, als er seinen missratenen Seitfallzieher mit einem gesplitterten Knochen bezahlen musste. Es gab im Rundenverlauf aber eben auch schon diverse Muskelfaserrisse und Zerrungen, wie zum Beispiel Enrico Valentini oder Georg Margreitter bestätigen können, Oliver Sorg musste wegen schmerzender Adduktoren ebenfalls einige Wochen aussetzen.


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Dass der Club in dieser Saison bislang häufiger mit Verletzungen zu tun hat als in den Jahren zuvor, fällt auf, ebenso deren zum Teil schwere Verläufe. Hack wird nach vorsichtigen Schätzungen mindestens sechs Wochen ausfallen, Felix Lohkemper stand heuer wegen seiner Adduktorenproblematik noch gar nicht zur Verfügung, Pascal Köpkes Kreuzbandriss ist auch schon wieder drei Monate her.

Lohkemper vor Comeback

"Das sind einfach ärgerliche Verletzungen", findet der Sportvorstand, weil sie sich nicht etwa über alarmierende Laktatwerte abzeichnen, sondern sich aus heiterem Himmel ereignen und meist ohne Fremdeinwirkung. Noel Knothes Bänderrisse binnen drei Wochen hingegen waren Folgen harter Zweikämpfe. Zwei Tritte gegen den linken und gegen den rechten Knöchel. Berufsrisiko.

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In einem über weite Strecken langweiligen Spiel mit wenig Tormöglichkeiten auf beiden Seiten hielt der FCN immerhin zum zweiten Mal in Folge hinten die Null, konnte aber nach vorne auch nichts reißen. Vor allem die Offensive ließ einige Wünsche offen, wie die Noten von NZ-Sportredakteur Uli Digmayer zeigen.


Um vor allem Muskel- und Sehnenbeschädigungen möglichst zu vermeiden, setzt der Verein wie praktisch alle Konkurrenten im Lizenzfußball auf individuelle Belastungssteuerung. Seit ungefähr sieben Jahren wird dafür die Software "Sports One" von SAP eingesetzt, die im Training oder Spiel erhobene Daten in Echtzeit auswertet und sagen kann, ob ein Fußballer möglicherweise schon im roten Bereich ist oder kurz davor.


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Deswegen durften gestern Vormittag Mats Möller Daehli und Dennis Borkowski früher rein. Die beiden hatten in den vergangenen Monaten kaum Wettkämpfe bestritten und müssen sich deshalb erst wieder an die höhere Intensität gewöhnen. Und außerdem werden sie ja dringend und ständig gebraucht, schon am Sonntag in Düsseldorf wieder – und deshalb lieber mal in Watte gepackt.

Jeder Stein wird umgedreht

Der Qualitätsverlust durch ständige Absenzen gerade von offensiven Basiskräften wie Lohkemper, Hack oder Köpke lässt sich nicht bestreiten, ist aber eben auch kaum zu verhindern. Hecking ist auch kein Freund davon, die Verletztenmisere über SAP Sports One darzustellen, zumal das Programm ja nur als "Hilfsmittel" zur täglichen Belastungsoptimierung gedacht ist. "Das entbindet den Trainerstab natürlich nicht, eine subjektive Wahrnehmung auf die Belastung einzelner Spieler zu haben", sagt Hecking. Und zu erkennen, ob einer eine Pause braucht oder einen Tritt in den Hintern.

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Einen Weg in das langweilige, aber gesicherte Mittelfeld hatte der Club gegen Braunschweig finden wollen, konnte die Eintracht am Ende aber nur auf Distanz halten. Beim torlosen Remis traf der Club zwar zweimal, in beiden Fällen aber aus dem Abseits heraus. Immerhin kann der FCN mit dem Punkt etwas besser leben als Braunschweig und sich zumindest als seit zwei Spielen ungeschlagen bezeichnen. Schwacher Trost? Hier kommen immerhin starke Bilder!


Trotzdem wird auch die medizinische Abteilung hinterfragt, Hecking und sein kleines Team hinterfragen gerade alles. Jeder Stein wird umgedreht, weil sie beim Club gewiss nicht in der Lage sind, nicht alles zu hinterfragen. "Wir setzen uns mit allen Bereichen konstruktiv und kritisch auseinander", sagt Hecking, "dazu gehört auch die medizinische Abteilung." Um den 1. FC Nürnberg endlich wieder besser machen.

Das kann auch Felix Lohkemper. Gestern konnte er ungefähr Dreiviertel der Einheit mitmachen, es sieht gut aus für Sonntag und Düsseldorf. Und natürlich das Spielersatztraining am Montag.


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