Dienstag, 24.11.2020

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Verstärkung für die Volleyballdamen des TV Fürth 1860

Heike und Maya Hölzlein sind neu bei den Drittligadamen, die zum Auftakt 0:3 verlieren - 20.10.2020 12:44 Uhr

„Den Spaß beibehalten“: Heike Hölzlein (Mitte) ist ihrer Tochter Maya (links) nach Fürth gefolgt und kümmert sich mit Stefan Fürst (rechts) um den TV 1860.

19.10.2020 © Foto: Hans-Joachim Winckler


Das Strahlen weicht nicht aus ihrem Gesicht. Selbst als die Volleyballerinnen aus Erfurt am Sonntagabend lautstark ihren Auswärtssieg feiern, sieht Maya Hölzlein noch sehr glücklich aus. Schon im vergangenen Jahr hat sie einmal pro Woche beim TV Fürth 1860 mittrainiert, seit dieser Saison ist die 16-Jährige fest in der dritten Liga eingeplant. Zuvor hat sie bereits in Bamberg Regionalliga gespielt, jetzt empfing sie mit ihrem neuen Team die Spitzenmannschaft Erfurt electronic.

Im ersten Satz zeigten die Gäste in der Julius-Hirsch-Halle, warum sie zu den Besten der Liga gehören, und gewannen mit 25:16, im zweiten Durchgang (25:20) waren die Fürtherinnen schon näher dran. Doch nach dem 25:19 im dritten Satz war das erste Saisonspiel auch schon wieder vorbei, auf der kleinen Anzeigetafel leuchtet ein 0:3 aus Fürther Sicht.

"Die Aufschläge kommen ganz anders"

"Das Niveau ist noch mal deutlich höher", sagt Maya Hölzlein ein paar Minuten nach dem Freudentanz der Gäste. "Die Aufschläge kommen ganz anders, da hatte ich schon Probleme bei der Annahme, aber es macht einfach mega viel Spaß mit dem Team."

Diesen Spaß will sie sich auch nicht nehmen lassen, selbst nach deutlichen Niederlagen wie der, die sie gerade erlebt hat. Woher diese positive Einstellung kommt, spürt man, wenn man sich mit ihrer Mutter unterhält. Heike Hölzlein ist zur neuen Saison ebenfalls zum TV 1860 gewechselt, den Auftakt hat sie mit Stift und Zettel am Spielfeldrand verbracht und sich Notizen gemacht. Als Co-Trainerin hat sie sich darum gekümmert, die Stärken und Schwächen der Gäste zu analysieren, um im Spiel reagieren zu können.

"Wenn alle Stricke reißen"

Nachdem der langjährige Trainer Matthias Lompa den Verein verlassen hat, betreut neuerdings ein Trainer-Team die Mannschaft. Zu diesem Team gehört neben dem bisherigen Assistenten Stefan Fürst auch Heike Hölzlein. Wie oft sie allerdings dabei sein wird, ist noch offen. Die Hölzleins wohnen in Memmelsdorf im Landkreis Bamberg, wo Mutter und Tochter gemeinsam noch zusammen eine Jugendmannschaft betreuen.

"Wenn alle Stricke reißen und Stefan nicht kann, dann werde ich aber einspringen", sagt Heike Hölzlein, die selbst eine B-Trainer-Lizenz hat. Die Niederlage gegen Erfurt hat sie nicht überrascht, denn über die lange Pause hat sich bei den Sechzigern vieles geändert. Die erfahrenen Katja Holstein, Jule Doranth und Juliane Flessa sind nicht mehr dabei, die neue Kapitänin Anna Rosenow führt jetzt ein deutlich verjüngtes Team an, das erst noch seine Erfahrungen sammeln muss.

Übermächtiger Gegner

"Es war klar, dass der Gegner übermächtig ist", sagt Heike Hölzlein, "deshalb ging es auch darum, den Spaß beizubehalten und nicht den Kopf in den Sand zu stecken." Das haben die Fürtherinnen getan, die anfängliche Nervosität wich mit jeder Minute der Spielfreude, "es waren auch einige schöne Aktionen dabei, über die man sich freuen kann", sagt die Co-Trainerin.

Mit Kraft und Wucht, die Erfurt bisweilen mit seiner größeren und kräftigeren Mannschaft ausstrahlte, werden die Fürtherinnen aber nicht punkten, sie werden mehr über die Athletik kommen müssen. "Wenn die Annahmen besser funktionieren als heute, kann man das Zuspiel schneller machen", sagt Heike Hölzlein, "das wird der Schlüssel zum Erfolg sein."

Nach dem Abitur in die USA

Für Tochter Maya geht es in den nächsten Monaten darum, sich in der Liga zu etablieren und mit jedem Spiel besser zu werden. "Wenn es Mayas Weg ist, hochklassig Volleyball zu spielen, dann unterstützen wir als Eltern das, so weit es uns möglich ist", sagt Mutter Heike. Nach Fürth fährt die 16-Jährige zweimal wöchentlich mit dem Zug, einmal holen ihre Eltern sie abends nach dem Training mit dem Auto ab.

Quasi nebenbei macht Maya Hölzlein im kommenden Jahr ihr Abitur, "danach möchte ich in den USA am College Volleyball spielen", sagt sie. Gerade bewirbt sie sich für Stipendien in den Vereinigten Staaten – beim TV 1860 sollen mit dem Spaß bald auch die ersten Punkte kommen.

MICHAEL FISCHER

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