Verliebt, Vertieft - bei Verbeek egal!

23.10.2013, 10:33 Uhr
Gertjan Verbeek nimmt seine Arbeit beim 1. FC Nürnberg sprachgewandt und motiviert in Angriff.

Gertjan Verbeek nimmt seine Arbeit beim 1. FC Nürnberg sprachgewandt und motiviert in Angriff. © Sportfoto Zink/JüRa

Gertjan Verbeek ist ein akribischer Arbeiter - auf dem Trainingsplatz und daneben. Der neue Club-Coach will der 2013/14 noch sieglosen Truppe "attraktiven Fußball" und ein "eigenes Gesicht" verordnen, um "weg von der unteren Tabellenregion zu bleiben".

Sein Deutsch, betont der 51-Jährige bei seiner Präsentation in sehr gutem Deutsch, müsse er "so schnell wie möglich verbessern". Aufbauen kann der Neu-Nürnberger auf den Sprachkenntnissen, die er sich in seinen Jugendjahren in Enschede angeeignet hat - auf dem Marktplatz, in der Schule oder beim Studium der im Grenzland empfangbaren deutschen TV-Sender.

Doch Verbeek ist ein Perfektionist. Als konsequente Fachkraft, die seine Teams mit der nötigen Autorität dirigiert, weiß er darum, dass er noch besser Deutsch sprechen muss. Notwendig ist dies, damit der Mann, der den AZ Alkmaar zuletzt dreimal in Serie in den internationalen Wettbewerb führte, mit seinen Anforderungen und Vorstellungen auch am Valznerweiher durchdringt.

Auch ohne Sprachunterricht, den der frisch installierte Club-Retter alsbald nimmt, spricht Verbeek Klartext. Bei einem Halbsatz hat ihn die Presse jedoch vielleicht nicht richtig verstanden. Auf die Frage von FCN-Pressesprecherin Katharina Wildermuth, wie der Kontakt mit Sportvorstand Martin Bader zustandegekommen sei, antwortet der erste niederländische Club-Trainer seit Arie Haan (1990/91): "Es ist zehn Tage her, dass der erste Kontakt mit Martin gelegt wurde. Er hat mich informiert, dass sie interessiert sind und dann..." - wird's ein Fall für Sprachwissenschaftler und Videoanalysten...

Sämtliche regionalen und überregionalen Medien spielen in ihren Überschriften mit dem Satzfragment: ..."habe ich mich verliebt in den Club". Klar: Verbeek ist begeistert davon, den FCN und damit in der Bundesliga zu trainieren. Nach mehrmaligem Studium der PK-Videos scheint allerdings wahrscheinlicher, dass der 51-Jährige sagte: ..."und dann habe ich mich verdiept (niederländ: vertieft) in den Club". Feststeht: Der FCN ist für Verbeek - gleichwie er verstanden wird - etwas ganz Besonderes.

Auch in seiner Heimat sei der Club eine echte Hausnummer. In Holland, "wo man deutsche Traditionsvereine sehr respektiert und weiß, dass mit dem Club immer Nürnberg gemeint" ist. Als Fazit bleibt: Verlieben, vertiefen, beides gut.

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